Segmentberichterstattung

Grundlage für die Segmentierung ist die am 31. Dezember 2010 gültige Konzernstruktur.

In der Segmentberichterstattung spiegeln sich die Resultate der in den BAWAG P.S.K. Konzern eingebundenen operativen Geschäftssegmente wider. Als Grundlage für die nachfolgenden Segmentinformationen dient IFRS 8 „Operating Segments", der dem sogenannten „Management-Ansatz" folgt: Die Segmentinformationen werden auf Basis des internen Berichtswesens bestimmt, das dem Vorstand dazu dient, die Leistung der Segmente zu beurteilen und Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen auf die Segmente zu treffen.

Der Erfolg jedes einzelnen Segments wird anhand des operativen Ergebnisses sowie der Kennzahlen Return on Equity und Cost/Income-Ratio gemessen. Die Eigenkapitalrendite errechnet sich aus dem Verhältnis des operativen Ergebnisses vor Steuern zum regulatorischen Kapital (Tier I). Die Aufwandsquote im operativen Geschäft spiegelt die Kosteneffizienz der Segmente wider; sie errechnet sich aus dem Verhältnis von operativem Aufwand zu Erträgen vor Risikovorsorge.

Die Darstellung der Segmente in der Managementberichterstattung beruht auf den Grundsätzen der Marktzinsmethode, wonach der Zinsüberschuss des Konzerns kalkulatorisch den einzelnen Unternehmensbereichen zugeordnet wird. Dieser Methodik folgend wird unterstellt, dass Aktiv- und Passivpositionen über entsprechend fristenkongruente Geschäfte am Geld- und Kapitalmarkt refinanziert und demgemäß zinsrisikolos gestellt werden.

Änderungen in der Segmentstruktur können aus Umstrukturierungen und veränderten Managementverantwortungen resultieren. Im Geschäftsjahr 2010 gab es folgende Veränderungen mit wesentlichen Auswirkungen auf die Segmentberichterstattung:

  • Im Laufe des Geschäftsjahres wurde die Managementverantwortung für das gesamte Immobilien- und Leasinggeschäft auf das Segment Corporates übertragen.
  • International Business wurde aus dem Segment Corporates ausgegliedert und ab 2010 als eigenes Segment reportet.
  • Im früheren Geschäftsfeld ‚Treasury‘ kam es im laufenden Geschäftsjahr zu einer umfassenden Restrukturierung. Das Ergebnis aus Trading und Investment mündet nun im Segment Financial Markets, Eigenkapitalanlage und Funding sowie das gesamte Asset Liability Management wird im Corporate Center/Asset Liability Management verantwortet.
  • Die Zuordnung von Tochtergesellschaften wurde im Zuge der Neuordnung der Segmente entsprechend modifiziert.

Vergleichsperioden wurden in Bezug auf sämtliche oben genannte Punkte rückwirkend angepasst.

Darstellung der Segmente:

