Risikobericht

Einführung und Überblick

Das Risikomanagement und die entsprechenden Gremien der BAWAG P.S.K. identifizieren, quantifizieren, überwachen und steuern alle Risiken der BAWAG P.S.K. Gruppe. Hierbei besteht auf allen organisatorischen Ebenen der Bank, durchgängig und beginnend mit der Funktion des Chief Risk Officers als Mitglied des Vorstands, eine strikte Trennung in Markt und Marktfolge. Aufgrund des Einsatzes von Finanzinstrumenten bestehen die folgenden Risiken, die im Risikomanagement durch klare Überwachungs- und Steuerungsprozesse adressiert werden:
  • Kreditrisiko
  • Marktrisiko
  • Liquiditätsrisiko
  • Beteiligungsrisiko
  • Operationelles Risiko

Der vorliegende Risikobericht informiert über die Positionierung der Gruppe gegenüber diesen angeführten Risiken.

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Risikomanagement – Risikoorganisation

Die Risikostrategie wird vom Gesamtvorstand der BAWAG P.S.K. festgelegt. Die Grundsätze des Risikomanagements, die Festlegung von Limiten für alle relevanten Risiken sowie die Verfahren zur deren Überwachung sind in Risikohandbüchern und Arbeitsrichtlinien festgehalten. Der Gesamtvorstand wird monatlich über die Gesamtrisikosituation sowie die Lage in den spezifischen Risikoarten informiert. Quartalsweise erfolgen Risikoberichte an die Kontrollausschüsse des Aufsichtsrates.

Die risikopolitischen Vorgaben sowie die Risikosysteme werden regelmäßig hinsichtlich ihrer Adäquanz gegenüber geänderten Marktbedingungen wie auch gegenüber Veränderungen im Angebot von Produkten und Dienstleistungen überprüft. Im Lauf des Jahres 2010 wurde das Risikomanagement der BAWAG P.S.K. Gruppe im Rahmen eines bankweiten Projektes zur Effizienz- und Produktivitätssteigerung in den folgenden vier Bereichen konzentriert:
  • Kommerzielles & Institutionelles Risiko
  • Kreditrisiko Privat- & Firmenkunden (Kreditrisiko der Segmente und Operationelles Risiko)
  • Marktrisiko (Marktspezifische Risiken und Liquiditätsrisiko)
  • Risikoreporting

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44 | Kreditrisiko

Als Kreditrisiko wird das allgemeine Risiko verstanden, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Im Rahmen des Risikomanagements berücksichtigt und konsolidiert die BAWAG P.S.K. alle Kreditrisikokomponenten und -aggregate, wie das Ausfallsrisiko einzelner Schuldner bzw. Schuldnergruppen, das Länderrisiko und das Branchenrisiko.

Im Rahmen der organisatorischen Gliederung der für das Kreditrisiko zuständigen Bereiche besteht eine funktionale Spezialisierung in der Risikosteuerung für die Kundensegmente Kommerz & Institutionen bzw. Privat & KMU. Die Aggregation der einzelnen Risikoindikatoren und das periodische Reporting erfolgt in einem einheitlichen Prozess in der Verantwortung des Bereiches Risikoreporting.

Die Bonitätseinschätzung erfolgt im Kundensegment „Retail", - das Privat- und Small Business-Kunden umfasst, über ein automatisiertes Scoringverfahren. Dieses besteht aus einem Antrags-Scoring, das auf bewährten und anerkannten mathematisch-statistischen Methoden beruht, sowie einem Verhaltens-Scoring, dem die Kontogestion des Kunden zugrunde liegt. Auf dieser Basis wird eine monatlich aktualisierte Bonitätseinschätzung unserer Kunden erstellt.

Für die überwiegende Mehrzahl der Kommerzkunden der BAWAG P.S.K. liegt keine Risikoeinschätzung (Rating) durch externe Rating-Agenturen vor. Vor Übernahme neuer Risiken bzw. der Ausweitung bestehender Positionen sowie bei der turnusmäßigen oder anlassbezogenen Aktualisierung der Risikoeinschätzung erfolgt eine Bonitätsanalyse der Kreditnehmer auf Basis eines dem Kundensegment entsprechenden internen Rating-Verfahrens. Dabei stützen sich die von der BAWAG P.S.K. entwickelten Rating-Verfahren grundsätzlich auf ein breites Spektrum quantitativer und qualitativer Faktoren. Die auf diese Weise ermittelte Risikoeinstufung wird über eine einheitliche BAWAG P.S.K.-Masterskala transformiert und jedem Kunden als dessen individuelle, geschätzte Ausfallswahrscheinlichkeit zugeordnet.

Alle Risikokomponenten außerhalb des kleinvolumigen Privatkundensegments werden in der BAWAG P.S.K. Gruppe grundsätzlich auf der Aggregationsebene von Einzelkunden bzw. Kundengruppen zusammengeführt. Um Klumpenrisiken auf Kunden- und Kundengruppenebene aufzuzeigen, sind in Abhängigkeit von Risikoklasse und Höhe aushaftender Forderungen Berichtspflichten an Vorstand und Aufsichtsrat definiert.

Adjustierte Risikopolitik im Privat- und Geschäftskundensegment

Implementierung einer Mahnsoftware für Privat- und Geschäftskunden

Im August 2010 wurde eine neue Software für die briefliche und telefonische Mahnbearbeitung von Privat- und Geschäftskunden eingesetzt. Durch den Einsatz der neuen Software konnten folgende Verbesserungen erzielt werden:

  • Die Software ermöglicht die automatische Differenzierung der Kunden nach Ausfallswahrscheinlichkeiten und gewährleistet so eine zielgerichtete Bearbeitung der einzelnen Segmente.
  • Höchstmöglicher Automationsgrad ermöglicht Bündelung der Ressourcen zur frühzeitigen Intervention, was einerseits risikominimierend für die Bank ist und andererseits zur Kundenzufriedenheit beiträgt.
  • Anbieten sowie zeitnahes Einfordern von Rückzahlungsvereinbarungen verhindert den Ausfall wesentlicher Teile des Portfolios.
Fortsetzung Effizienzsteigerung der Kreditprozesse im Geschäftskundensegment ("Small Business")

Das im November 2009 begonnene Programm zur Verbesserung der Kreditprozesse im Geschäftskundensegment wurde konsequent fortgeführt.

Die wesentlichen Zielsetzungen aller Maßnahmen sind:

  • Erhöhung der Kundenzufriedenheit durch die Beschleunigung von Entscheidungen
  • Erhöhung des Automationsgrades, um zusätzliche Beraterkapazitäten für unsere Kunden zu schaffen
  • Konsequente Umsetzung regulatorischer Anforderungen zur Risikobeurteilung des Portfolios.

Durch die Umsetzung eines automatisierten Prozesses zur Beurteilung und Durchführung von Limitprolongationen für Kunden innerhalb definierter Obligogrenzen konnte auch heuer wieder ein wesentlicher Meilenstein erreicht werden.

Verbesserung der Schnittstellen im KMU Segment

Im Bereich „Kleine und Mittlere Unternehmen" wurde das Hauptaugenmerk auf die Verbesserung der Schnittstellen zwischen Markt- und Risikobereich gelegt. Es wurden bestehende Prozesse gestrafft und vorhandene Systeme ausgebaut.

Besonders hervorzuheben ist die Erweiterung des Customer-Relationship-Management-Systems, wodurch die Abwicklung und das Monitoring von Auflagen bei Kreditentscheidungen sowie Abwicklung und das Monitoring der jährlichen Risikoprüfungen wesentlich vereinfacht werden konnten.

Bewertung von Wohn- und Gewerbeimmobilien

Die Wertermittlung für Wohnimmobilien im Inland erfolgt ausschließlich durch die zentrale Fachabteilung Immobilienbewertung nach einer weitgehend standardisierten Methode unter Zuhilfenahme eines Bewertungstools. Insgesamt wurden der BAWAG P.S.K. knapp 45.000 Wohnimmobilien als Sicherheit gestellt. Die turnusmäßige Überprüfung bzw. Aktualisierung der Wohnimmobilienwerte erfolgt automationsgestützt auf Basis der Entwicklung des Immobilienpreisindex des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich.

