Bericht des Aufsichtsrats

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der BAWAG P.S.K. hat sämtliche Aufgaben, die ihm laut Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegen, ordnungsgemäß ausgeführt. Zudem wurde der Vorstand der Bank regelmäßig beraten, während die Handlungen des Vorstands laufend überwacht wurden. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat über alle wesentlichen Themen rechtzeitig und umfassend informiert. Es gab offene Diskussionen im Aufsichtsrat sowie zwischen den beiden Gremien. Einzelne Themen und Probleme wurden laufend zwischen dem Vorsitzenden des Vorstands und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats besprochen.

Mitglieder des Aufsichtsrats

Im Jahr 2010 schied Scott Parker infolge einer beruflichen Veränderung aus dem Aufsichtsrat aus. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um Scott Parker im Namen des gesamten Aufsichtrats alles Gute für seine zukünftige Karriere zu wünschen.

Um die vorgesehene Zahl von sechs Kapitalvertretern zu erreichen und das Aufsichtsratsgremium zu vervollständigen, wurden Ronald Kolka im August und Keith Tietjen im Oktober in den Aufsichtsrat bestellt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Jahr 2010 sieben Sitzungen abgehalten, sämtliche Mitglieder waren im überwiegenden Teil der Sitzungen persönlich anwesend.

Der Aufsichtsrat bespricht regelmäßig die Strategie der Bank, mögliche strategische Verbindungen sowie das Risikoprofil der gesamten BAWAG P.S.K.

Die Tagesordnung jeder Sitzung enthielt unter anderem die Diskussion der Geschäfts- und Kapitalentwicklung der Bank. Der Aufsichtsrat wurde weiters regelmäßig über die Marktposition der Bank, über rechtliche Angelegenheiten der Bank sowie über Personal- und Vorstandsangelegenheiten informiert.

Die Schwerpunkte, die in den einzelnen Sitzungen gesetzt wurden, umfassten die Vorstellung von wichtigen Tochterunternehmen der BAWAG P.S.K., die neue Vertriebsstrategie und die Kooperationsintensivierung mit der Österreichischen Post AG, das Effizienzsteigerungsprogramm sowie das Genehmigungsverfahren der Europäischen Kommission zur Gewährung von Partizipationskapital durch die Republik Österreich. Ein wichtiges Schwerpunktthema stellten auch die Auswirkungen von regulatorischen Änderungen wie Basel III auf die Bank dar. Im März 2010 lag der Schwerpunkt in der Besprechung des Jahresabschlusses 2009.

Weitere Informationen und Präsentationen betrafen den Management Letter sowie die Genehmigung der Übernahme von Änderungen des allgemeinen Corporate Governance Kodex in den Kodex der Bank. Außerdem gab es Überarbeitungen bzw. Anpassungen der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats und des Vorstands.

Einmal im Jahr diskutiert der Aufsichtsrat über die eigene Effizienz sowie mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz der Diskussionen und Prozesse.

Die Ausschüsse des Aufsichtrats berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig über deren Diskussionen und Beschlüsse.

Sitzungen der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Im Jahr 2010 fanden sechs Sitzungen des Prüfungsausschusses statt. Der Schwerpunkt der Sitzungen im Februar und im März lag auf der Prüfung des Jahresabschlusses der Bank sowie dem Corporate Governance Report 2009. Im Juli wurde unter anderem die Empfehlung zur Ernennung des Bankprüfers diskutiert. Quartalsmäßige Berichte der Innenrevision sowie der Compliance-Abteilung wurden vorgelegt. Der Jahresprüfplan der Innenrevision und der Compliance-Abteilung wurden präsentiert und genehmigt. Es finden regelmäßig private Sitzungen ohne die Teilnahme des Vorstands statt, so zum Beispiel mit den Wirtschaftsprüfern oder den Leitern der Innenrevision, der Rechtsabteilung und der Compliance Abteilung.

Weiters erfolgte eine regelmäßige Berichterstattung über Prüfungen und Anfragen der Aufsichtsbehörden. Der Risikobericht der Bank, der unter anderem die Risikotragfähigkeitsrechnung und Berichte zum Corporate-, Retail- und Marktrisiko enthält, war ein regelmäßiger Punkt auf der Tagesordnung des Prüfungsausschusses.

Die Bankprüfer waren in allen Sitzungen anwesend und in die Diskussion eingebunden. Außerhalb der Sitzungen gab es Besprechungen der Prüfungsausschussmitglieder mit relevanten Bereichsleitern der Bank.

Der Kreditausschuss hielt im Jahr 2010 sechs Sitzungen ab. Darüber hinaus gab es eine Anzahl von Kreditanträgen, die durch Umlaufbeschluss entschieden wurden. Neben der Entscheidung über Kreditanträge wurden in diesem Ausschuss auch generelle Kreditrisikothemen behandelt. Ein Schwerpunkt im Februar waren die Richtlinien für den Geschäftsbereich International Business. Im Mai wurden die Ergebnisse einer Studie zu Risikoerträgen geschildert. Im Juli wurden Berichte zu den wesentlichsten Beteiligungen präsentiert.

