Erläuterungen zum Jahresabschluss

Einleitung

Die Berichterstattung des Konzerns erfolgt nach dem Regelwerk der International Financial Reporting Standards (IFRS).

Der Ausweis erfolgt nach dem „Financial Reporting“ (FINREP) Schema für Konzernmeldungen an die Oesterreichische Nationalbank (OeNB), welches dem vom Committee of European Banking Supervisors (CEBS) empfohlenen Rahmenwerk für die einheitliche Finanzberichterstattung von international tätigen Banken entspricht. Durch dieses Schema werden die nach IAS 39 vorgeschriebenen Bewertungskategorien deutlich hervorgehoben.

Der Konzern umfasst insgesamt 48 Unternehmungen im In- und Ausland (2007: 55). Die wesentlichen Änderungen im Berichtsjahr waren folgende:

Im Jänner 2008 erfolgte das Closing des Verkaufs der Beteiligungen an der Klavierfabrik Bösendorfer und am Fernsehsender ATV. Die im Jahr 2007 initiierten Verkaufsprozesse der Tochterbanken in der Slowakei und Tschechien wurden 2008 erfolgreich abgeschlossen.

Die 2008 im Zuge des Aufbaus eines neuen Geschäftsfeldes gegründeten Gesellschaften BAWAG Jersey Capital und BAWAG Capital Advisors wurden in den Konzern aufgenommen.

Als Töchter der P.S.K. Beteiligungsverwaltung wurden die BV Vermögensverwaltung und die BV Holding neu gegründet. In diesen Gesellschaften wurden die Aktivitäten des strukturierten Kreditportfolios und einiger Unternehmensanleihen der BAWAG P.S.K. gebündelt. Da beide Gesellschaften voll konsolidiert werden und keine neuen Investitionen getätigt wurden, haben sich aus Konzernsicht durch diese Transaktionen keine Änderungen ergeben.

Mit Stichtag 30. Juni 2008 wurde die 100-%-Tochter Sparda Bank in die BAWAG P.S.K. verschmolzen. Auch diese Transaktion hat keinen Einfluss auf das Konzernergebnis.

Wesentliche Banken des Konzerns sind neben der BAWAG P.S.K. die easybank, die Österreichische Verkehrskreditbank, die BAWAG P.S.K. Wohnbaubank, die BAWAG P.S.K. Invest, die slowenische BAWAG Banka dd und die BAWAG Malta Bank. Wesentliche Nichtbanken sind die Leasinggruppe, der BAWAG P.S.K. Immobilien-Teilkonzern, die Schuhhandelskette Stiefelkönig sowie die erwähnten neu gegründeten Gesellschaften. Die BAWAG P.S.K. Versicherung wird seit der Abgabe der Mehrheit im Jahr 2007 at-equity bilanziert.

Die Bilanzsumme lag per 31. Dezember 2008 mit 41.578 Mio EUR um 3.269 Mio EUR oder 7,3 % unter dem Vorjahreswert. Hauptursache für diese Entwicklung war der Verkauf der Osttöchter Istrobanka und BAWAG Bank CZ, der zu einem Rückgang der Aktiva um 2,5 Mrd EUR führte. Durch den Ausweis der Forderungen und Verbindlichkeiten dieser Banken in der Position Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen, die zur Veräußerung gehalten werden im Jahr 2007 ist die Vergleichbarkeit bei den einzelnen Aktiv- und Passivposten mit dem Vorjahr gegeben.

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Aktiva

Aktiva
in Millionen Euro 2008 2007
Veränderung
Barreserve 717 945 -228 -24,1%
Finanzielle Vermögensgegenstände 14.367 13.624 +743 +5,5%
Zum Zeitwert über die GuV geführt
4.048 5.815 -1.767 -30,4%
Zur Veräußerung verfügbar
2.492 285 +2.207 >+100%
Bis zur Endfälligkeit gehalten
5.366 6.094 -728 -11,9%
Handelsbestand
2.461 1.430 +1.031 +72,1%
Kredite und Forderungen 25.246 26.552 -1.306 -4,9%
Kunden
20.697 20.023 +674 +3,4%
Kreditinstitute
4.549 6.529 -1.980 -30,3%
Sicherungsgeschäfte 27 +27
Sachanlagen 379 170 +209 >+100%
Immaterielle Vermögensgegenstände 295 340 -45 -13,2%
Sonstige Vermögensgegenstände 547 680 -133 -19,6%
Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen, die zur Veräußerung gehalten werden 2.536 -2.536 -100,0%
Summe der Aktiva 41.578 44.847 -3.269 -7,3%