Gewerbeimmobilien werden von Sachverständigen in der zentralen Fachabteilung Immobilienbewertung oder von ausgewählten externen Gutachtern im Auftrag der Bank bzw. eines Konsortialpartners individuell nach erfolgter Vor-Ort-Besichtigung und voller Befundaufnahme bewertet. Insgesamt wurden der BAWAG P.S.K. etwa 2.800 Gewerbeimmobilien als Sicherheit gestellt.

Verbesserung und Weiterentwicklung der Scorecards und Ratingsysteme

Im Rahmen der periodischen Überarbeitung der Scorecards und Ratingsysteme wurden folgende Maßnahmen umgesetzt:

Im zweiten und dritten Quartal 2010 wurde das Ratingverfahren „Standardkommerz" überarbeitet. Dadurch konnte eine Verbesserung der Trennschärfe sowie eine verbesserte Akzeptanz im Vertrieb erzielt werden. Weiters wurde ein neues Ratingverfahren für den Bereich Standardkommerz-Ausland festgelegt. Im vierten Quartal 2010 erfolgte die IT-technische Implementierung und im ersten Quartal 2011 der operative Einsatz.

Bei den Verhaltensscorekarten wurden die Ergebnisse der Validierung herangezogen, um die Trennschärfen im jährlichen Zyklus zu verbessern.

Des weiteren wurden die Leasing Privat Scorekarte und die Consumer Loan Scorekarte überarbeitet und neu eingesetzt.

Portfolioentwicklung 2010

Das Portfoliovolumen in den Segmenten Corporate und Retail stieg 2010 weiter an, während die Ausleihungen an den öffentlichen Sektor leicht rückläufig waren.

Kreditrisiko je Kundensegment zum 31.12.2010, in Millionen Euro 1)

Kreditrisiko je Kundensegment, in Millionen Euro
Segment Buchwert Kredite 2) Wertpapiere Außerbilanzielle Geschäfte Gesamtrisiko

31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009
Banken 1.502
2.640 4.646
5.006 754
802 6.902
8.448
Öffentlicher Sektor 4.697
6.199 1.459
3.258 746
692 6.902
10.149
Unternehmen 11.608
10.391 3.912
3.022
2.654
2.411 18.174
15.824
Small Business
1.352
1.377 18
16 139
132 1.509
1.525
Retail Privatkunden 5.664
5.467 213
88 5.877
5.555
Sonstige 1 1
36 1
37
Summe 24.823
26.075 10.035
11.302 4.507
4.161 39.365
41.538

1) Zum Gesamtrisiko zählen Buchwerte und bilanzneutrale Positionen, wie Garantien und nicht in Anspruch genommene Kontolimits.

2) Inklusive fair-value-bewerteter Aktiva.

Anzahl der Kunden und Volumen in Größensegmenten zum 31.12.2010

Geografische Verteilung des Kreditportfolios zum 31.12.2010, in Millionen Euro

Die Übersicht zeigt das Nettoexposure in einer Ultimate-Risk-Darstellung, nach Regionen gegliedert. In dieser Darstellung werden die offenen Volumina ihrem tatsächlichen Risikoland zugeordnet (z.B. werden von der Republik Österreich garantierte Exportförderungskredite dem Land Österreich zugeordnet).

Den überwiegenden Schwerpunkt der Außenstände der BAWAG P.S.K. Gruppe bilden Finanzierungen österreichischer Kunden; bereits in deutlich geringerem Ausmaß folgen Außenstände westeuropäischer Kunden. Darunter finden sich auch in geringem Ausmaß Forderungen gegenüber Staaten mit hohen Budgetdefiziten, die in der folgenden Übersicht dargestellt werden.

Kreditportfolio in Staaten mit hohen Budgetdefiziten

Kreditportfolio in Staaten mit hohen Budgetdefiziten
in Millionen Euro Netto-Exposure Bank Nicht-Bank Staat
31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009
Griechenland 41
99
4
41
95
Irland
108
529
40
181
68
39
310
Italien
648
572
559
503
90
67
1
Portugal 66
44
22
Spanien 532
486
212
135
308
285
12
65

Die Forderungen in Griechenland umfassen fast ausschließlich Staatsanleihen, während das Forderungsvolumen in Spanien und Italien überwiegend von Forderungen an drei große Banken bestimmt wird. Das Irlandvolumen besteht aus Forderungen an Kommerzkunden, die in Irland registriert sind und besicherten Forderungen an eine ausländische in Irland registrierte Bank.

Nach dem Verkauf der Istrobanka in der Slowakei sowie der BAWAG Bank CZ in der Tschechischen Republik bestehen in Zentral- und Osteuropa geringe Nettoexposures, die im Wesentlichen aus einer Minderheitsbeteiligung an einer Bank in Ungarn und von der BAWAG Banka d.d. in Slowenien stammen. 

Kreditportfolio in Zentral- und Osteuropa zum 31.12.2010

Kreditportfolio in Zentral- und Osteuropa
in Millionen Euro Netto-Exposure1) Bank Nicht-Bank Staat
31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009
Slowenien 606
843  20 27 586
817  –
Slowakei  48 51  –  48 51  –
Euroraum 654
895 20
27 634
868
Ungarn  234 310  121 169  113 131  – 10
Tschechien  158 136  10 6  141 123  6 7
Rumänien  66 20  12 16  54 5  –
Polen  60 16  – 3  59 13  –
Lettland  7 10  3 10  –  5
Estland  7 8  –  7 8  –
Bulgarien  –
 –  –
Nicht-Euroraum 531
500 147
203 373
279 11
17
Russland  177 166  4 7  174 159  – -
Kroatien  124 100  – 1
 104 100  19
Türkei  94 5  51 2  43 2  1 1
Kasachstan  –  –  –  –
Serbien  10 2  –
 10 2  1
Montenegro  –  –
 –  –
Bosnien-Herzegowina  1 1  –  1 1  –
Ukraine  –  –  –  –
Nicht-EU 407
274 54
10 332
264 21
1
Summe 1.592
1.669 221
240 1.339
1.411 32
17

1) Die Netto-Exposurewerte beinhalten die Beteiligungsansätze der nicht konsolidierten Tochtergesellschaften in Zentral- und Osteuropa.

Gefährdete Kredite

Für Kredite, bei denen anzunehmen ist, dass die bestehenden Ansprüche nicht vollständig rückgeführt werden, werden Vorsorgen für Wertminderungsverluste gebildet. Diese entsprechen der Schätzung der eingetretenen Verluste im Kreditportfolio. Die Hauptkomponenten sind:
  • Wertberichtigungen, die nach eingehender Analyse auf der Basis der Einschätzung des Bereiches Kreditrisiko unter der Verantwortung der Abteilungen Sondergestion (Workout Group) und Betreibungen (Legal Collection) manuell gebildet werden,
  • Wertberichtigungen, die im Fall von mehr als zwei unbezahlten Raten und fortdauernden Girokonto-Limitüberziehungen sowie bei Klagseröffnungen vollautomatisch durch das Kernbanksystem gebildet werden.

Non Performing Loans (NPLs)

Als Non Performing Loan gelten alle Exposures von Kunden in der Default-Risikoklasse „8", unabhängig davon, ob auf Einzelkontoebene eine Limitüberziehung oder ein Ratenrückstand vorliegt oder nicht. Sobald entweder ein materielles Exposure eines Kunden mit mehr als 90 Tagen in Verzug ist, eine Wertberichtigung dotiert wird oder ein kundenbezogenes Ausfallkriterium zutrifft, wird der Kunde mit allen seinen exposuretragenden Produkten als ausgefallen gewertet und der Risikoklasse 8 zugeordnet.

