Kapitalmanagement

Das österreichische Bankwesengesetz (BWG) verlangt die Einhaltung einer Mindesteigenmittelquote, welche in Abhängigkeit von den risikogewichteten Aktiva zu berechnen ist. Das Kapitalmanagement der BAWAG P.S.K. erfolgt auf Basis der Eigenmittel im Sinne des BWG und im Sinne des ökonomischen Kapitalsteuerungsansatzes des ICAAP (Internal Capital Adequacy Assessment Process).

Der ICAAP der BAWAG P.S.K. ist gemäß dem Geschäfts- und Risikoprofil der Bank gestaltet und ist ein integraler Bestandteil des Planungs- und Kontrollsystems. Im Rahmen des ICAAP wird die Risikotragfähigkeit sowie die Risikodeckungsmasse entsprechend Säule 2 der Baseler Rahmenvereinbarung überwacht. Für den ICAAP werden die IFRS-Eigenmittel, gewisse stille Reserven und das Nominale der Tier II Emissionen herangezogen. Des Weiteren werden im Rahmen von ICAAP Stress-Tests durchgeführt.

Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel werden je nach Qualität in die drei Kategorien Tier I bis III eingeteilt, wobei bestimmte Anrechnungsgrenzen für Tier II und III bestehen.

Die BAWAG P.S.K. überwacht die Einhaltung der vorgeschriebenen Eigenmittelquoten laufend. Basis sind dabei die zum Monatsultimo erstellten Meldungen an die Oesterreichische Nationalbank sowie die Beobachtung der Geschäftsentwicklung.

Zu Beginn jedes Geschäftsjahres werden die budgetierten Geschäftsvolumina mit der erwarteten Veränderung der anrechenbaren Eigenmittel abgeglichen. Neben den risikogewichteten Aktiva geht das Eigenmittelerfordernis für das Wertpapierhandelsbuch unter Anwendung eines internen VaR-Modells sowie das Eigenmittelerfordernis für das operationelle Risiko in die Berechnung ein. Neben der regulatorischen Kapitalplanung werden im Rahmen des ICAAP-Prozesses den Geschäftssegmenten auf Basis ihrer Planung Kapitallimite zugewiesen.

Das Kapitalmanagement wird zentral gesteuert und erfolgt im Rahmen des monatlichen Capital Management Meetings. Kernaufgabe ist die laufende Beobachtung der Geschäftsentwicklung der Bank, die Analyse der Veränderungen der risikogewichteten Aktiva sowie deren Abgleich mit dem zur Verfügung stehenden regulatorischen Eigenkapital bzw. ICAAP-Limit und Auslastungen je Segment. Die Implementierung der Basel III Vorschriften wird ebenfalls im Rahmen des Meetings besprochen, die BAWAG P.S.K. hat die Basel III Kriterien bereits in die Kapitalsteuerung aufgenommen. Das Capital Management Meeting spricht gegebenenfalls Empfehlungen zur Stärkung der Eigenkapitaldecke an den Gesamtvorstand aus und berichtet monatlich an den Gesamtvorstand und das Enterprise Risk Meeting.

Der von der BAWAG P.S.K. im Dezember 2009 bei der Österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) gestellte Antrag, für die Berechnung des Eigenmittelerfordernisses für Kreditrisiken vom bisher verwendeten Basel-II-Standardansatz zum auf internen Ratings basierenden Ansatz (Internal Rating Based, IRB) zu wechseln, wurde im ersten Halbjahr 2010 von der Bank wieder zurückgezogen. Es ist beabsichtigt, zu einem späteren Zeitpunkt neuerlich einen Antrag bei der FMA für den Umstieg einzureichen.

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der Eigenmittel der Kreditinstitutsgruppe und deren Eigenmittelerfordernis gemäß BWG:

Eigenmittelerfordernis gemäß BWG
in Millionen Euro 31.12.2010 31.12.2009
Grundkapital, Partizipationskapital 800
800
Rücklagen (inklusive Fonds für allgemeine Bankrisiken) 1.118
954
Unterschiedsbeträge, Minderheitenanteile und Abzugsposten 307
346
Kernkapital (Tier I) 2.225
2.100
Abzug Beteiligungen -35
-51
Kernkapital (Tier I) nach Abzugsposten 2.190
2.049
Rücklage gem. § 57 BWG, Neubewertungsreserve 49
85
Ergänzungs- und Nachrangkapital 593
746
Ergänzende Elemente (Tier II) 642
831
Abzug Beteiligungen -35
-51
Anrechenbare Eigenmittel 2.797
2.829
Tier III 115
67
Eigenmittel 2.912
2.896

Den Eigenmitteln steht folgendes Eigenmittelerfordernis gegenüber:

Den Eigenmitteln steht folgendes Eigenmittelerfordernis gegenüber
Kreditrisiko 1.714
1.579
Marktrisiko 115
67
Operationelles Risiko 146
150
Eigenmittelerfordernis          
1.976
1.796

Die Kernkapitalquote (Tier I) von 9,9 % (2009: 10,0 %) sowie die Eigenmittelquote von 12,4 % (2009: 13,6 %) liegen deutlich über dem gesetzlichen Mindesterfordernis in der Höhe von 4 % und 8 %. Bezogen auf das Kreditrisiko beträgt die Kernkapitalquote (Tier I) 10,2 % (2009: 10,4 %). In der Darstellung ist die erwartete Gewinnverwendung berücksichtigt.

 

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