Wesentliche Ereignisse des Geschäftsjahres
Änderungen im Vorstand
Sanjay Sharma wurde mit 1. Jänner 2010 als Chief Operating Officer bestellt. Er konnte langjährige Erfahrung bei der Barclays Bank plc sammeln und ist seit August 2008 bei der BAWAG P.S.K. als Managing Director für Operations tätig gewesen.
Christoph Raninger wurde mit Wirkung vom 17. Mai 2010 zum Mitglied des Vorstands, verantwortlich für den Bereich Financial Markets, bestellt. Er folgte damit Carsten Samusch, der im Jänner 2010 erklärte, dass er nicht um eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrages ersuchen werde. Inzwischen leitet Christoph Raninger das Ressort „Corporate and Financial Markets" und übernahm den Bereich Firmenkunden von Regina Prehofer, die Ende August 2010 aus dem Vorstand ausschied. Christoph Raninger war vor der Übernahme dieser Funktion in der BAWAG P.S.K. Managing Director und Vorstandsmitglied der UniCredit CAIB AG und in dieser Funktion für das Geschäftsfeld „Markets and Investment Banking" verantwortlich.
Am 1. Oktober 2010 übernahm Andreas Arndt die Funktion des Chief Financial Officer. Er war zuvor viele Jahre in leitenden Positionen in der Deutsche Bank Gruppe tätig, unter anderem war er Mitglied des Vorstandes der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG.
Das Vorstandsressort „Privat- und Geschäftskunden" wird seit 1. November 2010 von Wolfgang Klein geleitet. Wolfgang Klein war die letzten zehn Jahre für die Deutsche Postbank tätig, davon zwei Jahre in der Funktion als CEO, und die vorhergehenden Jahre als Vorstandsmitglied, verantwortlich für die verschiedenen Bereiche des Retailgeschäfts.
Änderungen im Aufsichtsrat
Am 30. Juni 2010 trat Scott Parker als Mitglied des Aufsichtsrats der BAWAG P.S.K. zurück.
Durch die Ernennungen von Ronald E. Kolka am 6. August 2010 und von Keith Tietjen am 5. Oktober 2010 wurde der Aufsichtsrat aufgestockt.
Kapitalzuschüsse und Genehmigung der EU-Kommission
Zwischen der BAWAG P.S.K., ihren Aktionären und der Republik Österreich wurde im Jahr 2009 eine Grundsatzvereinbarung über die Zeichnung von Partizipationskapital der BAWAG P.S.K. durch die Republik Österreich im Ausmaß von 550 Mio EUR sowie eine Garantie der Republik Österreich für bestimmte Aktiva in der Höhe von maximal 400 Mio EUR unterzeichnet. Darüber hinaus leisteten die Eigentümer im August 2009 einen Zuschuss von insgesamt 205 Mio EUR. Mit Wirkung vom 22. Juni 2010 verzichtete die Bank in vollem Umfang auf die Garantie der Republik Östereich.
Am 30. Juni 2010 genehmigte die EU-Kommission das Hilfspaket. Diese Genehmigung umfasst bestimmte Auflagen und Kompensationsmaßnahmen, welche die Bank in den kommenden Jahren zu erfüllen hat.
Diese kompensatorischen Maßnahmen umfassen die Veräußerung bestimmter Nicht-Kernbeteiligungen, ein vorübergehendes Dividendenverbot, Beschränkungen bei Investitionen in außerösterreichische Geschäftszweige und die frühzeitige Tilgung bestimmter Wertpapiere.
Moody’s Rating der BAWAG P.S.K.
Im Oktober 2010 führte die Ratingagentur Moody's eine Überprüfung des Ratings der BAWAG P.S.K. durch, die auf den Halbjahreszahlen 2010 basierte.
Trotz des anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeldes wurde das Rating der BAWAG P.S.K. am 14. Jänner 2011 unverändert bestätigt und wie bereits letztes Jahr mit einem „stable outlook" versehen. Dies ist als zufrieden stellendes Ergebnis anzusehen.
Langfristige Anleihen der BAWAG P.S.K. sind mit Baa1 geratet, kurzfristige Verbindlichkeiten mit P2, das Financial Strength Rating ist D. Das Rating für Hybridkapitalpapiere blieb unverändert bei B2.
In den Ratingerläuterungen wurden die umfangreichen Verbesserungen in der Bank begrüßt, besonders gewürdigt wurden die Verbesserungen auf der Risikoseite sowie die intensivierte Zusammenarbeit mit der Österreichischen Post AG, welche sich positiv auf das Retailnetzwerk auswirken wird.
Die Ratingeinstufung erfolgt als „stable outlook".