Nachdem der Bestand an NPLs in den letzten Jahren kontinuierlich angewachsen war, konnte das Volumen in 2010 deutlich reduziert werden. Dafür waren im Wesentlichen folgende Gründe ausschlaggebend:
  • (unerwartet) geringe neue Ausfälle
  • Rückzahlungen bzw. Verkauf von einzelnen größeren NPL Positionen
  • Verkauf eines kleinen Teiles des Retail NPL Buches

Entwicklung und Bevorsorgung von NPLs

Entwicklung und Bevorsorgung von NPLs
in Millionen Euro
Exposure
 Wertberichtigung Sicherheiten
Nettoposition Deckung *)
  31.12.201031.12.2009
 31.12.2010 31.12.2009 31.12.201031.12.2009
 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009
Banken
30
 39 25
 33
 – 5
 6 83,3%
 84,6%
Staaten / Öffentlicher Sektor
 –  –  –  –  –  –  –  –  –
Corporates
 435  523  201  202  92  96  142  225  67,4%  57,0%
Retail SME
 245  291  145  165  69  76  31  50  87,3%  82,8%
Retail Privat
 506  627  331  412  83  88  92  127  81,8%  79,7%
Sonstige / nicht zugeordnet
 5  5  40  30  –  –  -35  -25  800,0%  600,0%
Summe
 1.221 1.485
 742 842
 244 260
 235 383
 80,8% 74,2%

 *) (Wertberichtigung+Sicherheiten)/Exposure

IFRS Portfoliowertberichtigung gemäß IAS 39 AG 89

Für zum Bilanzstichtag bereits eingetretene aber noch nicht wahrgenommene Wertminderungen des Konzernkreditportfolios („incurred but not detected losses") wird eine Wertberichtigung auf Portfoliobasis gebildet. Dabei wird angenommen, dass von den zum Stichtag nicht als ausgefallen angesehenen Forderungen ein bestimmter Prozentsatz bereits als Verlust eingetreten, jedoch noch nicht erkannt wurde.

Für die Berechnung dieser Wertberichtigung werden die Forderungen in homogene Portfolios mit vergleichbaren Risikomerkmalen gruppiert. Die Quantifizierung erfolgt auf Basis des erwarteten Verlustes unter Berücksichtigung der Zeitdauer zwischen Eintritt und Erkennen des Ausfalls („Loss Identification Period"). Diese wird je Kundensegment auf der Grundlage der durchschnittlichen Dauer bis zum nächsten erwarteten Zahlungseingang bestimmt. Zum 31. Dezember 2010 betrug die IFRS-Portfoliowertberichtigung 36,5 Mio EUR gegenüber 34,6 Mio EUR zum 31. Dezember 2009.

Überblick über die Kreditqualität: Aushaftende Kreditbeträge in diversen Kategorien zum 31.12.2010

Überblick über die Kreditqualität: Aushaftende Kreditbeträge in diversen Kategorien
in Millionen Euro Bruttoforderungen (ohne Wertpapiere) Wertberichtigung Buchwert Sicherheit

31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009
Einzeln wertberichtigte Forderungen                
Banken
25
34 25
33 1

Öffentlicher Sektor
Unternehmen
320
339 174
180 146
159 46
32
Retail KMU
174
179 140
144 34
35 30
16
Retail Privatkunden
319
180 266
146 53
34 24
11
Summe
838
732 605
504 233
228 100
58
Pauschal wertberichtigte Forderungen                
Öffentlicher Sektor
Unternehmen
6
14 4
2 2
12 1
10
Retail KMU
33
73 19
33 14
39 9
21
Retail Privatkunden
162
432 90
279 72
153 19
33
Portfolio-Wertberichtigung


37
35 -37
-35

Summe
201
519 150
348 51
171 29
64
Überfällige, aber nicht wertberichtigte Forderungen                
Überfällig seit
               
30–60 Tagen
23
73

23
73 12
20
60–90 Tagen
40
10

40
10 21
3
90–180 Tagen
44
42

44
42 6
19
mehr als 180 Tagen
84
98

84
98 67
58
Summe
191
223

191
223 106
99
Normale aushaftende Beträge (nicht überfällig / keine Wertberichtigung)                
Ohne Rating
26
75

26
75 17
19
Risikoklasse 1
4.043
5.808

4.043
5.808 298
771
Risikoklasse 2
2.277
2.500

2.277
2.500 1.009
842
Risikoklasse 3
4.508
5.251

4.508
5.251 2.093
2.263
Risikoklasse 4
6.558
5.191

6.558
5.191 2.383
1.868
Risikoklasse 5
4.425
4.198

4.425
4.198 1.676
1.996
Risikoklasse 6
1.507
1.322

1.507
1.322 667
606
Risikoklasse 7
901
967

901
967 496
473
Risikoklasse 8
105
139

105
139 52
73
Summe
24.348
25.453

24.348
25.453 8.692
8.911
Summe 25.578
26.972 755
852 24.823
26.075 8.927
9.133

Überfällige Kredite ohne Wertberichtigung

Überfällige Kredite werden nicht wertberichtigt, wenn die Kreditwürdigkeit des Schuldners nicht gefährdet erscheint, ausreichende Sicherheiten bestehen oder der Eingang der geschuldeten Beträge unmittelbar bevorsteht.

Sicherheiten

Im Konzern-Sicherheitenhandbuch sind alle von der BAWAG P.S.K. akzeptierten Sicherheiten aufgelistet. Für jede Sicherheitenart sind konservative Belehnwertfaktoren definiert. Die in der oben stehenden Tabelle angeführten Beträge geben die intern nach Abzug eines Abschlags angerechneten Werte (Belehnwerte) bestehender Sicherheiten wieder.

Sondergestion und Betreibungen

Die Organisationseinheiten Sondergestion und Betreibungen verantworten die umfassende Gestion und Abwicklung von ausfallsgefährdeten und ausgefallenen Kreditengagements. Vorrangige Ziele sind die Minimierung von Verlusten durch Bereitstellung von Know-how bei der Sanierung sowie im Abwicklungsfall die Realisierung eines Maximums an Betreibungserlösen.

Frühzeitiges Erkennen von möglichen Problemfällen

Kunden, die aus unterschiedlichen Gründen, etwa durch einen Rückgang von Aktienkursen, einen Anstieg von CDS-Spreads, durch Bonitätsverschlechterungen, negative Pressemeldungen, besondere Risikokonzentration etc. einer besonders sorgfältigen Überwachung bedürfen, werden in eine Beobachtungsliste aufgenommen. Dies hat eine Überprüfung der aktuellen Entwicklung in kürzeren Abständen zur Folge.

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Strukturiertes Kreditportfolio

Zum Wertpapierportfolio der BAWAG P.S.K. zählt ein Portfolio von strukturierten Kredittiteln mit einem Nominalwert von 1,48 Mrd EUR und einem aktuellen Buchwert gemäß IFRS von 842 Mio EUR (exklusive Wertpapiere, deren Risiko von nicht beherrschenden Anteilen getragen wird). Die resultierende Risikoposition wird in den folgenden Tabellen nach der bestehenden Ratingstruktur, nach Restlaufzeiten und Regionen dargestellt, wobei auch im Jahr 2010 durch planmäßige Tilgungen eine deutliche Reduktion dieses Portfolios erfolgte. 2010 wurden auch weitere Schritte zur Reduktion des verbleibenden Risikos gesetzt, unter anderem wurden die Assetklasse Corporate CDO² durch Mikrohedges abgesichert sowie weitere Restrukturierungen (z.B.: Corporate CDO) durchgeführt.

Die Buchwerte verringerten sich aufgrund planmäßiger und vorzeitiger Tilgungen sowie durch Verkäufe.

