Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Corporate Governance
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat der BAWAG P.S.K., dessen Aufgabe die Kontrolle, aber auch die Unterstützung des Vorstands ist, umfasst sechs internationale und nationale von der Hauptversammlung gewählte Vertreter. Weiters werden vom Betriebsrat drei Vertreter in den Aufsichtsrat entsandt. (Die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats sowie die Zusammensetzung der Ausschüsse sind im Kapitel „Organe" dargestellt.)
Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats beinhaltet die Rechte und Pflichten des Aufsichtsrats, die Definition der einzelnen Ausschüsse des Aufsichtsrats sowie deren Aufgaben. Im Zusammenhang mit der Änderung der Satzung wurde auch die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats überarbeitet, indem einige Bestimmungen vereinfacht und vereinheitlicht wurden.
Die Genehmigung der Gewährung von Darlehen und Krediten sowie anderer Ausgestaltungsformen der Finanzierung einzelner Kreditnehmer oder einer Gruppe verbundener Kunden iS von § 27 BWG (Veranlagungen ab 10 % der anrechenbaren Eigenmittel) ist an den vom Aufsichtsrat eingerichteten Kreditausschuss delegiert. Über die im Kreditausschuss getätigten Großveranlagungen wird dem Aufsichtsrat einmal jährlich berichtet. Der Kreditausschuss ist weiters für die Entscheidung über Organgeschäfte (mit Ausnahme solcher Geschäfte des Aufsichtsrats oder des Vorstands, die an den Vergütungsausschuss delegiert sind) sowie für die Genehmigung von wesentlichen Kredit-Policies zuständig. Zudem berät er den Vorstand in grundsätzlichen Fragen der Kreditrisikopolitik.
Der Prüfungsausschuss beschäftigt sich insbesondere mit der Prüfung der laufenden Rechnungslegung, der Prüfung des Jahresabschlusses, dem Risikomanagement und internen Kontrollsystemen der Bank. Der Ausschuss steht weiters in laufendem Kontakt mit dem Bankprüfer, der Innenrevision sowie dem Compliance Office. Auch die jährlichen Prüfungspläne sowie Berichte über die Tätigkeiten der Innenrevision und des Compliance Office der Bank werden dem Prüfungsausschuss vorgelegt.
Während der Nominierungsausschuss sich mit der Vorstandsnachfolgeplanung und der Auswahl geeigneter Kandidaten für Vorstandspositionen sowie der Vorbereitung der Bestellung befasst, beschäftigt sich der Vergütungsausschuss mit den Beziehungen zwischen dem Unternehmen und den Mitgliedern des Vorstands sowie den Führungskräften der Bank. Er entscheidet beispielsweise über die Zielvorgaben des Vorstands sowie die Vorstandsvergütungen und -verträge. Der Vergütungsausschuss ist weiters für die Entscheidung über Organgeschäfte im Zusammenhang mit Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern zuständig und legt die Remuneration Policy im Rahmen der CRD III und des BWG fest.
Das „Related Parties Special Audit Committee" beschäftigt sich mit allen Finanzierungen und Transaktionen ab einer bestimmten Größenordnung, in welche beherrschende Unternehmen im Sinne von IAS 24 oder diesen nahe stehende Gesellschaften involviert sind. Das „Related Parties Special Audit Committee" soll die Transparenz von Geschäften auf Gesellschafterebene gewährleisten.
Vorstand
Der Vorstand umfasste zum Jahresende 2010 sechs Mitglieder.Die Geschäftsordnung des Vorstands definiert den Verantwortungsbereich und die Aufgaben des Vorstands. Gemäß dieser Geschäftsordnung hat der Vorstand das Recht, Ausschüsse zu bilden und diesen Ausschüssen Statuten zu geben. Folgende Vorstandsausschüsse bestehen:
- das Enterprise Risk Meeting zur Risikosteuerung der gesamten Bank,
- das Credit Policy Committee, welches auf Kreditrichtlinien und -strategien fokussiert ist,
- das Credit Approval Committee, in welchem über Finanzierungen ab einer bestimmten Größenordnung entschieden wird,
- das strategische Asset Liability Committee, welches sich mit strategischen Themen der Kapital- und Liquiditätsplanung beschäftigt,
- das taktische Asset Liability Committee, welches sich mit operativen Themen der Aktiv-Passiv-Steuerung beschäftigt,
- das Legal and Compliance Committee, in welchem die Auswirkungen von neuen bzw. relevanten rechtlichen Vorschriften auf die Bank diskutiert werden.
Den Kreis der Ausschüsse vervollständigt eine Reihe von Committees, die jedoch keine Vorstandsausschüsse darstellen. Hierzu zählen unter anderem:
- das Exposure Review Committee, welches im Jahr 2009 zur laufenden Analyse von bestimmten Kreditengagements gegründet wurde,
- das Capital Management Meeting, welches die Entwicklung der regulatorischen Kapitalquoten sowie der Risk Weighted Assets überwacht,
- das Capital Expenditure Committee, welches über Investitionen ab einer bestimmten Größenordnung entscheidet.
