Erläuterungen zum Jahresabschluss
Einleitung
Die Berichterstattung des Konzerns erfolgt nach dem Regelwerk der International Financial Reporting Standards (IFRS).
Der Ausweis erfolgt nach dem „Financial Reporting"-(FINREP-)Schema für Konzernmeldungen an die Oesterreichische Nationalbank (OeNB), welches dem vom Committee of European Banking Supervisors (CEBS) empfohlenen Rahmenwerk für die einheitliche Finanzberichterstattung von international tätigen Banken entspricht. Durch dieses Schema werden die nach IAS 39 vorgeschriebenen Bewertungskategorien deutlich hervorgehoben.
Der Konzern umfasst insgesamt 55 Unternehmungen im In- und Ausland (2009: 57). Im Jahr 2010 ergaben sich keine wesentlichen Änderungen im Konsolidierungskreis.
Die Kreditinstitute des Konzerns sind neben der BAWAG P.S.K. die easybank, die Österreichische Verkehrskreditbank, die BAWAG P.S.K. Wohnbaubank, die BAWAG P.S.K. Invest, die slowenische BAWAG Banka d.d. und die BAWAG Malta Bank. Wesentliche Nichtbanken sind die Leasinggruppe, der BAWAG P.S.K. Immobilien-Teilkonzern, die Schuhhandelskette Stiefelkönig sowie vier Vermögensverwaltungsgesellschaften, welche den Großteil des strukturierten Kreditportfolios halten. Die BAWAG P.S.K. Versicherung wird seit der Abgabe der Mehrheit im Jahr 2007 at-equity bilanziert, Stiefelkönig heuer erstmals unter den langfristigen Vermögenswerten, die zur Veräußerung gehalten werden.
Die BAWAG P.S.K. plant weitere Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, zu veräußern. Gemäß IFRS 5 werden die Aktiv- und Passivpositionen von zur Veräußerung gehaltenen Tochterunternehmen als eigener Bilanzposten ausgewiesen.
Aktiva
| in Millionen Euro | 2010 | 2009 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Barreserve | 511 | 615 | -104 | -16,9% |
| Finanzielle Vermögensgegenstände | 10.855 | 14.543 | -3.688 | -25,4% |
Zum Zeitwert über die GuV geführt | 2.284 | 2.980 | -696 | -23,4% |
Zur Veräußerung verfügbar | 6.644 | 3.250 | 3.394 | >+100% |
Bis zur Endfälligkeit gehalten | - | 6.560 | -6.650 | - |
Handelsbestand | 1.927 | 1.753 | 174 | 9,9% |
| Kredite und Forderungen | 26.173 | 24.879 | 1.294 | 5,2% |
Schuldtitel | 2.358 | - | 2.358 | - |
Kunden | 22.288 | 21.066 | 1.222 | 5,8% |
Kreditinstitute | 1.527 | 3.813 | -2.286 | -60,0% |
| Sicherungsderivate | 55 | 33 | 22 | 66,7% |
| Sachanlagen | 219 | 287 | -68 | -23,7% |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 229 | 266 | -37 | -13,9% |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 478 | 602 | -124 | -20,6% |
| Langfristige Vermögenswerte, die zur Veräußerung gehalten werden | 36 | - | 36 | - |
| Summe der Aktiva | 38.556 | 41.225 | -2.669 | -6,5% |
Die Bilanzsumme lag per 31. Dezember 2010 bei 38.556 Mio EUR und verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 2.669 Mio EUR (–6,5 %). Die Bank hat Veranlagungen mit geringer Rentabilität reduziert und selektiv in Geschäfte mit höheren Erträgen investiert.
Der Rückgang der Barreserve um 104 Mio EUR (–16,9%) auf 511 Mio EUR ist auf eine stichtagsbedingt geringere Mindestreservehaltung bei der OeNB zurückzuführen.