Strukturiertes Kreditportfolio nach Ratingklassen zum 31.12.2010 (IFRS Buchwert)

Strukturiertes Kreditportfolio nach Ratingklassen zum 31.12.2010 (IFRS Buchwert)
in Millionen Euro AAA AA A BBB  BB und schlechter
 Kein Rating
Summe
CDO-of-ABS
 12  3 5
 3
 23
CDO-of-ABS w. Subprime  10  –  –  16  38  –  65
CLO  17  81  100  76  21  –  296
CMBS  6
 14  2  5  –  5  32
Corporate CDO  –  1  1  –  79  45  126
Corporate CDO²  –  –  –  –  –  84  84
Corporate CPDO  –  –  20  –  11  42  74
Corporate LSS  –  –  –  –  –  90  90
European RMBS  27  5  9  –  –  –  41
US RMBS  –  –  –  –  13  –  13
Summe  60  114 134
 102 165
 266 842

Strukturiertes Kreditportfolio nach Ratingklassen zum 31.12.2009 (IFRS Buchwert)

Strukturiertes Kreditportfolio nach Ratingklassen zum 31.12.2009 (IFRS Buchwert)
in Millionen Euro AAA AA A BBB BB und schlechter  Kein Rating
Summe
CDO-of-ABS
19
8
1
2

30
CDO-of-ABS w. Subprime 11

19
42

72
CLO 54
86
115
73
18
 – 347
CLO²



 –
CMBS 9
21
2

4
36
Corporate CDO 27
23
9

83
48
190
Corporate CDO² -
98 -

-
73
170
Corporate CPDO 20 12
48
80
Corporate LSS 49 125
174
European RMBS 31
8
8


47
US RMBS



14

14
Summe 181 254
161
94
171
298
1.159

Strukturiertes Kreditportfolio nach Restlaufzeiten zum 31.12.2010 (IFRS Buchwert)

Strukturiertes Kreditportfolio nach Restlaufzeiten zum 31.12.2010 (IFRS Buchwert)
in Millionen Euro Bis Ende 2011 2012–2014 2015–2017 Ab 2018 Summe
CDO-of-ABS 21
3
23
CDO-of-ABS w. Subprime 2
3
26
33
65
CLO 146
149
296
CMBS 12
20
32
Corporate CDO 5
80
41
126
Corporate CDO² 84
-
84
Corporate CPDO 74
74
Corporate LSS 90
90
European RMBS 16
7
17
41
US RMBS 3
9
13
Summe 7
455
330
50
842

Strukturiertes Kreditportfolio nach Restlaufzeiten zum 31.12.2009 (IFRS Buchwert)

Strukturiertes Kreditportfolio nach Restlaufzeiten zum 31.12.2009 (IFRS Buchwert)
in Millionen Euro Bis Ende 2011 2012–2014 2015–2017 Ab 2018 Summe
CDO-of-ABS
30


30
CDO-of-ABS w. Subprime 16
14
23
19
72
CLO
184
163

347
CLO²


CMBS 11
24


36
Corporate CDO 57
76
57

190
Corporate CDO² 98
73


170
Corporate CPDO

80

80
Corporate LSS 94 80


174
European RMBS 5
14
6
22
47
US RMBS 1
4
10

14
Summe 281
499
337
41
1.159

Strukturiertes Kreditportfolio nach Regionen zum 31.12.2010 (IFRS Buchwert)

Strukturiertes Kreditportfolio nach Regionen zum 31.12.2010 (IFRS Buchwert)
in Millionen Euro USA Kontinentaleuropa UK Sonstige Summe
CDO-of-ABS 3
17
3
23
CDO-of-ABS w. Subprime 45
1
18
65
CLO 137
130
28
296
CMBS 22
10
32
Corporate CDO 51
68
6
126
Corporate CDO² 45
30
9
84
Corporate CPDO 34
35
5
74
Corporate LSS 60
17
12
90
European RMBS 35
6
41
US RMBS 13
13
Summe 410
344
88
842

Strukturiertes Kreditportfolio nach Regionen zum 31.12.2009 (IFRS Buchwert)

Strukturiertes Kreditportfolio nach Regionen zum 31.12.2009 (IFRS Buchwert)
in Millionen Euro USA Kontinentaleuropa UK Sonstige Summe
CDO-of-ABS 1
23 6
30
CDO-of-ABS w. Subprime 43
9
20
72
CLO 163
151
33
347
CLO²
-
CMBS 22
14
36
Corporate CDO 82
92
16
190
Corporate CDO² 86
64
20
170
Corporate CPDO 37
38
5
80
Corporate LSS 102 48
24
174
European RMBS
42
5
47
US RMBS 14


14
Summe 550
481
128 1.159

Abkürzungen:
ABS Asset Backed Security
CDO Collateralised Debt Obligation
CDO² Collateralised Debt Obligation on Collateralised Debt Obligations
CLO Collateralised Loan Obligation
CMBS Commercial Mortgage Backed Security
CPDO Constant Proportion Debt Obligation
LSS Leveraged Super Senior
RMBS Residential Mortgage Backed Security

Die BAWAG P.S.K. verwendet eigene Bewertungsmodelle, um den beizulegenden Zeitwert von Transaktionen zu bestimmen, für die kein aktiver Markt besteht. Solche Modelle werden für CDO-of-ABS mit Subprime, Corporate CDOs und CDO², Corporate CPDOs, Corporate LSS, CLOs, US RMBS sowie entsprechende Mikrohedges verwendet. Alle Modelle der BAWAG P.S.K. sind auf aktiv gehandelte Instrumente, wie ABX, tranchierter iTraxx und CDX, tranchierter LCDX, kalibriert und verwenden alle verfügbaren Marktdaten (wie z.B. Zinskurven, CDS-Spreads, Loan-Preise etc.) als Inputs.

2010 wurden positive Marktwertveränderungen des strukturierten Kreditportfolios von 29 Mio EUR in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position „Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden" ausgewiesen. Weiters konnten durch Tilgungen und Verkäufe Buchgewinne von 10 Mio EUR realisiert werden.

Die Bank hat im laufenden Geschäftsjahr einen wesentlichen Teil ihrer Aktiva aus der Kategorie "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen" verkauft. Aufgrund der Bestimmungen des IAS 39 wurden daher alle Wertpapiere aus dieser Kategorie in „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" umgegliedert. Im Rahmen dieser Umgliederung wurden die betroffenen Wertpapiere des strukturierten Kreditportfolios mit ihrem jeweiligen Marktwert bewertet. Mit 1. Juni 2010 wurden die Wertpapiere des strukturierten Kreditportfolios aus der Kategorie „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" in die Kategorie "Kredite und Forderungen" umgegliedert. Die im Eigenkapital erfassten unrealisierten Marktwertveränderungen von –43 Mio EUR werden nunmehr über die Laufzeit der Wertpapiere aufgelöst. Zum 31. Dezember 2010 waren unrealisierten Marktwertveränderungen von –37 Mio EUR im Eigenkapital erfasst.

Stresstests und Sensitivitätsanalysen für das strukturierte Kreditportfolio

Stresstests und Sensitivitätsanalysen für das strukturierte Kreditportfolio werden vierteljährlich durchgeführt. Dabei werden die Auswirkungen verschiedener Szenarien auf den ökonomischen Wert, den Marktwert und die risikogewichteten Aktiva analysiert. Die Ergebnisse werden an den Vorstand berichtet.

Für jede Asset-Klasse des strukturierten Kreditportfolios werden zuerst die wesentlichen Risikofaktoren ermittelt und für diese Risikofaktoren ein Base-Case-Szenario bestimmt, welches die aktuellen Verlusterwartungen widerspiegelt. Verschiedene Stress-Szenarien werden dann durch die Verschlechterung einzelner oder die simultane Verschlechterung mehrerer Risikofaktoren definiert.

Der „Base Case" ist das dem erwarteten ökonomischen Wert zugrunde liegende Szenario. Der ökonomische Wert ist hierbei definiert als der Barwert der erwarteten Cashflows (abgezinst mit der bei Abschluss der Transaktion festgelegten Risikoprämie). Ein ökonomischer Wert unter Par bedeutet, dass die erwarteten Cashflows unter den vertraglich vereinbarten Cashflows liegen.

Alle Annahmen gelten zusätzlich zu den in den Portfolios bereits eingetretenen Verlusten, bereits stattgefundene Rating-Verschlechterungen sind ebenfalls schon berücksichtigt.

Um mögliche Auswirkungen der Stress-Szenarien auf die Marktwerte abzuschätzen, werden die aktuellen marktimplizierten Abzinsungsfaktoren je nach Risikograd des Szenarios und der zu erwartenden Reaktion der Märkte erhöht.

Die folgenden Tabellen zeigen die Auswirkungen der Stress-Szenarien auf die IFRS-Bewertung und den ökonomischen Wert des Portfolios. Der Unterschied zwischen IFRS-Bewertung und ökonomischem Wert ergibt sich daraus, dass der Großteil des Portfolios zu Marktpreisen bewertet wird, welche aufgrund der aktuell höheren Risikoprämien unter den ökonomischen Werten liegen.