Corporate Governance Kodex
Die BAWAG P.S.K. hat sich im Jahr 2006 freiwillig dem für börsenotierte österreichische Unternehmen geltenden Corporate Governance Kodex unterworfen. Im Jahr 2010 erfolgten weitere Änderungen im Corporate Governance Kodex, die im zweiten Halbjahr in den Kodex der BAWAG P.S.K. übernommen wurden.
Für das Jahr 2009 wurde erstmals ein Corporate Governance Report erstellt, der im Internet veröffentlicht wurde. Für das Jahr 2010 wird ebenfalls ein Corporate Governance Bericht erstellt werden.
Die Überprüfung der Einhaltung des Kodex im Jahr 2010 erfolgte durch unabhängige Dritte: Alle wesentlichen Bestimmungen des Kodex – mit Ausnahme derer, welche die Bank aufgrund der geschlossenen Aktionärsstruktur nicht anwendet – wurden eingehalten.
Compliance
Das Compliance Office ist im Bereich Recht der BAWAG P.S.K. angesiedelt, berichtet jedoch direkt dem Gesamtvorstand. Zusätzlich erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung direkt an den Prüfungsausschuss der Bank.Die wesentlichen Aufgaben des Compliance Office umfassen die Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusbekämpfung, die Überwachung der Einhaltung von Sanktionen, Wertpapier-Compliance, Vermeidung von Insider Trading und Marktmissbrauch sowie von Interessenskonflikten. Es besteht eine Reihe von detaillierten Richtlinien, welche die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften sicherstellen sollen.
Neben sämtlichen relevanten gesetzlichen Regelungen, wie beispielsweise dem Wertpapieraufsichtsgesetz, existiert ein für alle Mitarbeiter verpflichtender Code of Conduct, welcher unter anderem Richtlinien für die Geschäftsgebarung, die Kundenbetreuung, im Fall von Interessenskonflikten sowie zur Vorbeugung von Marktmissbrauch und Geldwäsche beinhaltet.
Personalentwicklung
Führungskräfteentwicklung
Die Arbeit an der Gestaltung einer erfolgreichen Führungskultur wurde unter anderem mit der Initiative „Erfolgreich Führen - Meine Bank" fortgesetzt. In Großgruppenveranstaltungen mit Beteiligung der Vorstandsmitglieder standen die Strategie, die laufenden Entwicklungen und wirtschaftlichen Zusammenhänge der Bank im Mittelpunkt.Mit „LEAD - neue Führungskräfte" hat im Herbst 2010 ein Leaderhip-Development-Programm begonnen, das auch in den folgenden Jahren Führungskräfte des mittleren und unteren Managements beim Start in ihre erste Führungsfunktion unterstützen wird.
Auch 2010 wurde eine Reihe bereichsspezifischer Aktivitäten, vor allem maßgeschneiderte Teambuildings und Strategie-Workshops für Führungsteams, durchgeführt.
Talente-Entwicklung
Der erste Durchgang des Talente-Programms „EMERGE" wurde im Frühling 2010 erfolgreich abgeschlossen. Einige der Teilnehmer, Talente mit Potenzial für relevante Experten- und Führungsfunktionen bankweit, konnten schon neue verantwortungsvolle Rollen übernehmen. Die Vorbereitungen für die zweite Runde im Jahr 2011 sind bereits angelaufen.
Im Bereich Retail Sales etablierte sich der 2010 zum zweiten Mal durchgeführte „Sales Talent Management Prozess" als effektives Instrument der Nachfolgeplanung und Steuerung des Trainingsbedarfs. In dem elektronisch unterstützten Verfahren werden unter anderem auch TeilnehmerInnen für das Retail-Nachwuchsführungskräfte-Programm „TOP Team Vertrieb" nominiert.
Einen Schwerpunkt im Bereich Corporates bildete 2010 das "Sales Empowerment Programm", mit dem Ziel der Steigerung des Cross Selling. Dieses spezifische Entwicklungsprogramm förderte einerseits auf der Ebene der Relationshipmanager die Fähigkeiten zum Cross Selling und des Beziehungsmanagements beim Kunden und andererseits wurden auf der Führungsebene Steuerungs- und Coachingmaßnahmen gezielt zur Zielerreichung ein- und umgesetzt.
Training und Ausbildung
2010 kam der neu entwickelte Trainingsplan im Filialvertrieb zum Einsatz. Ausbildungspläne und Trainings wurden anhand neuer Anforderungsprofile erstellt.
Zusätzlich gab es wieder maßgeschneiderte Initiativen wie Fach- und Verhaltenstrainings in verschiedensten Bereichen der Bank, z.B. im Kundenservice-Center. In diesem Zusammenhang wurde auch der e-learning-Ansatz überarbeitet.