Unter Zum Zeitwert über die GuV geführt werden jene Wertpapiere und Kredite ausgewiesen, deren Marktpreisänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Die Finanzinstrumente dieser Kategorie sind im Geschäftsjahr 2010 hauptsächlich infolge von planmäßigen Tilgungen und Verkäufen um 696 Mio EUR (–23,4 %) auf 2.284 Mio EUR gesunken.
Aufgrund eines geänderten Investmentkonzepts der Bank wurde das im Vorjahr mit 6.560 Mio EUR ausgewiesene Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzanlagevermögen in Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögensgegenstände umgegliedert oder verkauft (Details dazu werden im Anhang erläutert). Insgesamt haben sich die Zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögensgegenstände zum 31. Dezember 2010 auf 6.644 Mio EUR erhöht, nach 3.250 Mio EUR Ende 2009. Neben unserem Wertpapierportfolio, das vor allem Investitionen in liquide Bank-, Unternehmens- und Staatsanleihen umfasst, werden in diesem Bilanzposten auch die Buchwerte der nicht konsolidierten Beteiligungen in Höhe von 245 Mio EUR (2009: 279 Mio EUR) ausgewiesen.
Der Handelsbestand umfasst nicht nur die Positionen des Handelsbuches, sondern auch sämtliche positive Marktwerte von Derivaten, auch wenn diese als Sicherungsgeschäft für das Bankbuch dienen und kein Hedge Accounting angewendet wird. Für die Zunahme um 174 Mio EUR (+9,9 %) auf 1.927 Mio EUR waren insbesondere höhere Bewertungen bei den währungsbezogenen Derivaten des Handelsbuchs ausschlaggebend. Eine analoge Entwicklung ist bei den Handelspassiva zu beobachten.
Die Position Kredite und Forderungen enthält jene Aktivgeschäfte mit Kunden und Kreditinstituten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind. Der Anstieg um netto 1.294 Mio EUR betrifft mit 2.358 Mio EUR Schuldtitel und mit 1.222 Mio EUR Forderungen gegenüber Kunden. Demgegenüber steht ein Rückgang der Forderungen gegenüber Kreditinstituten von 2.286 Mio EUR.
Der Anstieg der Buchwerte von in dieser Position ausgewiesenen Schuldtiteln auf 2.358 Mio EUR ist zum überwiegenden Teil (1.897 Mio EUR) auf die Umgliederung von nicht handelbaren Wertpapieren aus der Position Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögensgegenstände in die Position Kredite und Forderungen zurückzuführen. Der restliche Anstieg resultierte aus dem Kauf von Wertpapieren im Geschäftsjahr 2010.
Bei den Forderungen an Kunden konnte im Geschäftsjahr 2010 insbesondere das Kreditvolumen an Unternehmen ausgeweitet werden, was zu einem Anstieg um 1.222 Mio EUR oder 5,8 % auf 22,288 Mio EUR führte.
Die Forderungen an Kreditinstitute gingen von 3.813 Mio EUR im Jahr 2009 auf 1.527 Mio EUR Ende 2010 zurück. Der Rückgang betrifft vor allem kurzfristige Veranlagungen bei anderen Kreditinstituten, welche aufgrund der geringen Rentabilität reduziert wurden.
Der Sachanlagenbestand betrug zum 31. Dezember 2010 219 Mio EUR nach 287 Mio EUR im Jahr zuvor. Dieser Rückgang geht auf planmäßige Abschreibungen sowie die Veräußerung von Immobilien zurück.