Die dargestellten Stress-Szenarien sind wie folgt definiert:
  • Ausfälle +20 %: Ausfalls- und Verzugsraten werden um 20 % erhöht.
  • Kombiniertes Szenario: simultane Verschlechterung von Ausfalls-, Verzugs-, Verlust- und Prepayment-Raten um 20 % sowie der Korrelation um 10 %.

Auswirkungen der Stress-Szenarien auf die IFRS-Bewertung des strukturierten Kreditportfolios

Auswirkungen der Stress-Szenarien auf die IFRS-Bewertung des strukturierten Kreditportfolios
in Millionen Euro
Szenario 
Ausfälle +20%

Kombiniertes Szenario
CDO-of-ABS -2
-3
CDO-of-ABS w. Subprime -13
-19
CLO -3
-6
CMBS -6
-10
Corporate CDO -5
-9
Corporate CDO² -
-
Corporate CPDO -7
-13
Corporate LSS -8
-24
European RMBS -3
-3
US RMBS -
-
Summe -46
-88

Ökonomischer Wert des strukturierten Kreditportfolios; Auswirkung der Stress-Szenarien auf den ökonomischen Wert des strukturierten Kreditportfolios

Ökonomischer Wert des strukturierten Kreditportfolios; Auswirkung der Stress-Szenarien auf den ökonomischen Wert des strukturierten Kreditportfolios
in Millionen Euro
Ökonomischer
Wert
Diff. ökon. Wert
zum IFRS-Buchwert
Veränderung des ökon. Werts
Szenario Ausfälle
+20%
Kombiniertes
Szenario
CDO-of-ABS 36
13
-1
-2
CDO-of-ABS w. Subprime 95
30
-14
-20
CLO 369
73
-4
-17
CMBS 51
19
-7
-14
Corporate CDO
143
17
-5
-9
Corporate CDO² 84



Corporate CPDO 105
31
-1
-2
Corporate LSS 100
10


European RMBS 45
4
-1
-1
US RMBS 17
5

-4
Summe 1.044
202
-34
-69

Top

45 | Marktrisiko

Das Marktrisiko ist das Risiko eines Verlusts infolge offener Risikopositionen am Markt und einer ungünstigen Entwicklung der Marktrisikofaktoren (Zinssätze, Wechselkurse, Aktienkurse, Volatilitäten). Ein Marktrisiko kann im Zusammenhang mit Trading- und Nicht-Trading-Aktivitäten auftreten.

In der BAWAG P.S.K. wird besonderer Wert auf die Identifikation, Bewertung, Analyse und das Management des Marktrisikos gelegt, das für alle Marktrisiken in der Gruppe dem organisatorischen Bereich Marktrisiko obliegt.

Das Marktrisiko wird durch die vom Vorstand der BAWAG P.S.K. genehmigten Marktrisikolimits, bestehend aus VaR-, Sensitivitäts-, Volumens- und Worst-Case-Limits, begrenzt.

Im Rahmen des Risikomanagements wird der Vorstand von der Marktrisikoposition, der Limit-Ausnützung und der Gewinn- und Verlustsituation verständigt. In Bezug auf die BAWAG P.S.K. erfolgt diese Information großteils täglich, in Bezug auf die Gruppe monatlich.

Alle Strategien, Organisationsverfahren, Grundsätze des Risikomanagements und Risiko-Monitoring sowie die vom Vorstand genehmigten Marktrisikolimits werden in einem gruppeninternen Marktrisikohandbuch und einem speziellen „BAWAG P.S.K. Financial Markets Handbuch" ausgewiesen.

Marktrisiko im Handelsbuch

Die BAWAG P.S.K. nutzt den Value at Risk (VaR) eines internen Modells, das von der Oesterreichischen Nationalbank geprüft und vom Bundesministerium für Finanzen genehmigt worden ist, zur Steuerung und Begrenzung der handelsbezogenen Marktrisiken. Es umfasst die Risikokategorien Zins-, Aktien- und Fremdwährungsrisiko (im Jahr 2010 bestand kein aktiver Aktiendesk im Handelsbuch) bzw. nach Risikoarten betrachtet das lineare und das nichtlineare Gamma- und Vegarisiko.

Die VaR-Ergebnisse fließen aufgrund der einheitlichen Darstellung des Marktrisikos sowohl in die interne Risikosteuerung als auch in das aufsichtsrechtliche Meldewesen ein. Der regulatorische Kapitalbedarf des Handelsbuches für das spezifische Risiko wird nach dem gesetzlichen Standardverfahren berechnet.

Das Modell beruht auf einem Varianz-Kovarianz-Ansatz, indem der VaR für alle Handelspositionen mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 % unter Berücksichtigung der Korrelationen mit dem IT-System PMS für eine Haltedauer von einem Tag bzw. zehn Tagen berechnet wird. Um die Vorhersagekraft des Modells zu prüfen, wird das Handelsbuch zusätzlich einer Monte-Carlo-Simulation unterzogen und die Ergebnisse entsprechend gegenübergestellt.

Die VaR-Limite werden des Weiteren durch Sensitivitätslimite und Worst-Case-Limite ergänzt.

Am 31. Dezember 2010 betrug der VaR (inklusive Gamma- und Vegarisiko) auf Basis eines Konfidenzintervalls von 99 % und einer Haltefrist von einem Tag 4,51 Mio EUR (Stand 31. Dezember 2009: 1,26 Mio EUR).

Das Ergebnis des aggregierten VaR, das den Diversifizierungseffekt berücksichtigt, weicht von der Summe der einzelnen VaR-Ergebnisse der Risikokategorien wie folgt ab:

VaR (99%, 1 Tag Haltedauer), Geschäftsjahr 2010, in Millionen Euro

VaR (99%, 1 Tag Haltedauer), Geschäftsjahr 2009, in Millionen Euro
Risikokategorie Minimum Maximum Durchschnitt 31.12.2010
FX-Risiko -0,23
-4,17
-1,62
-4,17
Zins-Risiko -0,70
-2,07
-1,39
-0,70
Gesamt (ohne Korrelationen) -1,18
-5,21
-3,02
-4,87
Gesamt (mit Korrelationen) -1,04
-4,90
-2,71
-4,51
Diversifikation k.A.
k.A. -0,31
-0,36

Die Aussagekraft und Zuverlässigkeit des Modells wird durch tägliches Backtesting (Rückvergleiche) überprüft, indem die hypothetisch erzielten Gewinne und Verluste von zwei aufeinander folgenden Handelstagen dem VaR des ersten Tages gegenübergestellt werden. Sollte ein negatives Rückvergleichsergebnis niedriger sein als der VaR, so wird dies als „Ausnahme" bezeichnet.

In der BAWAG P.S.K. ergab sich im Laufe der Berichtsperiode keine Ausnahme, womit die Güte des Modells bestätigt wird, und der vom Bundesministerium für Finanzen bestimmte, bestmögliche Multiplikator von 3 für die Eigenmittelberechnung, der seit der ersten Anwendung des Modells im Jahr 1998 stets gleich geblieben ist, beibehalten werden kann.

Nachfolgend werden die täglichen VaR-Werte (99 %, 1 Tag Haltedauer) den täglichen Backtesting-Ergebnissen (Delta) in der Berichtsperiode grafisch gegenübergestellt:

VaR (99 %, 1 Tag Haltedauer) im Vergleich zum Backtesting (Delta), Geschäftsjahr 2010, in Tausend Euro

Der Anstieg des Value at Risk im August 2010 ist auf eine kundeninduzierte Position zurückzuführen. Im Hinblick auf diese erhöhte Risikoposition wurde auf Teile der Position eine Vorsorge gebildet.

Als Risikomaß quantifiziert der Value at Risk den potenziellen Verlust unter normalen Marktbedingungen. Die VaR-Methode basiert auf der Annahme, dass die Preisdaten aus der jüngeren Vergangenheit zur Prognose künftiger Marktereignisse herangezogen werden können. Weichen die Marktbedingungen erheblich von früheren Marktentwicklungen ab, kann das mittels VaR prognostizierte Risiko entweder unter- oder überschätzt werden. Es ist nicht beabsichtigt, Verluste im Zusammenhang mit unerwarteten Marktentwicklungen zu bewerten. Diese Bewertung ist Aufgabe zusätzlich durchgeführter Stresstests.