Rechtliche Aspekte
SPhinX
Anfang März 2008 wurde von SPhinX-Gesellschaften beim Supreme Court of the State of New York eine Klage gegen mehr als fünfzig Beklagte, darunter auch die BAWAG P.S.K., eingebracht. In dieser Klage ist kein konkreter Klagsbetrag genannt.Im New Yorker Verfahren sind noch verschiedene Anträge auf Zurückweisung dieser Klage anhängig. Daneben finden die Beweisaufnahmen (Erhebung und Sichtung von Dokumenten) statt, Zeugeneinvernahmen fanden bereits in mehrtägigen Hearings statt. Die BAWAG P.S.K. hat ihre Forderungen aus nicht rückgelösten Investments in SPhinX Funds im Umfang von ca. 29,4 Mio USD bei den Liquidatoren von SPhinX geltend gemacht.
Die Verfahren gestalten sich langwierig und es sind deren Abschlüsse nicht absehbar.
Die Forderungen der Bank sind nach wie vor nicht anerkannt, die zwischenzeitig vorgelegten Verteilungsentwürfe der Liquidatoren sind insgesamt umstritten.
Änderungen im Beteiligungsportfolio
BAWAG P.S.K. Versicherung
Im Jänner 2010 wurde ein weiterer Anteil von 24,99 % an der BAWAG P.S.K. Versicherung AG an die Generali Holding Vienna AG verkauft. Infolgedessen reduzierte sich der Anteil von 49,99 % auf 25 % plus eine Aktie.Um den Anforderungen des Marktes und dem signifikanten Wachstum der Gesellschaft gerecht zu werden, wurde zur Stärkung der Eigenmittelausstattung der BAWAG P.S.K. Versicherung im Geschäftsjahr 2010 ein Gesellschafterzuschuss geleistet, an dem die BAWAG P.S.K. im Ausmaß ihrer Anteilsquote teilnahm.
MKB Bank Zrt.
Mit Wirkung vom 1. Dezember 2010 hat die ungarische MKB Bank Zrt. eine Kapitalerhöhung im Volumen von umgerechnet rund 172 Mio EUR durchgeführt. Die BAWAG P.S.K. Gruppe hat über die P.S.K. Beteiligungsverwaltung GmbH aliquot an dieser Kapitalerhöhung teilgenommen und hält damit weiterhin einen Anteil von 9,77%. Der Kapitaleinsatz betrug rund 17 Mio EUR. Die den Aktionären nahe stehende Antoinette Holding Ltd. hat nicht an der Kapitalerhöhung teilgenommen. Gemeinsam halten die P.S.K. Beteiligungsverwaltung und die Antoinette Holding Ltd. nach Kapitalerhöhung einen Anteil von 10,11%.Restrukturierung ausländischer Gesellschaften
Im Zuge einer umfassenden Umstrukturierung unserer in Liechtenstein und Irland tätigen Beteiligungen und Tochtergesellschaften wurden mehrere Schritte zur Vereinfachung der Gesellschaftsstruktur vorgenommen. Nach den im Jahr 2010 begonnenen und derzeit in Abschluss befindlichen Liquidationen der irischen Gesellschaften wird sich die Bank in Kürze aus Irland zurückgezogen haben. Die Anzahl der in Liechtenstein tätigen Anstalten wurde aufgrund von Verschmelzungen auf eine reduziert.Sonstige wesentliche Änderungen im Beteiligungsportfolio
Weitere Liquidationen
Die Liquidationsprozesse der BAWAG International Finance Ltd. (Irland), der BAWAG P.S.K. Jersey Auto Finance Ltd., der Auto Finance Jersey I Ltd. und der Auto Finance Jersey II Ltd. konnten 2010 abgeschlossen werden.Immobilien
Auch im Geschäftsjahr 2010 wurde unsere Immobilienstrategie konsequent fortgesetzt. Es wurden Liegenschaften, sowohl im Wege von asset als auch von share deals, in einem Volumen von rund 41,4 Mio EUR veräußert.Leasing- und Immobilienprojekt „Simple"
Im laufenden Geschäftsjahr wurde eine umfassende Restrukturierung und Vereinfachung der Leasing-Struktur beschlossen, welche folgende Schritte beinhaltet:
- Liquidation bzw. Verschmelzung von nicht mehr notwendigen Gesellschaften
- Strukturierung nach Geschäftssegmenten
- Auflösung der stillen Gesellschaften.
Einige dieser Schritte konnten bereits umgesetzt werden. Die Einbringung der CEE-Töchter in eine neue Holding ist in Bearbeitung.
Im Immobilienbereich wurden die BPI Holding GmbH und die IDG Immobilien Development Gesellschaft m.b.H. mit der BAWAG P.S.K. IMMOBILIEN GmbH verschmolzen.
Veräußerung Versicherungsdienst
Im Geschäftsjahr 2007 wurde eine Minderheitsbeteiligung von 49,99 % am Versicherungsmakler der BAWAG P.S.K., die „BAWAG P.S.K. Versicherungsdienst GmbH", an die Generali verkauft. Im Geschäftsjahr 2010 wurden die restlichen 50,01 % an die BAWAG P.S.K. Versicherung AG veräußert.
Veräußerung APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft
Der 4,25%-Anteil an der APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft wurde Ende 2010 veräußert.