Passiva
| in Millionen Euro | 2010 | 2009 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 35.194 | 38.054 | -2.860 | -7,5% |
Zum Zeitwert über die GuV geführt | 4.900 | 6.371 | -1.471 | -23,1% |
Kunden | 117 | 435 | -318 | -73,1% |
Eigene Emissionen | 4.783 | 5.936 | -1.153 | -19,4% |
Handelsbestand | 2.271 | 2.198 | 73 | 3,3% |
Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 28.023 | 29.485 | -1.462 | -5,0% |
Kunden | 21.733 | 22.674 | -941 | -4,2% |
Kreditinstitute | 2.205 | 3.468 | -1.263 | -36,4% |
Eigene Emissionen | 4.085 | 3.343 | 742 | 22,2% |
| Sicherungsderivate | 40 | 60 | -20 | -33,3% |
| Rückstellungen | 436 | 441 | -5 | -1,1% |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 462 | 378 | 84 | 22,2% |
| Verbindlichkeiten in Veräußerungsgruppen, die zur Veräußerung gehalten werden | 38 | - | 38 | - |
| Eigenkapital | 2.016 | 1.919 | 97 | 5,1% |
| Nicht beherrschende Anteile | 370 | 373 | -3 | -0,8% |
| Summe der Passiva | 38.556 | 41.225 | -2.669 | -6,5% |
Unter Zum Zeitwert über die GuV geführt werden im Rahmen der finanziellen Verbindlichkeiten jene Emissionen und Einlagen ausgewiesen, die zum Marktwert bilanziert werden und nicht dem Handelsbestand angehören. Zum 31. Dezember 2010 beliefen sich diese Verbindlichkeiten auf 4.900 Mio EUR, das waren um 1.471 Mio EUR oder 23,1 % weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die Tilgung von Emissionen der BAWAG P.S.K. zurückzuführen. Die Anlageprodukte, deren Verzinsung nicht nur vom Zinsniveau an sich, sondern auch von anderen Faktoren, wie der Inflationsrate oder der Entwicklung von Indizes, abhängt, verringerten sich um 318 Mio EUR auf 117 Mio EUR. Da diesbezügliche Risiken für die BAWAG P.S.K. durch Derivate abgesichert sind, wurden diese Produkte der Kategorie Zum Zeitwert über die GuV zugeordnet, um eine wirtschaftlich korrekte Darstellung sicherzustellen. Neuprodukte dieser Kategorie werden nicht ausgegeben.
Der Handelsbestand stieg 2010 um 73 Mio EUR bzw. 3,3 % auf 2.271 Mio EUR. Diese Zunahme ist insbesondere auf höhere Bewertungen bei den währungsbezogenen Derivaten des Handelsbuchs zurückzuführen. Eine analoge Wertentwicklung ist auch bei den Marktwerten der Handelsaktiva zu beobachten.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sanken um 941 Mio EUR oder 4,2 % auf 21.733 Mio EUR. Die in den letzten Monaten eher konservative Konditionenpolitik der BAWAG P.S.K. und die teilweise Umschichtung der Veranlagungen in Wertpapiere und andere Bankeinlagen bewirkten einen Rückgang der Spareinlagen um 1.219 Mio EUR, der durch einen Anstieg des Sparkartenvolumens um 477 Mio EUR teilweise ausgeglichen wurde. Zusammen mit den oben erwähnten zum Marktwert bewerteten Anlageprodukten beliefen sich die Einlagen zum 31. Dezember 2010 auf 13.001 Mio EUR, was einem Drittel der Bilanzsumme entspricht. Bei den sonstigen Einlagen (inklusive Sparkarten) konnte ein Zuwachs um 278 Mio EUR auf 8.732 Mio EUR erzielt werden.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich um 1.263 Mio EUR oder 36,4 % auf 2.205 Mio EUR.
Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Eigenen Emissionen erhöhten sich durch die erfolgreiche Neuemission von Anleihen um rund 2 Mrd EUR nach planmäßigen Tilgungen um netto 742 Mio EUR auf 4.085 Mio EUR.
Die Rückstellungen gingen zum 31. Dezember 2010 um 5 Mio EUR auf 436 Mio EUR zurück.
Die Erhöhung des IFRS-Eigenkapitals um 97 Mio EUR (+5,1%) auf 2.016 Mio EUR ergibt sich aus dem Gesamtergebnis 2010 von 123 Mio EUR abzüglich der Dividendenzahlung 2009 für das Partizipationskapital von 25,6 Mio EUR. Die nicht beherrschenden Anteile blieben mit 370 Mio EUR nahezu konstant.