Darstellung der Segmente:
in Millionen Euro   Privat- und Geschäfts-kunden Firmen-kunden Internationales Geschäft
Financial Markets Kern-
geschäft
Corporate Center / ALM
Summe
Nettozinsertrag
2010 305,0
 178,2 78,2
 60,6 621,9
 28,0 649,9
2009  335,6  173,5  34,9  77,1  620,9  -56,6  564,3
Erträge und Aufwendungen aus Gebühren und Provisionen
2010  122,8  77,1  -4,0  1,5  197,5  -38,0  159,4
2009  110,0  66,4  9,2  0,1  185,7  -30,9  154,8
Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden
2010  3,8  3,3  0,3  19,2  26,7  129,1  155,8
2009  3,5  5,2  –  19,0  27,7  111,2  138,9
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
2010  0,3  3,1  –  –  3,4  -7,8  -4,4
2009  -1,1  13,7  –
 12,6  17,3  29,9
Gesamterlös
2010  431,9  261,7  74,5  81,4  849,5  111,2  960,8
2009  448,0  258,7  44,1  96,2  846,9  41,0  887,9
Rückstellungen und Wertberichtigungen
2010  -85,5  -13,1  –  –  -98,6  -101,1  -199,7
2009  -89,1  -65,1  –  -0,7  -154,9  -81,9  -236,7
Erlöse nach Risikokosten
2010  346,4  248,7  74,5  81,4  751,0  10,1  761,1
2009  358,9  193,7  44,1  95,4  692,1  -40,8  651,2
Verwaltungsaufwand
2010  -352,7  -100,2  -14,2  -29,6  -496,8  -47,7  -544,5
2009  -356,6  -98,9  -6,9  -24,5  -486,9  -41,0  -527,8
Planmäßige Abschreibungen aus immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen
2010  -32,9  -12,3  -0,9  -2,4  -48,5  -25,3  -73,8
2009  -38,4  -14,7  -0,8  -2,7  -56,6  -23,7  -80,3
Operative Aufwendungen
2010  -385,6  -112,6  -15,2  -32,0  -545,3  -73,1  -618,3
2009  -395,0  -113,6  -7,6  -27,2  -543,5  -64,7  -60,1
Operatives Ergebnis
2010 -39,2
 136,1  59,3  49,4  205,7  -62,9  142,7
2009  -36,2  80,0  36,5  68,3  148,6  -105,5  43,1
Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
2010
 –  –
 –  -4,7  -4,7
2009
 –  –  –  –  -8,0  -8,0
Jahresüberschuss/-fehlbetrag
vor Steuern
2010  -39,2  136,1  59,3  49,4  205,7  -67,6  138,0
2009  -36,2  80,0  36,5  68,3  148,6  -113,5  35,1
Vermögen
2010  7.189,9  16.983,9  1.846,6  4.464,0  30.484,4  8.072,0  38.556,4
2009  6.935,1  16.149,2  1.133,0  5.411,4  29.628,7  11.595,8  41.224,5
Refinanzierung des Geschäfts
2010  18.894,7  3.515,3  –  –  22.410,0  16.146,4  38.556,4
2009  19.606,4  4.167,0  2,1  –  23.775,6  17.449,0  41.224,6
Risikogewichte Aktiva
2010  3.897,6  9.123,6  1.886,8  968,2  15.876,2  5.549,8  21.426,0
2009  3.924,8 7.968,3
 1.541,9 1.623,7
 15.058,7  4.605,0  19.663,7

 

Im Segment Privat- und Geschäftskunden sind die Vertriebsschienen des Filialgeschäfts, Alternativer Vertrieb und der Bereich Small Business zusammengefasst.

Ebenso sind die Töchter easybank und BAWAG P.S.K. Invest enthalten. Der Zinsüberschuss des Segments Retail wird maßgeblich von den Erträgen aus dem Passivgeschäft beeinflusst. Hier war im Berichtsjahr weiterhin intensiver Wettbewerb und anhaltender Druck auf die Margen zu beobachten. Vor dem Hintergrund der guten Liquiditätsausstattung der Bank war es nicht erforderlich, Veränderungen am Markt im vollen Umfang zu absorbieren. Allerdings resultieren die Bestandsreduzierung sowie die verbleibende Belastung der Passivmargen dennoch in einer Beeinträchtigung des Konditionenbeitrags aus dem Passivgeschäft. Das Aktivgeschäft des Segments konnte dagegen aufgrund des guten Neugeschäfts leicht verbessert zum Zinsüberschuß beitragen. Deutlich positiv im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Provisionsgeschäft entwickelt. Hierzu trugen unter anderem stark ausgeweitete Wertpapierprovisionen bei. Positiv auf das Segmentergebnis wirkte außerdem die Verbesserung der Kostenbasis.

Im Segment Firmenkunden finden sich u.a. die Profitcenter Kommerzkunden – Vertrieb & Märkte, öffentliche Hand, Projektfinanzierungen, sozialer Wohnbau, institutionelle Kunden und Banken. Die BAWAG P.S.K. deckt hier ein breites Spektrum an Produkten für unsere überwiegend heimischen Kunden ab. Dieses umfasst sowohl Standardprodukte als auch maßgeschneiderte Finanzierungs- und Veranlagungsformen, welche die BAWAG P.S.K. als verlässlichen Partner der österreichischen Wirtschaft auszeichnen.

Dem Segment ist ab 2010 der Teilkonzern Leasing zugeordnet worden.

Das Ergebnis vor Steuern des Segments Corporates konnte im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert werden. Hierzu haben sowohl die Ausweitung des Kreditbestands in Verbindung mit einer erneuten Verbesserung der Zinsmargen sowie die Steigerungen im Cross Selling beigetragen. Sehr erfreulich hat sich darüber hinaus im Jahr 2010 die Risikovorsorge entwickelt. Dies spiegelt das konservative Profil des Kreditportfolios wider.

