Wesentliche Ereignisse des Geschäftsjahres
Änderungen im Vorstand
Vorstandsvorsitzender David Roberts erklärte aus gesundheitlichen Gründen Ende August 2009 seinen Rücktritt mit Wirkung vom 15. September 2009. Zu seinem Nachfolger wurde Byron Haynes ernannt, welcher seit August 2008 Vorstandsmitglied der Bank ist. Neben seiner Funktion als Chief Executive Officer übt Byron Haynes auch seine bisherige Tätigkeit als Chief Financial Officer weiter aus. Stephan Koren bleibt weiterhin stellvertretender Generaldirektor.
Änderungen im Aufsichtsrat
Im Juli 2009 legte Mike Rossi sein Mandat als Aufsichtsratsmitglied zurück. Am 27. Juli 2009 wurde Cees Maas, zuvor Chief Financial Officer, Chief Risk Officer und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ING Group NV, zum Mitglied des Aufsichtsrats der BAWAG P.S.K. bestellt.
Nach dem Ausscheiden des Aufsichtsratsvorsitzenden Wulf von Schimmelmann am 15. Oktober 2009 wurde Cees Maas zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Von Schimmelmann legte das Mandat aufgrund seiner Verpflichtungen im Zusammenhang mit seiner Bestellung zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Post AG im Jänner 2009 zurück.
Nachdem der stellvertretende Vorsitzende Daniel Wolf im Dezember seinen Rücktritt als Aufsichtsratsmitglied bekannt gegeben hatte, wurde Scott Parker mit Wirkung vom 15. Dezember 2009 als Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wurde Pieter Korteweg gewählt.
Kapital- und Garantieleistungen der Republik Österreich und der Aktionäre
Zwischen der BAWAG P.S.K., ihren Aktionären und der Republik Österreich wurde im April 2009 eine Grundsatzvereinbarung über eine Kapitalerhöhung sowie eine Garantie der Republik Österreich für bestimmte Aktiva erzielt. Das Vertragswerk steht im Einklang mit den Zielen des Finanzmarktstabilitätsgesetzes und enthält die Zeichnung von seitens der BAWAG P.S.K. ausgegebenem Partizipationskapital durch die Republik Österreich im Ausmaß von 550 Mio EUR sowie eine Garantie der Republik Österreich für bestimmte Aktiva in der Höhe von maximal 400 Mio EUR bis zum 30. Juni 2014. Darüber hinaus leisteten die Eigentümer im August 2009 einen Zuschuss von insgesamt 205 Mio EUR.
Am 22. Dezember 2009 erfolgte die vorläufige Genehmigung („Pre-Approval") der Beihilfe durch die EU-Kommission. In der Folge wurden die Verträge von der Bank, den Aktionären und der Republik Österreich unterzeichnet. Dabei hat sich die BAWAG P.S.K. unter anderem verpflichtet, in den nächsten 3 Jahren den österreichischen Klein- und Mittelbetrieben sowie österreichischen Haushalten Kredite in einem Gesamtvolumen von 1,7 Mrd EUR zusätzlich zur bisherigen Finanzierungsleistung zur Verfügung zu stellen.
Die Genehmigung der EU-Kommission ist auf sechs Monate befristet. In dieser Zeit wird die Kommission die von der Republik Österreich übermittelten und zusätzlich angeforderte Unterlagen und Informationen prüfen, bevor sie eine finale Entscheidung trifft. Mögliche kompensatorische Maßnahmen der EU-Kommission werden zusammen mit der endgültigen Genehmigung beschlossen werden.
Für 2009 steht dem Bund sowohl ein Garantieentgelt als auch eine Halbjahresdividende (9,3% p.a.) auf das Partizipationskapital zu. Die Dividende wird nach Genehmigung durch die ordentliche Hauptversammlung, welche über das Wirtschaftsjahr 2009 beschließt, ausgeschüttet werden. Die Garantiegebühr wurde Anfang 2010 gezahlt.
Basel II – Antrag zum Internal Rating Based Approach (IRB)
Die BAWAG P.S.K. hat im Dezember 2009 bei der Österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde den Antrag gestellt, für die Berechnung des Eigenmittelerfordernisses im Kreditrisiko vom bisher verwendeten Basel-II-Standardansatz zum auf internen Ratings basierenden Ansatz (Internal Rating Based, IRB) zu wechseln.