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustrechnung (angepasst um Bewertungsergebnisse, welche den nicht beherrschenden Anteilen zugerechnet werden)
| in Millionen Euro | 2010 | 2009 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Nettozinsertrag | 649,9 |
564,3 | +85,6 |
+15,2% |
| Provisionsüberschuss | 159,4 | 154,8 | +4,6 | +3,0% |
| Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden ohne den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbare Bewertungsergebnisse 1) | 155,9 | 138,9 | +17,0 | +12,2% |
| Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | -4,4 | 29,9 | -34,3 | - |
| Operative Erträge |
960,8 |
887,9 | +72,9 | +8,2% |
| Verwaltungsaufwand | -544,5 | -527,7 | -16,8 | -3,2% |
| Planmäßige Abschreibungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen | -73,8 | -80,4 | +6,6 | +8,2% |
| Operative Aufwendungen |
-618,3 | -608,1 | -10,2 | -1,7% |
| Operatives Ergebnis |
342,5 |
279,8 |
+62,7 | +22,4% |
| Rückstellungen und Wertberichtigungen | -199,7 | -236,7 | +37,0 | +15,6% |
| Ergebnis von At-Equity bewerteten Beteiligungen | -4,7 | -8,0 | +3,3 | +41,3% |
| Jahresüberschuss vor Steuern1) |
138,1 |
35,1 | +103,0 | >+100% |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | -12,7 | -56,6 | +43,9 | +77,6% |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Steuern (ohne den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbare Bewertungsergebnisse) | 125,4 |
-21,5 |
+146,9 | >+100% |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Steuern (ohne den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbare Bewertungsergebnisse) |
125,4 | -21,5 | +146,9 |
>+100% |
|---|---|---|---|---|
| Den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbare Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten 1) |
11,2 | 186,6 | -175,4 |
-94,0% |
| Jahresüberschuss | 136,6 | 165,1 | -28,5 | -17,3% |
| davon den nicht beherrschenden Anteilen | 14,8 | 195,1 | -180,3 | -92,4% |
| davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbar |
121,8 | -30,0 | +151,8 | – |
Der Nettozinsertrag stieg 2010 um 85,6 Mio EUR oder 15,2 % auf 649,9 Mio EUR, was auf die konsequente Verbesserung der Profitabilität unserer Geschäftsfelder zurückzuführen ist. Auch der selektive Ausbau unserer Tätigkeit im internationalen Geschäft hat wesentlich zur Verbesserung des Nettozinsertrags beigetragen.1) Die Position Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten umfasst nach IFRS auch die Bewertung von Wertpapieren, deren Risiko von Inhabern nicht beherrschender Anteile getragen wird. Diese Wertpapiere waren im Zeitablauf wesentlichen Marktwertschwankungen unterworfen. Aufgrund der Restrukturierung eines dieser Wertpapiere im Geschäftsjahr 2009 wurden im Vorjahr Bewertungsverluste aus Vorjahren ausgeglichen, und Bewertungsgewinne in Höhe von 186,6 Mio EUR wurden den Inhabern nicht beherrschender Anteile zugewiesen. Um eine bessere Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu ermöglichen, wurden die Bewertungsergebnisse, welche den Inhabern nicht beherrschender Anteile zuzurechnen sind, in einer eigenen Zeile dargestellt. Im Vergleich zu der im Konzernabschluss nach IFRS dargestellten Gewinn- und Verlustrechnung verringert sich die Position Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten um 11,2 Mio EUR (Vorjahr: verringert sich um 186,6 Mio EUR). Die oben dargestellte Position Jahresüberschuss vor Steuern ist dementsprechend um 11,2 Mio EUR niedriger (2009: um 186,6 Mio EUR niedriger) als die im Konzernabschluss nach IFRS dargestellte Position Jahresüberschuss vor Steuern.
