Ausblick

Die Weltwirtschaft wird ihren Erholungskurs in diesem Jahr fortsetzen. Der wieder erstarkte globale Handel dürfte essenzielle Impulse aus den asiatischen Schwellenländern erhalten. Die US-Wirtschaft wächst heuer voraussichtlich rascher als jene der Eurozone. Die Entschuldung der US-Privathaushalte dürfte jedoch nachhaltig auf die Konsumausgaben drücken, während im Euroraum die schlechte Arbeitsmarktsituation das Verbrauchervertrauen noch länger belasten wird. Die Folgen der Krise werden den Aufschwung zwar mittelfristig dämpfen, das Ausmaß und die Dauer der Rezession konnten dank des internationalen Krisenmanagements jedoch wesentlich reduziert werden.

In Österreich dürfte sich der Konjunkturaufschwung zunächst fortsetzen. Mehrere temporäre Faktoren spielen dabei eine Rolle: Die Wirkung des Konjunkturpaketes und der Steuerreform ist nach wie vor spürbar und die Umkehr im Lagerhaltungszyklus sorgt kurzfristig für eine stärkere gesamtwirtschaftliche Leistung. Die Ausfuhren werden heuer als wichtiger Wachstumsmotor fungieren, während sich die Investitionstätigkeit vor dem Hintergrund einer niedrigen Kapazitätsauslastung erst vorsichtig wieder beleben wird. Die Aussichten am heimischen Arbeitsmarkt hellen sich nicht auf. Zwar dürfte das Stellenangebot nun bald wieder ausgeweitet werden, allerdings nicht stark genug, um die Arbeitslosigkeit zu senken, da die heimische Wirtschaft hinter ihrem Wachstumspotenzial zurückbleibt und das Arbeitskräfteangebot stetig ansteigt. Die Lohnzuwächse bleiben daher heuer dürftig und dämpfen den privaten Konsum. Jedoch trägt die niedrige Teuerungsrate zur Entlastung der verfügbaren Einkommen bei.

Nach den erfolgreichen Maßnahmen zur Kapitalaufbringung in 2009 wird erwartet, dass der Fokus der Bank im Jahr 2010 darauf gerichtet sein wird, ihre Liquidität mittelfristig gewinnbringend einzusetzen. Ein wesentlicher Schwerpunkt wird daher die Identifikation günstiger Investitionsmöglichkeiten sein, die sowohl attraktive Margen bieten als auch der Risikostrategie der Bank entsprechen. Darüber hinaus soll das österreichische Kerngeschäft weiter ausgebaut werden. Die angestrebte Erhöhung unserer Marktanteile im Retail- und Kommerzgeschäft basiert einerseits auf den bereits im Vorjahr erfolgreich gestarteten Kampagnen und Initiativen, andererseits auf der bereits erreichten Verbesserung und Standardisierung unserer Back-Office-Prozesse, die für uns einen Wettbewerbsvorteil darstellen. Zusätzlich ist eine Beibehaltung des strengen Kostenmanagements unumgänglich, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Infolge des Konjunktureinbruchs ist für die kommenden Monate mit einer fortgesetzten Zunahme von Privatkonkursen und Unternehmensinsolvenzen zu rechnen. Daneben können Belastungen aus der Änderung von Marktwerten nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der Finanzkraft der Bank, der Entwicklung des Kernbankgeschäftes und der starken Liquiditätsposition ist die BAWAG P.S.K. jedoch dafür gerüstet. Da der Großteil des Kreditportfolios der Bank inländische Kunden umfasst, ist die zukünftige Performance wesentlich von der Entwicklung der österreichischen Wirtschaft abhängig.

Die Bank begegnet der anhaltend schwierigen Marktsituation mit einem rigorosen Risikomanagement. Neben einer laufenden, zukunftsgerichteten Überwachung auf Portfoliobasis im Retail- und Mid-Market-Segment sowie auf Einzelbasis im Bereich der großen Corporates sollen auch die Mahn- und Betreibungsprozesse weiter verbessert werden.

Ein wesentliches Vorhaben im Jahr 2010 ist die Umstellung auf den IRB-Ansatz im Kreditrisiko, wodurch das Risikomanagement weiter gestärkt werden wird. Infolge des Umstiegs werden keine signifikanten Auswirkungen auf die risikogewichteten Aktiva oder auf Expected-Loss-Berechnungen erwartet.

Insgesamt rechnen wir im Jahr 2010 mit einer anhaltend schwachen Kreditnachfrage und – infolge des niedrigen Zinsniveaus – mit einem hohen Druck auf die Margen von Spareinlagen. Die Bank hat jedoch sämtliche notwendigen Vorkehrungen getroffen, um sich auf das neue Geschäftsjahr vorzubereiten und ist durch ihre starke Liquiditäts- und Kapitalposition für potenzielle makroökonomische Schwierigkeiten bestens gerüstet.