Der Rückgang der Barreserve um 228 Mio EUR (-24,1 %) auf 717 Mio EUR ist auf eine stichtagsbedingt geringere Mindestreservehaltung bei der OeNB zurückzuführen.

Zum Zeitwert über die GuV geführte finanzielle Vermögensgegenstände wurden zum 31. Dezember 2008 mit 4.048 Mio EUR ausgewiesen, das sind um 1.767 Mio EUR bzw. um 30,4 % weniger als ein Jahr zuvor. Neben der planmäßigen Tilgung waren Marktwertveränderungen beim strukturierten Kreditportfolio die wesentliche Ursache für diese Entwicklung.

Die Zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögensgegenstände betrugen 2.492 Mio EUR, nach 285 Mio EUR zum Vorjahresultimo. Dieser Zugang ist auf das neu geschaffene „liquidity book“ innerhalb der Treasuryveranlagungen zurückzuführen, das dieser Kategorie gewidmet wurde. Dieses Buch enthält liquide Bankanleihen.

Der Rückgang in der Kategorie Bis zur Endfälligkeit gehalten um 728 Mio EUR oder 11,9 % wurde durch die Tilgung der hier ausgewiesenen Wertpapiere verursacht. Neue Investitionen wurden nur in geringem Umfang vorgenommen.

Held for trading umfasst nicht nur die Positionen des Handelsbuches, sondern auch sämtliche positiven Marktwerte von Derivaten, auch wenn diese als Sicherungsgeschäft für das Bankbuch dienen. Für die Steigerung um 1.031 Mio EUR (+72,1 %) auf 2.461 Mio EUR waren in erster Linie höhere Bewertungen bei den Derivaten ausschlaggebend, wobei eine analoge Entwicklung auf der Passivseite zu beobachten war.

Die Position Kredite und Forderungen enthält jene Aktivgeschäfte mit Kunden und Kreditinstituten, die zu Anschaffungskosten bewertet sind. Die Forderungen an Kunden sind im Berichtsjahr um 674 Mio EUR oder 3,4 % auf 20.697 Mio EUR gestiegen. Dahinter steht eine äußerst unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Kundensegmente: Die Forderungen an den öffentlichen Sektor – vor allem an die Republik Österreich – sind 2008 um mehr als 500 Mio EUR (-60,4 %) gesunken, während die Kredite an Unternehmen um knapp 1 Mrd EUR (+10,8 %) ausgeweitet werden konnten. Der überwiegende Teil dieses Neugeschäftes wurde mit österreichischen Kunden abgeschlossen und unterstützte damit die Kreditversorgung der heimischen Wirtschaft. Das Retailkreditgeschäft entwickelte sich mit einem Zuwachs von mehr als 300 Mio EUR (+4,9 %) ebenfalls überaus erfreulich.

Die Forderungen an Kreditinstitute betrugen zum Bilanzstichtag 4.549 Mio EUR. Der Rückgang um 1.980 Mio EUR ist durch den ungewöhnlich hohen Bestand zum 31. Dezember 2007 bedingt.

Die BAWAG P.S.K. hat im laufenden Geschäftsjahr erstmals Fair-Value-Hedge-Accounting angewendet. Beim Fair-Value-Hedge wird ein Vermögenswert oder eine Verpflichtung gegen Marktwertänderungen abgesichert, wobei Wertänderungen des Grund- und des Sicherungsgeschäftes in derselben Periode in der Erfolgsrechnung erfasst werden. Dabei wird das Sicherungsinstrument erfolgswirksam zum Fair Value angesetzt und das Grundgeschäft um jene Fair-Value-Änderungen erfolgswirksam fortgeschrieben, die sich in Bezug auf das abgesicherte Risiko ergeben. In der Position Sicherungsgeschäfte (aktiv und passiv) werden die Marktwerte dieser Derivate ausgewiesen.