Der Provisionsüberschuss konnte mit 159,4 Mio EUR gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert werden (+3,0 %). Im Provisionsaufwand des laufenden Geschäftsjahres sind Aufwendungen in Höhe von 5,7 Mio EUR für die bis zum 22. Juni 2010 bestehende Garantie der Republik Österreich für bestimmte Aktiva in der Höhe von maximal 400 Mio EUR enthalten.
Die Position Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden wird wesentlich von der Bewertung unserer Veranlagungen und Eigenen Emissionen sowie von Gewinnen aus dem Verkauf von Wertpapieren beeinflusst.
Aus dem Handel mit Wertpapieren und Derivaten erzielte der Bereich Financial Markets im laufenden Geschäftsjahr ein Ergebnis von 19,2 Mio EUR.
Wie auch im Vorjahr kam es im Jahr 2010 zu einer weiteren Verringerung der Risikoaufschläge am Kapitalmarkt. Dies führte zu positiven Bewertungsergebnissen im Bereich des strukturierten Kreditportfolios in Höhe von 28,8 Mio EUR sowie realisierten Gewinnen aus dem Verkauf und der Tilgung aus dem strukturierten Kreditportfolio in Höhe von 10,3 Mio EUR.
Aus dem Verkauf von assoziierten Unternehmen und Tochterunternehmen konnten weitere 21,2 Mio EUR erfolgswirksam vereinnahmt werden.
Aufgrund einer geänderten Investmentstrategie und im Rahmen der Zinspositionierung kam es im laufenden Geschäftsjahr zu Verkäufen von Wertpapieren und Gewinnrealisationen. Diese Gewinne wurden zur Abdeckung von Aufwendungen aus der erfolgswirksamen Bewertung der zum Fair Value bilanzierten Eigenen Emissionen und sonstiger Auswirkungen aus Hedging-Maßnahmen und Bewertungen verwendet. Insgesamt ergab sich aus diesen Maßnahmen ein positiver Überschuss von rund 76 Mio EUR.
Die sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen betrugen im Berichtsjahr –4,4 Mio EUR, was insbesondere auf Bewertungsverluste unserer Einzelhandelstochter zurückzuführen ist. Die höheren sonstigen betrieblichen Erträge im Vorjahr ergaben sich aus Erlösen aus dem Verkauf von Immobilien sowie aus erhaltenen Schadensersatzleistungen.
Die Verwaltungsaufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr auf 544,5 Mio EUR und erhöhten sich damit gegenüber 2009 um 16,8 Mio EUR oder 3,2 %. Darin enthalten sind Restrukturierungsaufwendungen von 25,8 Mio EUR, die im Rahmen unseres Effizienz- und Produktivitätssteigerungsprogramms entstanden. Ohne Berücksichtigung der Restrukturierungsaufwendungen konnten die laufenden Personal- und Sachkosten um weitere 9,0 Mio EUR reduziert werden.
Die mit 73,8 Mio EUR um 6,6 Mio EUR geringeren Abschreibungen sind insbesondere auf den Verkauf von Liegenschaften im laufenden sowie im vorangegangenen Geschäftsjahr zurückzuführen.
Die Aufwendungen für Rückstellungen und Wertberichtigungen gingen im Geschäftsjahr 2010 um 37,0 Mio EUR oder 15,6 % auf 199,7 Mio EUR zurück. Diese erfreuliche Entwicklung ist vor allem auf den Rückgang der erforderlichen Vorsorgen für das Kreditgeschäft um 38,9 Mio EUR auf 135,6 Mio EUR zurückzuführen. Die Wertberichtigungen für Beteiligungen und Firmenwerte beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 auf 50,2 Mio EUR und betreffen insbesondere Beteiligungen an Kreditinstituten. Außerplanmäßige Abschreibungen für Immobilien in Höhe von 12,0 Mio EUR waren aufgrund der fortgeführten Restrukturierungsmaßnahmen sowie der geplanten Zusammenlegung von BAWAG und Postfilialen erforderlich. Beim strukturierten Kreditportfolio ergab sich 2010 kein wesentlicher Abschreibungsbedarf.