Das Related Parties Committee tritt generell nur bei Bedarf zusammen. Im Jahr 2010 fand keine Sitzung statt.

Der Nominierungsausschuss trat im vergangenen Jahr viermal zusammen. Die wesentlichsten Diskussionsthemen waren die Mandate der Vorstandsmitglieder sowie die Nachfolgeplanung. Weiters wurden Empfehlungen an den Aufsichtsrat zur Bestellung von Vorstandsmitgliedern abgegeben.

Der Vergütungsausschuss hielt fünf Sitzungen ab, in welchen die Vergütungen, die Ziele und die Verträge der Vorstandsmitglieder diskutiert wurden. Auch auf neue Vorschriften im Zusammenhang mit Vergütungen (CRD III) wurde eingegangen.

Vorstand

Im Jahr 2010 konnte der Aufsichtsrat vier neue Mitglieder im Vorstand der Bank willkommen heißen.

Bereits im Jänner konnte Sanjay Sharma als neuer Chief Operating Officer der Bank bestellt werden. Er hatte seit August 2008 die Funktion des Managing Director für Operations der BAWAG P.S.K. inne. Davor war er bei der Barclays Bank plc tätig, wo er internationale Erfahrung, insbesondere bei der Umsetzung von Strategien und der Implementierung von operationellen und strukturellen Änderungen, sammeln konnte.

Im Mai 2010 stieß Christoph Raninger zur Bank und übernahm zunächst das Ressort Financial Markets und folgte damit Carsten Samusch, der seinen im Mai 2010 ausgelaufenen Vertrag nicht verlängerte. Im September 2010 wurde sein Aufgabenbereich um den Bereich Österreichisches Kommerzgeschäft erweitert, welches er von Regina Prehofer übernahm, die mit Ende August 2010 aus dem Vorstand ausschied. Ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen, um Regina Prehofer und Carsten Samusch für ihre Arbeit und ihr Engagement für die Bank herzlich zu danken und ihnen im Namen des gesamten Aufsichtsrats alles Gute für zukünftige Herausforderungen zu wünschen.

Andreas Arndt konnte mit Wirkung vom 1. Oktober 2010 als Chief Financial Officer für die Bank gewonnen werden. Er war zuvor unter anderem bei der Deutsche Bank Gruppe und bei Roland Berger Strategy Consultants tätig und konnte dort umfassende Bankerfahrung in verschiedensten Bereichen sammeln.

Das Ressort Privat- und Geschäftskunden übernahm das neue Vorstandsmitglied Wolfgang Klein mit Wirkung vom 1. November 2010. Wolfgang Klein kann seine Erfahrungen aus seinen Tätigkeiten unter anderem bei McKinsey und der Deutschen Postbank AG in den Retailvertrieb der BAWAG P.S.K. einfließen lassen.

Alle neuen Vorstandsmitglieder weisen jahrelange Erfahrung im Bankwesen und in ihren spezifischen Bereichen auf und werden mit Sicherheit wertvollen Input für die Steuerung der Bank liefern können.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Vorstand der Bank und auf konstruktive Diskussionen in den Aufsichtratssitzungen.

Jahresabschluss

Die Buchführung, der Jahresabschluss 2010 und der Lagebericht wurden von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH geprüft. Die Prüfung hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben. Den gesetzlichen Vorschriften wurde vollinhaltlich entsprochen, sodass der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt wurde.

Der Aufsichtsrat hat sich nach eingehender Diskussion dem Ergebnis der Prüfung angeschlossen, erklärt sich mit dem vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss samt Lagebericht einschließlich Gewinnverwendungsvorschlag einverstanden und billigt den Jahresabschluss 2010, der damit gemäß § 125 Abs. 2 Aktiengesetz festgestellt ist.

Der Konzernabschluss 2010 einschließlich der Notes gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS) und der Konzernlagebericht wurden von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH geprüft. Die Prüfung hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben, den gesetzlichen Vorschriften wurde voll entsprochen. Es wurde durch die Abschlussprüfer bestätigt, dass der Konzernabschluss ein zutreffendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2010 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Geschäftsjahres vom 1. Jänner 2010 bis 31. Dezember 2010 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) vermittelt.

Die Abschlussprüfer bestätigen weiters, dass der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Befreiung von der Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach österreichischem Recht erfüllt sind.

Der Aufsichtsrat hat sich nach eingehender Diskussion dem Ergebnis der Prüfung angeschlossen.

Abschließend möchte ich im Namen des gesamten Aufsichtsrats allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Arbeit und ihr Engagement im Jahr 2010 meinen Dank und meine Anerkennung aussprechen.

 

Wien, am 15. März 2011

Der Aufsichtsrat


Cees Maas
Vorsitzender des Aufsichtsrats

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