Das internationale Geschäft der Bank wird unterteilt in die Bereiche International Corporates und Commercial Real Estate.

Unter strikter Beachtung der restriktiven Risiko-Richtlinien wurde im Berichtsjahr das Geschäftsvolumen deutlich ausgebaut. International Corporates investiert überwiegend in Unternehmensanleihen und Kredite mit Investment-Grade- und Non-investment-Grade-Status sowohl in Euro als auch teilweise in US-Dollar. Ende 2010 betrug der Buchwert dieses Portfolios ca. 1,8 Mrd EUR (Ende 2009: ca. 1,1 Mrd EUR).

Der Geschäftsbereich Financial Markets wurde im Laufe des Jahres 2010 auf eine neue markt- und kundengerechte Struktur ausgerichtet und umfasst jetzt die Teilbereiche FX, Commodities and Execution, Rates und Credit Markets. Das Funding sowie die Eigenkapitalanlage wurden ausgegliedert und seit 2010 im Corporate Center/ALM verantwortet. Financial Markets steuert die Investment- und Trading-Aktivitäten des Konzerns. Während im operativen Trading- und Veranlagungsgeschäft deutliche Zugewinne erzielt werden konnten, reduzierte sich der Nettozinsertrag durch die gezielte Verringerung der Bankbuchbestände im Rahmen der Zinspositionierung.

Das Segment Corporate Center/ALM umfasst nun im Wesentlichen die Aktivitäten des Aktiv-Passiv-Managements, Funding-Portfolien, die Eigenkapitalanlage sowie unter anderem das strukturierte Kreditportfolio sowie weitere Bank- und Nichtbankentöchter und Portfolien. Weiters sind das Ergebnis aus Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft zählen, und Konsolidierungseffekte sowie Überleitungspositionen zum Ausgleich von Bewertungs- und Ausweisunterschieden zwischen Segmentrechnung und Gewinn- und Verlustrechnung enthalten.

Die Position Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden wird wesentlich von der Bewertung unserer Veranlagungen und Eigenen Emissionen sowie von Gewinnen aus dem Verkauf von Wertpapieren beeinflusst. Wie auch im Vorjahr kam es im Jahr 2010 zu einer weiteren Verringerung der Risikoaufschläge am Kapitalmarkt. Dies führte zu positiven Bewertungsergebnissen im Bereich des strukturierten Kreditportfolios. Auch aus dem Verkauf von assoziierten Unternehmen und Tochterunternehmen konnten weitere Gewinne vereinnahmt werden. Aufgrund einer geänderten Investmentstrategie und im Rahmen der Zinspositionierung kam es im laufenden Geschäftsjahr zu Verkäufen von Wertpapieren und Gewinnrealisationen. Diese Gewinne wurden zur Abdeckung von Aufwendungen aus der erfolgswirksamen Bewertung der zum Fair Value bilanzierten Eigenen Emissionen und sonstiger Auswirkungen aus Hedging-Maßnahmen und Bewertungen verwendet. Insgesamt ergab sich aus diesen Maßnahmen ein positiver Überschuss.

Die Wertberichtigungen enthalten u.a. Kreditrisikovorsorgen in Tochtergesellschaften, welche dem Segment zugeordnet sind, sowie außerplanmäßige Abschreibungen von Beteiligungen (42,2 Mio EUR), von Firmenwerten (8,0 Mio EUR) und von Immobilien (12,0 Mio EUR). Die Verwaltungsaufwendungen des Segments enthalten Aufwendungen der hier abgebildeten Tochtergesellschaften, zentrale Positionen bspw. aus Gesamtbankprojekten und insbesondere die Restrukturierungsaufwendungen des Jahres 2010.

Das Segmentergebnis kann wie folgt auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übergeleitet werden:

in Millionen Euro
 20102009
Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden gemäß Segmentbericht
 155,9  138,9
den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbare Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten
 11,2  186,6
Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
 167,1 325,5

 

in Millionen Euro
 20102009
Jahresüberschuss vor Steuern gemäß Segmentbericht
 138,1 35,2
den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbare Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten
 11,2  186,6
Jahresüberschuss vor Steuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung  149,3  221,8

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