Im Zuge derartiger im Laufe des Jahres 2010 erweiterten Stresstests wird das Handelsbuch einer Belastung durch Szenarien ausgesetzt, die extreme Marktbedingungen simulieren, welche durch das Konfidenzintervall nicht abgedeckt werden. Die Ergebnisse dieser Tests werden den Worst-Case-Limiten im Fremdwährungs- und Zinsbereich gegenübergestellt.

Grundsätzlich wird zwischen zeitbasierten und ereignisbasierten Stresstests unterschieden, wobei statistische Methoden (unterschiedliche Korrelationen, höheres Konfidenzniveau etc.) und extreme Marktbewegungen von Risikofaktoren angenommen und zur Bewertung herangezogen werden. Die Ergebnisse werden der Geschäftsführung, dem Asset Liability Committee (ALCO), der Handelsleitung sowie den verantwortlichen Gruppenleitern zur Kenntnis gebracht.

Marktrisiko im Bankbuch

Die wesentlichen Komponenten des Marktrisikos der BAWAG P.S.K. Gruppe resultieren aus Zinsrisiko, Fremdwährungsrisiko und Liquiditätsrisiko.

Zinsrisiko im Bankbuch

Das Zinsrisiko im Bankbuch ist der potenzielle Verlust, der sich aus Nettoveränderungen der Vermögenswerte und der künftigen Entwicklung des Nettozinsertrags infolge von ungünstigen Zinsentwicklungen ergibt.

Das Asset Liability Committee (ALCO) der Bank hat den Financial Markets-Bereichen Zinsrisiko-Limite zugeteilt, um das Zinsänderungsrisiko im Sinne eines optimalen Risk-Returnverhältnisses auf Konzernebene zu managen. Der Bereich Marktrisiko berichtet in Teilen täglich bzw. auf Konzernebene monatlich an das ALCO über die Limitausnützung und die Verteilung der Risiken.

Zweiwöchig alternierend findet entweder das Strategic ALCO (Gesamtvorstand) oder das Tactical ALCO (Vorstand Austrian Corporates & Financial Markets, CFO, CRO) statt. Neben dem Vorstand nehmen an den ALCO-Sitzungen die Leiter der Financial Markets-Bereiche, Marktrisiko, Controlling/ALM und Bilanzen teil.

Anhand der Risikoberichte werden das Marktrisiko und Auswirkungen auch unter Verwendung von Szenarioanalysen und Stresstests analysiert und in der Folge Steuerungsmaßnahmen hinsichtlich Risikoreduktion und Ertragsoptimierung auf Gesamtbankebene beschlossen.

Weiters werden die Risiken als Teil eines Gesamtrisikoberichtes innerhalb des Enterprise Risk Committee auf monatlicher Basis dem Vorstand präsentiert.

Für die Zinsrisikoanalyse werden alle verzinslichen Finanzinstrumente auf Basis ihrer vertraglichen Zinsbindungsperioden (im Fall fix und variabel verzinslicher Finanzinstrumente) oder diesbezüglicher Annahmen (im Fall von Bodensatzbeständen bzw. nicht vertraglich fixierter Zins- und Kapitalbindung) den entsprechenden Laufzeitbändern zugeordnet.

Das Zinsrisiko wird anhand des PVBP-Konzepts gemessen. Der PVBP ist ein absoluter Wert, der aus der Duration zinsbringender Finanzinstrumente abgeleitet ist. Er gibt die Veränderung des Nettobarwertes infolge einer Verschiebung der Marktrenditekurven um einen Basispunkt (0,01 Prozent) in Geldeinheiten an.

Die folgende Tabelle stellt das Zinsrisiko der Gruppe zum 31. Dezember 2010 anhand des PVBP-Konzepts dar. Die Veränderungen des Nettobarwerts aller Finanzpositionen im Bankbuch der Gruppe infolge eines Anstieges der Renditekurve um 1 Basispunkt werden den entsprechenden Laufzeitbändern wie folgt zugeordnet:

PVBP

PVBP
in Tausend Euro < 1J 1J – 3J 3J – 5J 5J – 7J 7J – 10J > 10J Summe
EUR -28
23
-146
-21
569
113
511
USD -
-5
-8
-4
-3
-19
-39
CHF -18
-
-7
-9
-14
-40
-87
JPY 3
-1
-4
1
2
17
18
Sonstige Währungen -14
4
12
-1
4
-14
-9
Summe 31.12.2010 -56
21
-152
-35
558
58
394
Summe 31.12.2009 -62
-130
61
31
118
-112
-94

Der PVBP aller Positionen, deren Marktwertänderungen bedingt durch Zinsänderungen Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung haben, wird getrennt berechnet, limitiert und beobachtet. Die PVBP-Werte auf Gruppenebene in Zeitbändern sind im Folgenden dargestellt.

GuV-relevanter PVBP

GuV-relevanter PVBP
in Tausend Euro < 1J 1J – 3J 3J – 5J 5J – 7J 7J – 10J > 10J Summe
31.12.2010 60
27
-133
316 113
78
460
31.12.2009 16
-313
275
90
240
16
323

Zusätzlich zu den traditionellen Ansätzen der Bewertung des Zinsrisikos wird im Rahmen des Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP) monatlich eine VaR-Berechnung auf Konzernebene durchgeführt.

Der VaR misst für ein bestimmtes Portfolio den höchsten zu erwartenden künftigen Verlust (gemessen am Marktwert) über einen bestimmten Zeithorizont mit einem bestimmten Konfidenzniveau. Die Berechnung des VaR basiert auf dem Varianz-Kovarianz-Ansatz und bedient sich eines Konfidenzniveaus von 99 % und eines Zeithorizonts von zehn Tagen. Zum 31. Dezember 2010 betrug der VaR für das Zinsrisiko im Bankbuch der Gruppe 12,4 Mio EUR (31. Dezember 2009: 4,2 Mio EUR).

Der Zinsüberschuss bildet eine zentrale Erfolgsgröße in der periodischen Ergebnissteuerung und besteht aus der Differenz zwischen Zinsertrag und Zinsaufwand in einem bestimmten Zeitintervall. Zur ex-ante-Ermittlung des Zinsüberschusses einer bestimmten Betrachtungsperiode werden jeweils das Durchschnittsvolumen sowie die Durchschnittsverzinsung aller zinstragenden Aktiva und Passiva geschätzt und gegenübergestellt. Mittels softwareunterstütztem Modell zur dynamischen Zinssimulation wird der Zinsertrag bzw. -aufwand auf Einzelkontraktebene, auf Grundlage der aus den Kernbanksystemen extrahierten Zinscharakteristika, ermittelt.

Zusätzlich benötigte Inputs für das Modell sind etwa erwartete zukünftige Produktmargen oder Abschätzungen bezüglich des Neugeschäftsvolumens bzw. der Verlängerung von Kontrakten. Die Marktzinskurve wird während des Simulationszeitraumes im Modell konstant gehalten und spielt damit auch eine wesentliche Rolle in der Bestimmung der künftigen Zinssätze bei den einzelnen Produkten. Diese Basisprognose wird als „stable rates scenario“ definiert.

Ausgehend von dieser Prognose werden mögliche Auswirkungen von Verschiebungen der Zinskurve (sowohl standardisierte Zinsszenarien als auch „forward rates" und die hausinterne Zinsprognose des Bereichs Strategie & Volkswirtschaft) berechnet. Diese Simulationsergebnisse werden analysiert und monatlich im Asset Liability Committee sowie im Rahmen des Gesamtrisikoberichts im Enterprise Risk Meeting auf Vorstandsebene präsentiert.

Zu Qualitätsverbesserungen auf dem Gebiet „Zinsrisiko im Bankbuch", die im Laufe des Jahres 2010 erreicht wurden, zählt die Erweiterung der auf mathematischen Modellen basierenden Methodik zur Ermittlung der Replikationsannahmen für Positionen mit unbestimmter Zins-/Kapitalbindung sowie die qualitative Weiterentwicklung der dynamischen Nettozinsertragssimulation.