Der Sachanlagenbestand betrug zum Bilanzstichtag 379 Mio EUR. Zum 31. Dezember 2007 waren in dieser Position nur die Werte jener Grundstücke und Gebäude enthalten, für die keine Verkaufsabsicht bestanden hatte. Inklusive jener Immobilien, für die Verkaufsabsicht bestanden hatte, verfügte die BAWAG P.S.K. zu diesem Stichtag über ein Sachanlagevermögen von 493 Mio EUR. Aufgrund der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt wurden 2008 diese Objekte nur teilweise verkauft. Für den Fall, dass sich die Marktbedingungen in den kommenden Monaten ändern, könnten durchaus einzelne Liegenschaften oder kleinere Immobilienpakete zum Verkauf gelangen.

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Passiva

Passiva
in Millionen Euro 2008 2007 Veränderung
Finanzielle Verbindlichkeiten 39.336 40.289 -953 -2,4%
Zum Zeitwert über die GuV geführt
6.854 7.226 -372 -5,1%
Handelsbestand
2.526 3.252 -726 -22,3%
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
29.956 29.811 +145 +0,5%
Kunden
22.585 22.080 +505 +2,3%
Kreditinstitute
3.668 4.048 -380 -9,4%
Emissionen
3.703 3.683 +20 +0,5%
Sicherungsgeschäfte 50 +50
Rückstellungen 462 518 -56 -10,8%
Sonstige Verbindlichkeiten 404 371 +33 +8,9%
Verbindlichkeiten in Veräußerungsgruppen, die zur Veräußerung gehalten werden 1.539 -1.539 -100,0%
Eigenkapital 1.138 1.752 -614 -35,0%
Fremdanteile 188 378 -190 -50,3%
Summe der Passiva 41.578 44.847 -3.269 -7,3%

Unter Zum Zeitwert über die GuV geführt werden im Rahmen der finanziellen Verbindlichkeiten jene Emissionen und Einlagen ausgewiesen, die zum Marktwert bilanziert werden und nicht dem Handelsbestand angehören. Zum Jahresultimo 2008 beliefen sich diese Verbindlichkeiten auf 6.854 Mio EUR, das waren um 372 Mio EUR oder 5,1 % weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang ist einerseits bedingt durch das Auslaufen eines Großgeschäftes, andererseits durch die Tilgung von Eigenen Emissionen, denen aufgrund der ungünstigen Konditionen auf den internationalen Finanzmärkten kein entsprechendes Neugeschäft gegenüberstand. Die strukturierten Sparprodukte erhöhten sich um 319 Mio EUR. Deren Verzinsung hängt nicht nur vom Zinsniveau an sich, sondern auch von anderen Faktoren ab, wie der Inflationsrate oder der Entwicklung von Indices. Da diesbezügliche Risiken für die BAWAG P.S.K. durch Derivate abgesichert sind, wurden diese Produkte dieser Ausweiskategorie zugeordnet, um eine wirtschaftlich korrekte Darstellung sicherzustellen.

Der Handelsbestand verringerte sich 2008 um 726 Mio EUR bzw. 22,3 % auf 2.526 Mio EUR. Während die Marktwerte der Derivate – analog zur Aktivseite – deutlich gestiegen sind, konnten dank der hervorragenden Liquiditätsposition der Bank Repogeschäfte im Ausmaß von 1,7 Mrd EUR rückgeführt werden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden lagen mit 22.585 Mio EUR um 505 Mio EUR oder 2,3 % über dem Vorjahreswert. Sowohl bei den Spareinlagen (+347 Mio EUR) als auch bei den Sonstigen Einlagen (+168 Mio EUR) konnte ein deutlicher Zuwachs erzielt werden. Zusammen mit den oben erwähnten strukturierten Sparprodukten beliefen sich die Spareinlagen zum 31. Dezember 2008 auf 15.431 Mio EUR (+666 Mio EUR bzw. +4,5 %).

Die positive Entwicklung der Kundeneinlagen ermöglichte es 2008, die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 380 Mio EUR oder 9,4 % auf 3.668 Mio EUR zu reduzieren.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Eigenen Emissionen lagen mit 3.703 Mio EUR geringfügig über dem Vorjahresniveau.