Moody’s Rating der BAWAG P.S.K.
Im Oktober 2009 unternahm die Ratingagentur Moody's eine Überprüfung des Ratings der BAWAG P.S.K. Trotz des anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeldes wurde das Rating der BAWAG P.S.K. am 2. November 2009 unverändert bestätigt und mit einem „stable outlook" versehen. Dies ist im Hinblick auf die vielen negativen Ratinganpassungen anderer Finanzinstitute als zufrieden stellendes Ergebnis anzusehen. Langfristige Anleihen der BAWAG P.S.K. sind mit Baa1 geratet, kurzfristige Verbindlichkeiten mit P2, das Financial Strength Rating ist D. Im Februar 2010 hat Moody's nach einer Änderung in der Ratingmethodologie die Prüfung aller ausstehenden Hybridkapitalpapiere beendet. Das Rating dieser Finanzinstrumente wurde auf B2 angepasst.
In den Ratingerläuterungen wurde explizit darauf hingewiesen, dass Moody's die bereits erfolgten umfangreichen Verbesserungen in der Bank anerkennt und die BAWAG P.S.K. auf dem richtigen Weg sei; besonders gewürdigt wurden die Verbesserungen auf der Risikoseite. Allerdings müsse mittelfristig auch die Profitabilität weiter gesteigert werden, um ein besseres Rating zu erreichen.
Als Begründung für den „stable outlook" führt Moody’s an, dass die Bank unter dem neuen Management erfolgreich stabilisiert werden konnte. Auch die Unterstützung durch die neue Eigentümergruppe wirkt sich positiv aus.
Wichtige Verkaufsinitiativen im Jahr 2009
Eröffnung der neuen Flagship-Filialen
Am 15. Dezember 2009 wurde die erste Wiener „Flagship-Filiale" eröffnet. Das Kundencenter in der Wipplingerstraße/Ecke Tuchlauben im 1. Bezirk entstand durch Zusammenlegung der beiden Filialen Seitzergasse und Fleischmarkt. Das neue Konzept des Kundencenters setzt Maßstäbe für eine zeitgemäße Beratung im funktionalen, ansprechenden Ambiente. Die individuelle Beratung und Betreuung der Kunden steht im Mittelpunkt.
In Salzburg-Lehen wurde eine Filiale umgebaut und wieder eröffnet. Zum Jahresende umfasste das Filialnetz der BAWAG 71 Standorte in Wien und 82 Standorte in den Bundesländern. Die PSK BANK bietet ihren Service in 1.230 Postämtern inkl. Postpartner NEU in ganz Österreich an.
Kommunalmilliarde
Im Juni 2009 wurde unter dem Motto „BAWAG P.S.K. Kommunalmilliarde" eine Initiative gestartet, mit welcher die Länder, Städte und Gemeinden Österreichs vor dem Hintergrund der schwierigen Wirtschaftslage bei zielgerichteten Investitionen in die Infrastruktur unterstützt werden sollen. Für diese Vorhaben stellt die BAWAG P.S.K. zusätzliche Finanzierungsmittel in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro zu besten Konditionen zur Verfügung, um dadurch die regionale Wertschöpfung und Beschäftigung zu fördern.
Die Bereitstellung der Gemeindemilliarde versteht sich als logische Fortsetzung der traditionell starken Beziehungen der BAWAG P.S.K. zum öffentlichen Sektor.
Die Gemeindemilliarde fand bei den Gebietskörperschaften in ganz Österreich großen Zuspruch.
„Unternehmen Österreich"
Im September 2009 wurde die neue Herbstkampagne der BAWAG P.S.K., „Unternehmen Österreich", vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine längerfristige und nachhaltige Initiative, die allen Österreichern und Österreicherinnen zugute kommen und die heimische Wirtschaft stärken soll.
Die Kampagne umfasst maßgeschneiderte Services und Produktlösungen für Privat-, Unternehmens- und Kommunalkunden und bietet eine Reihe attraktiver Spar- und Veranlagungsprodukte mit Österreich-Bezug.