Das Ergebnis von At-Equity bewerteten Beteiligungen (–4,7 Mio EUR) betrifft im Wesentlichen den anteiligen Jahresverlust der ZEUS Recovery Fund S.A., der durch die Bewertung von Veranlagungen bedingt ist.
Durch die konsequente Steigerung der Profitabilität unseres Geschäfts und die bereits erfolgten Prozessoptimierungen erwirtschaftete die BAWAG P.S.K. 2010 einen Jahresüberschuss vor Steuern in Höhe von 138,1 Mio EUR, nach einem Jahresüberschuss von 35,1 Mio EUR im Jahr zuvor.
Der Steueraufwand in Höhe von 12,7 Mio EUR betrifft im Wesentlichen laufende Steuern. Die deutliche Verringerung des Steueraufwandes gegenüber dem Vorjahr ergibt sich aus einem geringeren Aufwand für latente Steuern, welche auf Unterschiede in der Bewertung nach Steuerrecht und IFRS zurückzuführen sind. 2010 wurden keine zusätzlichen latenten Steuern für vorhandene Verlustvorträge der BAWAG P.S.K. aktiviert.
Die den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbaren Gewinne aus finanziellen Vermögenswerten betreffen Marktwertschwankungen, welche von Inhabern von nicht beherrschenden Anteilen getragen werden. In der in den Notes dargestellten IFRS-Gewinn- und Verlustrechnung werden diese Marktwertschwankungen im Posten Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden dargestellt. Um eine bessere Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu ermöglichen, wurden die Bewertungsergebnisse, welche den Inhabern nicht beherrschender Anteile zuzurechnen sind, in der oben dargestellten Gewinn- und Verlustrechnung in einer separaten Zeile ausgewiesen.
Das den Eigentümern des Mutterunternehmens 2009 zurechenbare Jahresergebnis in Höhe von –30,0 Mio EUR konnte 2010 auf +121,8 Mio EUR gesteigert werden.
Konzerneigenmittel der BAWAG P.S.K. Kreditinstitutsgruppe nach BWG
| in Millionen Euro | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Grund- und Partizipationskapital | 800 | 800 |
| Rücklagen (inklusive Fonds für Allgemeine Bankrisiken) | 1.118 | 954 |
| Unterschiedsbeträge, Minderheitenanteile und Abzugsposten | 307 | 346 |
| Kernkapital (Tier I) | 2.225 | 2.100 |
| Abzug Beteiligungen | -35 | -51 |
| Kernkapital (Tier I) nach Abzugsposten | 2.190 | 2.049 |
| Rücklage gem. § 57 BWG, Neubewertungsreserve | 49 | 85 |
| Ergänzungs- und Nachrangkapital | 593 | 746 |
| Ergänzende Elemente (Tier II) | 642 | 831 |
| Abzug Beteiligungen | -35 | -51 |
| Anrechenbare Eigenmittel | 2.797 | 2.829 |
| Tier III | 115 | 67 |
| Eigenmittel | 2.912 | 2.896 |
Basis für die Eigenmittelberechnung der Kreditinstitutsgruppe sind die Jahresabschlüsse der einbezogenen Institute nach UGB/BWG.
Eigenmittelerfordernis
| in Millionen Euro | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Kreditrisiko | 1.714 | 1.579 |
| Marktrisiko | 115 | 67 |
| Operationelles Risiko | 146 | 150 |
| Erfordernis | 1.976 | 1.796 |
Damit ergeben sich eine Kernkapitalquote (Tier I) von 9,9 % (31.12.2009: 10,0 %) und eine Eigenmittelquote von 12,4 % (31.12.2009: 13,6 %). Beide Quoten liegen deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen in der Höhe von 4% bzw. 8%. Bezogen auf das Kreditrisiko (ohne Berücksichtigung des operationellen Risikos) beträgt die Kernkapitalquote (Tier I) 10,2 % (31.12.2009: 10,4 %).