Performance Management
Der neue „Führen durch Ziele" („Management By Objectives" - MbO)-Prozess wurde 2010 erfolgreich eingeführt. Im ersten Schritt wurde bereits eine hohe Durchführungsquote erreicht. Gleichzeitig kamen die neuen BAWAG P.S.K.-Erfolgsfaktoren für die Verhaltensbeurteilung im MbO-Prozess zum Einsatz und bilden damit einen bankweiten Maßstab für eine performanceorientierte und offene Unternehmenskultur.
Corporate Social Responsibility (CSR)
CSR Report
Im April 2010 veröffentlichte die BAWAG P.S.K. den zweiten Corporate Social Responsibility Report (Nachhaltigkeitsbericht). In diesem Bericht werden die Maßnahmen und Fortschritte der BAWAG P.S.K. dokumentiert und unsere Erfolge und Bemühungen zur Nachhaltigkeit angeführt. Auch ein Maßnahmenplan für weitere Verbesserungen ist enthalten. Der Report enthält erstmalig auch den „Communication on Progress"-Bericht (COP) im Rahmen unserer Mitgliedschaft beim UN Global Compact.Der Beitritt zum UN Global Compact erfolgte im April 2009. Der Beauftragte der BAWAG P.S.K. für Corporate Social Responsibility ist zudem Mitglied im Steering Committee of Global Compact, Netzwerk Austria. Im Rahmen des UN Global Compact Netzwerk Austria haben Vertreter der BAWAG P.S.K. an Arbeitsgruppen zu den Themen Nachhaltigkeitsberichterstattung und Anti-Korruption teilgenommen.
Neue Chance Konto
Mit dem „Neue Chance Konto" bieten wir als erste Bank Österreichs seit 1. April 2009 in der PSK BANK ein Konto ohne Zugangsbeschränkungen auf Guthabenbasis und unabhängig von Bonitätskriterien an – österreichweit und flächendeckend. Dieses Konto spricht jene rund 50.000 Menschen in Österreich an, die aus Bonitätsgründen von der wichtigsten Bankdienstleistung, dem Zahlungsverkehr, ausgeschlossen sind.
Das „Neue Chance Konto" findet regen Zuspruch, was eindrucksvoll an den Kundenzahlen abzulesen ist: Ende 2010 hatten wir bereits 7.712 Kunden. Das „Neue Chance Konto" war auch eine Folge unserer intensiven Beschäftigung mit den Menschenrechten und ist für uns sowohl eine Antidiskriminierungsmaßnahme als auch ein Mittel gegen soziale Ausgrenzung.
Ein großer Erfolg für das „Neue Chance Konto" war im Juni 2010 auch die Nominierung zur wichtigsten österreichischen Nachhaltigkeitsauszeichnung, dem „TRIGOS".
Charta der Vielfalt
Im Rahmen unserer Diversitybemühungen hat die BAWAG P.S.K. im November als eines der ersten Unternehmen Österreichs die „Charta der Vielfalt" unterzeichnet. Die Ziele der Charta der Vielfalt sind klar definiert und dienen als Leitfaden für alle Unterzeichnenden. Die Charta schärft das Bewusstsein für den breiten Nutzen von Diversity in Wirtschaft und Gesellschaft und forciert den Diskurs zwischen verschiedensten Interessengruppen. Die Unterzeichnenden treten für die Steigerung von wechselseitigem Respekt, Toleranz und Wertschätzung im Hinblick auf Vielfalt in der Organisation ein.Einen vollständigen Überblick unserer CSR Aktivitäten sowie Zahlenmaterial zu Umwelt und Personal finden Sie im CSR Report 2010.
Sponsoring
Die BAWAG P.S.K. konzentrierte sich im Sponsoring auch 2010 auf die Bereiche Kultur, Bildung und Soziales. Schwerpunkt des Kunstengagements war die Neueröffnung der Galerie BAWAG Contemporary in unmittelbarer Nähe zur Zentrale der Bank. Am Franz-Josefs-Kai 3 zeigt die Galerie, die sich als Schnittstelle zwischen den Kunstszenen verschiedener Metropolen versteht, zeitgenössische bildende Kunst, die den künstlerischen Positionen und Konzepten der jüngeren Generation verpflichtet ist.
Im Bereich Kultur engagiert sich die Bank auch in Musik, Design, Architektur, Theater und Film. Im sozialen Sektor arbeiten wir mit karitativen Organisationen, insbesondere mit der Caritas und den Rote Nasen Clowndoctors, eng zusammen und haben gegen Jahresende auch die interaktive Spendenplattform www.meinespende.at gelauncht. Im Bildungsbereich suchen wir verstärkt Kooperationen mit berufsbildenden höheren Schulen.
Die BAWAG P.S.K. versteht sich bei allen Projekten als aktiver Sponsoringpartner. Wir streben längerfristige Partnerschaften an, um gemeinsam Projekte und Ideen zu entwickeln. Durch die oft langjährige Zusammenarbeit mit einzelnen Institutionen und Projektpartnern lassen sich leichter Synergien finden und verwirklichen.
Eine Übersicht über die Sponsoring-Aktivitäten der BAWAG P.S.K. ist unter http://www.bawagpsk.com/sponsoring zu finden.