Derivative Finanztransaktionen zum 31.12.2010

Derivative Finanztransaktionen zum 31.12.2010
  Nominalbeträge/Restlaufzeit * Marktwerte *
in Millionen Euro Bis 1 Jahr 1–5 Jahre Über 5 Jahre Gesamt Positiv Negativ
Zinsderivate 18.786
32.170
14.028
64.983
1.343
-968
davon Zinsswaps Bankbuch
13.034
13.238
4.807
31.079
647
-341
          Zinssatzoptionen Bankbuch
82
170
90
342
2
-3
          Zinstermingeschäft Bankbuch
307


307


          Zinsswaps Handelsbuch
3.843 11.207
6.118
21.168
548
-472
          Zinssatzoptionen Handelsbuch
1.438
7.554
3.013
12.005
146
-152
          Zinstermingeschäft Handelsbuch
83


83


Wechselkursverträge 7.477
9.541
3.186
20.204
506
-914
davon Währungsswaps Bankbuch
83
906
457
1.446
16
-139
Devisentermine und Optionen Bankbuch
2.013
10
279
2.302
21
-70
Währungsswaps Handelsbuch
20
.261
5
1.286
3
-262
Devisentermine und Optionen Handelsbuch
5.361
7.364
2.445
15.170
466
-444
Wertpapierbezogene Geschäfte u. so. Derivate 88
1.575
1.249
2.913
62
-95
davon  wertpapierbezogene und sonstige
   Derivate Bankbuch
78
363
999
1.441
56
-68
wertpapierbezogene und sonstige Derivate Handelsbuch
10
1.212
250
1.472
7
-27
Gesamtsumme 26.351
43.286
18.463
88.100
1.911
-1.977
davon Bankbuchgeschäfte
15.597
14.688
6.632
36.917 742
-621
          Handelsbuchgeschäfte
10.754
28.598
11.831
51.183
1.169
-1.356

* In den Derivaten BB sind Derivate in Fair-Value-Hedge-Beziehungen beinhaltet.

Derivative Finanztransaktionen zum 31.12.2009

Derivative Finanztransaktionen zum 31.12.2009

Nominalbeträge/Restlaufzeit *
Marktwerte *
in Millionen Euro Bis 1 Jahr 1–5 Jahre Über 5 Jahre Gesamt Positiv Negativ
Zinsderivate 11.782
27.691
14.096
53.569
1.274
-952
davon Zinsswaps Bankbuch
4.013
11.068
3.502
18.582
616
-340
          Zinssatzoptionen Bankbuch
1.896
163
16
2.075
2
-1
          Zinstermingeschäft Bankbuch
20
-
-
20
-
-
          Zinsswaps Handelsbuch
4.950
10.790
6.716
22.456
528
-476
          Zinssatzoptionen Handelsbuch
684
5.670
3.863
10.217
128
-135
          Zinstermingeschäft Handelsbuch
220


220


Wechselkursverträge 9.820
3.343
921
14.083
174
-337
davon Währungsswaps Bankbuch
138
388
30
555
14
-17
Devisentermine und Optionen Bankbuch
1.745 72
233
2.051
3
-86
           Währungsswaps Handelsbuch

1.083
2
1.085
4
-70
Devisentermine und Optionen Handelsbuch
7.937
1.800
655
10.392
153
-165
Wertpapierbezogene Geschäfte und sonstige Derivate 569
1.355
1.233
3.158
78
-143
davon  wertpapierbezogene und sonstige
Derivate Bankbuch
539
630 1.013
2.183
69
-128
wertpapierbezogene und sonstige Derivate Handelsbuch
30
725
220
975
9
-15
Gesamtsumme 22.171
32.389
16.250
70.810
1.526
-1.432
davon Bankbuchgeschäfte
8.351
12.321
4.794
25.466 704
-571
          Handelsbuchgeschäfte
13.821
20.067
11.456
45.345
822
-861

* In den Derivaten BB sind Derivate in Fair-Value-Hedge-Beziehungen beinhaltet. 

Alternative Investments (AI)

Im November 2009 wurde vom Vorstand der BAWAG P.S.K. beschlossen, die Investmentstrategie Alternative Investments nicht weiter fortzuführen. Dieser Entscheidung folgend, hat die BAWAG P.S.K. 2009 für alle Fonds des AI Portfolios die Kündigung eingereicht.

Per 31. Dezember 2010 waren noch rund 10 % (das entspricht ca. 21 Millionen USD) des ursprünglichen Portfolios investiert, die bisherige Rückzahlung erfolgte plangemäß.

Fremdwährungsrisiko im Bankbuch

Die Höhe der offenen Fremdwährungspositionen im Bankbuch der BAWAG P.S.K. Gruppe wird durch niedrige Limite beschränkt, wodurch ein geringes Fremdwährungsrisiko im Bankbuch sichergestellt wird.

Die Einhaltung der Limite wird täglich überwacht. Eine weitere Abstimmungsroutine gleicht die offenen Fremdwährungspositionen in den Treasury-Applikationen mit dem Rechnungswesen ab und leitet im Falle von Abweichungen Analysen bzw. die Schließung der Positionen ein.

Top

46 | Liquiditätsrisiko

Im Rahmen der Liquiditätsrisikosteuerung werden zwei wichtige Ziele verfolgt:

  • die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Bank und
  • die Steuerung des Risikos, das sich aus Veränderung der Refinanzierungskosten ergibt.

Dies wird in der BAWAG P.S.K. über ein mehrstufiges Verfahren vorgenommen:

a) Steuerung der strukturellen Liquidität

Zur Steuerung der strukturellen Liquidität wird monatlich eine Kapitalbindungsbilanz vom Bereich Marktrisiko erstellt und im Taktischen ALCO präsentiert, wobei Szenariorechnungen hinsichtlich Änderungen der Bilanzstruktur und verschiedene Annahmen zum Kundenverhalten berücksichtigt werden.

b) Jahresprognose

Auf monatlicher Basis wird für (mindestens) 12 Monate eine Liquiditätsprognose erstellt, die die Entwicklung der Cashposition, der Sicherheitenposition und der regulatorischen Liquiditätsposition unter Berücksichtigung des geplanten Kundengeschäftes und etwaig geplanter Refinanzierungsmaßnahmen darstellt. Sowohl für die regulatorische Liquidität als auch für die Cashposition der Bank wurden Limite definiert, die sowohl im Ist- als auch im Planszenario nicht unterschritten werden dürfen. Im Rahmen dieses Reports erfolgt eine Steuerung der Liquiditäts- und Sicherheitenposition auf Konzernebene.
Zusätzlich werden auch Simulationsrechnungen durchgeführt, um die Effekte auf die Liquiditätsposition der Bank zu ermitteln, wenn einzelne Refinanzierungsmaßnahmen nicht bzw. nicht in dem geplanten Umfang durchgeführt werden könnten bzw. es zu unerwarteten Mittelabflüssen kommen würde.
Die Prognose wird monatlich dem Strategischen ALCO vorgelegt, worauf die gegebenenfalls notwendigen Maßnahmen (z.B. zusätzliche Refinanzierungsmaßnahmen) durch den Vorstand beschlossen werden.
Zudem wird monatlich ein Backtesting der tatsächlichen Liquiditätsverwendung im Vergleich zur Prognose durchgeführt, um dadurch Verbesserungsmöglichkeiten im Rahmen der Liquiditätsprognose aufzeigen zu können.

c) Operative Liquiditätssteuerung

Auf täglicher Basis wird eine einwöchige Saldenvorausschau der Konten erstellt, auf deren Basis die tägliche Aussteuerung der Liquiditätsposition erfolgt. Diese bildet dann die Grundlage zur Festlegung der Maßnahmen, welche notwendig sind, um die tägliche Aussteuerung der Konten vorzunehmen.
Durch die beschriebenen Prozesse war die BAWAG P.S.K. in 2010 in der Lage, allen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und die gesetzlichen Bestimmungen vollumfänglich einzuhalten.

