Ausblick

Die wirtschaftliche Dynamik zum Jahreswechsel und die Entwicklung der Frühindikatoren deuten darauf hin, dass sich der Aufschwung im Euroraum 2011 fortsetzen wird. Dieser wird jedoch von den Nachwirkungen der Staatsschuldenkrise überschattet sein. Die Entwicklung der Nahrungsmittelpreise und der Aufstand der Bürger in der MENA Region, welcher zu einem Anstieg der Ölpreise geführt hat, hat eine Diskussion über die Möglichkeit einer wesentlichen Erhöhung der Inflation ausgelöst.

Dabei dürfte die Konjunktur zunehmend von der inländischen Nachfrage gestützt werden, während der Außenbeitrag abnimmt. Das unterschiedliche Wachstumstempo in den einzelnen Volkswirtschaften bleibt zwar aufrecht, die geplanten Sparmaßnahmen zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte werden jedoch die Konjunktur im gesamten Euroraum belasten. Infolge der nach wie vor großen Zweifel bezüglich der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen einiger Mitgliedsländer dürften die Finanzmärkte weiterhin einer hohen Volatilität unterworfen sein. Daraus können negative Effekte für die Realwirtschaft resultieren.

Die heimischen Wirtschaftsaussichten für 2011 sind vor dem Hintergrund der aktuell prekären Verschuldungssituation einiger Staaten im Euroraum verhältnismäßig gut. Zwar muss auch die heimische Regierung das öffentliche Budget konsolidieren, das Ausmaß und daraus eventuell entstehende wachstumshemmende Impulse werden jedoch relativ gering ausfallen. Österreich hat eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten im Euroraum und die Arbeitsmarktsituation dürfte sich im heurigen Jahr weiter verbessern. Die Inlandskonjunktur könnte 2011 deutlich an Schwung gewinnen und die geringere Dynamik in der Exportwirtschaft kompensieren. Das reale Bruttoinlandsprodukt dürfte ebenso wie im vergangenen Jahr um rund 2 % wachsen. Ob und inwieweit sich die internationalen Entwicklungen auf Österreich auswirken werden, ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht klar.

Die österreichische Wirtschaft hat die Wirtschaftskrise gut gemeistert. Die Anzahl an Privatkonkursen und Unternehmensinsolvenzen ist bisher nicht wie erwartet angestiegen. Nachwirkungen der Rezession oder ein deutlicherer Zinsanstieg könnten in 2011 allerdings zu einem Anstieg der Anzahl an Privatkonkursen und Unternehmensinsolvenzen führen. Daneben können negative Ergebnisauswirkungen aus der Änderung von Marktwerten aufgrund der fortgesetzten Volatilität der Finanzmärkte nicht ausgeschlossen werden.

Da der Großteil des Kreditportfolios der Bank inländische Kunden umfasst, ist die zukünftige Performance auch von der Entwicklung der österreichischen Wirtschaft abhängig, die derzeit vorsichtig positiv eingeschätzt wird. Im Jahr 2011 wird die Bank einem verschärften Konkurrenzdruck ausgesetzt sein, der zu einer Belastung der Margensituation sowohl auf der Kredit- als auch der Einlagenseite führen wird. Auch führen veränderte regulatorische Vorgaben und zusätzliche finanzielle Belastungen (z. B. Bankenstabilitätsabgabe) zu einer Erschwerung der Rahmenbedingungen.

Dessen ungeachtet wird die BAWAG P.S.K. den positiven Impuls aus 2010 nutzen, um diese externen Schocks und den starken Wettbewerb am Markt erfolgreich zu bewältigen. Des Weiteren wird die Bank weiterhin intensiv an der Umsetzung zahlreicher Initiativen und Projekte, wie der neuen Filialoffensive, arbeiten, um unser Kundenservice weiter zu verbessern. Aus wirtschaftlicher Sicht ist die BAWAG P.S.K. aufgrund ihrer Finanzkraft, der Entwicklung des Kernbankgeschäftes und der starken Liquiditätsposition bestens für das neue Geschäftsjahr gerüstet.

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