Sicherheitsbarometer
Im Oktober 2009 führte die BAWAG P.S.K. das Sicherheitsbarometer ein, mit welchem alle Spar-, Veranlagungs- und Lebensversicherungsprodukte gekennzeichnet werden, um den Zusammenhang zwischen Sicherheit und Ertrag transparent zu machen.
easybank
Die Direktbank der BAWAG P.S.K.Gruppe easybank setzte ihren äußerst erfolgreichen Kurs, der auf dem Angebot einfacher und transparenter Produkte basiert, im Jahr 2009 fort. Das gratis Gehaltskonto der easybank wurde zum vierten Mal in Folge Sieger im Test der Arbeiterkammer.
Rechtliche Aspekte
SPhinX
Anfang März 2008 wurde von SPhinX-Gesellschaften beim Supreme Court of the State of New York eine Klage gegen mehr als fünfzig Beklagte, darunter auch die BAWAG P.S.K., eingebracht. In dieser Klage ist kein konkreter Klagsbetrag genannt.
Im New Yorker Verfahren sind noch verschiedene Anträge auf Zurückweisung dieser Klage anhängig. Daneben findet die Beweisaufnahme (Erhebung und Sichtung von Dokumenten) statt; Zeugeneinvernahmen erfolgten bereits in mehrtägigen Hearings. Die BAWAG P.S.K. hat ihre Forderungen aus nicht rückgelösten Investments in SPhinX Funds im Umfang von ca. 29,4 Mio USD bei den Liquidatoren von SPhinX geltend gemacht.
In dieser Causa gab es 2009 keine wesentliche Bewegung, die Forderungen der Bank sind nach wie vor nicht anerkannt. Es liegt zwischenzeitlich ein Verteilungsentwurf der Liquidatoren vor, über den jedoch noch nicht abschließend entschieden wurde.
Umsetzung der Zahlungsdiensterichtlinie
Mit 1. November 2009 trat das Zahlungsdienstegesetz (ZaDiG) in Kraft. Die erforderlichen Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie sonstiger Formulare und Bedingungen wurden rechtzeitig vorgenommen und die notwendigen Zustimmungen von Kunden eingeholt. Notwendige technische Umstellungen im Zusammenhang mit den geänderten Vorschriften (z.B. hinsichtlich des Valuta- und Buchungsdatums bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs) sind erfolgt.
Änderungen im Beteiligungsportfolio
Sparda Bank Wien
Die SPARDA Bank Aktiengesellschaft wurde rückwirkend zum 30. Juni 2008 auf die BAWAG P.S.K. mittels „Upstream Merger" verschmolzen. Die Eintragung in das Firmenbuch erfolgte am 23. Jänner 2009, womit der Verschmelzungsvorgang rechtlich abgeschlossen war. Die Marke „Sparda Bank" bleibt erhalten.
Abspaltung des ÖVKB Retailgeschäfts
Im Mai 2009 wurde die Abspaltung des Retailgeschäfts aus der Österreichischen Verkehrskreditbank (ÖVKB) und die Verschmelzung dieses Geschäftszweiges in die BAWAG P.S.K. beschlossen. Die Abspaltung wurde mit 1. Oktober 2009 wirksam.
Hintergrund und Motivation für die Verschmelzung war die Ausschöpfung von Synergien vor allem im Privatkundengeschäft der BAWAG P.S.K. Gruppe sowie der Zugang zu den sehr attraktiven Bahnhofsstandorten der ÖVKB für alle Privatkunden der Bankengruppe.
Sonstige wesentliche Änderungen im Beteiligungsportfolio
Im ersten Halbjahr 2009 wurde die Liquidation der irländischen Tochtergesellschaft BAWAG International Finance Ltd. eingeleitet. Mit der Liquidation der Gesellschaft BAWAG Capital Advisors wurde im November 2009 begonnen. Einige Gesellschaften in Jersey und eine luxemburgische Gesellschaft wurden ebenfalls in Liquidation gesetzt.
Im zweiten Halbjahr 2009 hat die Bank ihre Anteile an der Athena Erste Beteiligungen AG und an der IPO Beteiligungs-Management AG veräußert und im Gegenzug die Beteiligungsquote an der Athena Zweite Beteiligungen AG erhöht. Darüber hinaus wurde ein Immobilienpaket durch Einlage in Projektgesellschaften und anschließende Veräußerung der Gesellschaften abgegeben.