 

Die folgende Tabelle zeigt

  • die konsolidierten nominellen (nicht diskontierten) Cashflows inklusive Zinszahlungen auf Finanzverbindlichkeiten im Bankbuch auf Basis ihrer frühesten vertraglichen Fälligkeiten, mit Ausnahme variabler Spareinlagen mit einem Volumen von 3,8 Mrd EUR, für welche der nächste vertragliche Zinsanpassungstermin als Laufzeitende herangezogen wurde, sowie
  • Kapitalsparbücher in Höhe von 7,4 Mrd EUR, obwohl diese Einlagen erfahrungsgemäß gehalten bzw. ausgebaut werden. Die in der BAWAG P.S.K. Gruppe erwarteten Cashflow-Termine weichen auch in anderen Fällen von den Terminen in dieser Analyse gravierend ab. So werden unter der Position
  • „Kundeneinlagen" Girokonten mit einem Volumen von 5,8 Mrd EUR sowie
  • sonstige täglich fällige Einlagen mit einer Restlaufzeit von unter einem Monat mit einem Volumen von 4,2 Mrd EUR ausgewiesen, obwohl die erwartete Veranlagungsdauer aufgrund langjähriger historischer Erfahrung wesentlich darüber liegt (Bodensatztheorie).

Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten zum 31.12.2010

Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten zum 31.12.2010
in Millionen Euro Nominal-Bruttozugang/–abgang Weniger als 1 Monat 1 bis 3 Monate 3 Monate bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
Nicht-derivative Verbindlichkeiten





Einlagen von Banken
-2.976
-1.743
-27
-226
-300
-681
Einlagen von Kunden
-21.944
-13.585
-800
-3.259
-4.063
-238
Ausgegebene Schuldverschreibungen
-12.186
-51
-596
-733
-6.323
-4.482
Zwischensumme -37.107
-15.379
-1.422
-4.218
-10.687
-5.401
Derivative Verbindlichkeiten            
Nettozugang/-abgang
54
32
-272
113
18
163
Sonstige außerbillanzielle Verbindlichkeiten
-938
-938



Summe -37.991
-16.286
-1.694
-4.105
-10.668
-5.238

Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten zum 31.12.2009

Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten zum 31.12.2009
in Millionen Euro Nominal-Bruttozugang/–abgang Weniger als 1 Monat 1 bis 3 Monate 3 Monate bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
Nicht-derivative Verbindlichkeiten            
Einlagen von Banken
-5.210
-2.642 -209
-1.305
-531
-523
Einlagen von Kunden
-23.470
-14.683
-1.676
-2.532
-4.330
-248
Ausgegebene Schuldverschreibungen
-12.466
-14 -169
-2.485
-4.641
-5.157
Zwischensumme -41.146
-17.339 -2.055
-6.322
-9.501
-5.929
Derivative Verbindlichkeiten          

 

Nettozugang/-abgang
534
-19
68
95
177
213
Sonstige außerbillanzielle Verbindlichkeiten -1.479
-1.479




Summe -42.091
-18.837
-1.987
-6.227
-9.325
-5.716

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47 | Beteiligungsrisiko

Das Beteiligungsrisiko umfasst mögliche Marktwertveränderungen von nicht konsolidierten Beteiligungsgesellschaften, mögliche Abschreibungserfordernisse des Beteiligungsansatzes sowie eine geringe Profitabilität der nicht konsolidierten Beteiligungsunternehmen. Nicht unter das Beteiligungsrisiko fallen operative Konzerntöchter, da deren Risiken differenziert nach den spezifischen Risikoarten ermittelt werden und daher bereits unter diesen berücksichtigt sind.

Der jährlich zum Bilanzstichtag durchgeführte Impairmenttest dient zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Beteiligungsansätze und zum Ausweis der stillen Reserven im Beteiligungsportfolio. Basis des Impairmenttests sind die von den Geschäftsleitern der einzelnen Gesellschaften erstellten Planrechnungen (Gewinn- und Verlustrechnungen, Bilanzvorschau, Cashflow-Planung) zukünftiger Perioden. Die aus den Planrechnungen ermittelten "Free-Cashflows" werden mit risiko-adjustierten Diskontierungszinssätzen abgezinst. Die Summe der auf den Bewertungsstichtag abgezinsten Free-Cashflows aus der Detailplanungsphase und der Phase der ewigen Rente bildet den ermittelten Unternehmenswert. Der anteilige Unternehmenswert wird dem Buchwert der Beteiligung gegenübergestellt. Eine allfällige Unterdeckung des anteiligen Unternehmenswertes wird durch eine Abschreibung des Buchwertes der Beteiligung korrigiert. Eine allfällige Überdeckung des anteiligen Unternehmenswertes zeigt stille Reserven in der Beteiligung auf.

Abweichend von der oben dargestellten Vorgehensweise gibt es vereinfachte Verfahren bei Kleinstbeteiligungen beziehungsweise wenn der Buchwert durch das anteilige Eigenkapital, durch Kapitalisierung der anteiligen durchschnittlichen EBTs der letzten 3 Jahre oder durch sonstige Wertindikationen gedeckt ist.

Das Ergebnis des Impairmenttests wird vom Beteiligungsrisikomanagement überprüft.

Nicht konsolidierte Beteiligungen

Nicht konsolidierte Beteiligungen
in Millionen Euro 31.12.2010 31.12.2009
Unternehmensanteile in der Kategorie „Available for sale“ 247
279
Anteile an Kreditinstituten
145
177
Assoziierte Unternehmen
36
36
Sonstige Unternehmensanteile
109
141
Anteile an sonstigen Unternehmen
102
102
Verbundene Unternehmen
41
58
Assoziierte Unternehmen
31
36
Sonstige Unternehmensanteile
30
8
At-equity bewertete Unternehmensanteile 17
30
Assoziierte Unternehmen
17
30
Summe der nicht vollkonsolidierten Unternehmensanteile 264
309

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48 | Operationelles Risiko

Operationelle Risiken werden in der BAWAG P.S.K. definiert als die Gefahr von Verlusten, verursacht durch unzulängliche oder fehlgeschlagene interne Prozesse und Systeme, externe Ereignisse oder menschliches Fehlverhalten. Diese Definition operationeller Risiken schließt die Rechtsrisiken mit ein, nicht jedoch strategische Risiken und Reputationsrisiken, die unmittelbar durch den Vorstand bewertet und gesteuert werden.

Der Vorstand der BAWAG P.S.K. legt im Rahmen des Enterprise Risk Meetings konzernweit übergreifende Grundsätze für das Management operationeller Risiken fest. Zur Sicherstellung eines konzernweit einheitlichen Vorgehens werden die Aktivitäten durch die Abteilung Operationelles Risiko koordiniert. Das Detailmanagement operationeller Risiken in den einzelnen Geschäftsfeldern erfolgt dezentral in den jeweiligen organisatorischen Einheiten des Konzerns durch die Bereichsleiter und deren OpRisk-Agents.

Die BAWAG P.S.K. verwendet zur Berechnung der Eigenmittelerfordernisse für operationelle Risiken auf Konzern- und Einzelinstitutsebene den Basisindikatoransatz gemäß §§ 182ff. SolvaV.

Zur Gewinnung einer Datengrundlage des internen Managements des operationellen Risikos werden im Rahmen eines institutionalisierten Meldewesens kontinuierlich die aus operationellen Risiken resultierenden Ereignisse und Verluste gesammelt (zentrale Datenbank). Die nachfolgende zentrale Analyse ermöglicht die rechtzeitige Feststellung von Anhäufungen, um weitere Verluste vermeiden zu können.

Zusätzliche Informationen werden im Rahmen von Risk Control Self Assessments (RCSA) erhoben. Innerhalb eines einheitlichen Rahmens identifizieren und bewerten alle Bereiche und Tochterunternehmen jährlich ihre wesentlichen operationellen Risiken und die Wirksamkeit der Kontrollen. Dies beinhaltet die Bewertung individueller Kontrollen und die Schätzung der Wahrscheinlichkeit und des Ausmaßes von Verlusten aus den einzelnen Risiken.

Mit einer gegliederten Organisationsstruktur, klaren Kompetenzregelungen und Arbeitsanweisungen hat die BAWAG P.S.K. die Grundlage zur Verringerung von operationellen Risiken geschaffen. Außerdem tragen konsistente Richtlinien über die Pouvoirs und ein risikoadäquates internes Kontrollsystem einschließlich computergestützter Plausibilitätsprüfungen zum Ziel einer kontrollierten Risikosituation bei.

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