Der Rückgang der Rückstellungen um 56 Mio EUR auf 462 Mio EUR zum 31. Dezember 2008 ist hauptsächlich auf die widmungsgemäße Verwendung einer Rückstellung zurückzuführen.

Aufgrund des Jahresfehlbetrages 2008 und der nach IFRS notwendigen Bildung einer negativen Rücklage aus der Bewertung der zur Veräußerung verfügbaren Vermögensgegenstände in Höhe von 37 Mio EUR nach Steuern hat sich das Eigenkapital um 614 Mio EUR auf 1.138 Mio EUR verringert.

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Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung
in Millionen Euro 2008 2007 Veränderung
Nettozinsertrag 652,5 602,9 +49,6 +8,2%
Provisionsüberschuss 143,9 145,5 -1,6 -1,1%
Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten -595,8 -0,5 -595,3 >-100%
Sonstige betriebliche Erträge/Aufwände 14,1 101,3 -87,2 -86,1%
Verwaltungsaufwand -617,4 -549,5 -67,9 -12,4%
Planmäßige Abschreibungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen -87,5 -106,8 +19,3 +18,1%
Rückstellungen und Wertberichtigungen -281,4 -758,0 +476,6 +62,9%
Ergebnis von At-Equity bewerteten Beteiligungen -32,5 -0,9 -31,6 >-100%
Jahresfehlbetrag vor Steuern -804,1 -566,0 -238,1 -42,1%
Steuern vom Einkommen und Ertrag 89,3 101,3 -12,0 -11,8%
Jahresfehlbetrag -714,8 -464,7 -250,1 -53,8%
Fremdanteile 167,3 12,2 +155,1 >+100%
Konzernjahresfehlbetrag -547,5 -452,5 -95,0 -21,0%

Der Nettozinsertrag konnte 2008 um 50 Mio EUR oder 8,2 % auf 653 Mio EUR gesteigert werden. Dies zeigt den Erfolg der Strategie, das Kerngeschäft der BAWAG P.S.K. zu forcieren. Dabei ist es auch gelungen, entsprechende Margen zu lukrieren.

Der Provisionsüberschuss blieb mit 144 Mio EUR auf dem Niveau des Vorjahres. Die Provisionserträge aus dem Kreditgeschäft sind deutlich gestiegen. Erträge aus dem Zahlungsverkehr und Provisionen aus dem Abschluss von Versicherungen und Bausparverträgen haben sich leicht verbessert, während die Erträge aus dem Wertpapier- und Depotgeschäft, in erster Linie durch die Finanzkrise bedingt, merklich zurückgegangen sind.

Die Position Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten enthält das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis der finanziellen Vermögensgegenstände. Im Jahr 2008 betrug der Verlust 596 Mio EUR. Dieser resultiert einerseits aus Aufwendungen, die aus der Bewertung und dem Verkauf des strukturierten Kreditportfolios entstanden, sowie aus sonstigen Wertpapier- und Derivatbewertungen. Dem stand ein Nettogewinn aus dem Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Geschäftsfeldern (vor allem Auslandstöchter) sowie der aus den gestiegenen Spreads resultierende Bewertungserfolg der zum Marktwert bewerteten Eigenen Emissionen und der zugehörigen Derivate gegenüber.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwände entstanden 2008 in Höhe von 14 Mio EUR. In der Vergleichsperiode 2007 hatten Sonderfaktoren, wie die Veräußerung von Immobilien und Erträge aus abgeschlossenen Rechtsgeschäften, für einen ungewöhnlich hohen Ertrag von 101 Mio EUR gesorgt.

Die Verwaltungsaufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr auf 617 Mio EUR und erhöhten sich damit gegenüber 2007 um 68 Mio EUR oder 12,4 %. Der Anstieg ist in erster Linie auf personelle Investitionen in Höhe von 16 Mio EUR zur Ausweitung unserer Geschäftstätigkeit, personelle Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 21 Mio EUR in Zusammenhang mit unserem Sozialplan sowie höhere Rückstellungen für das Sozialkapital in Höhe von 26 Mio EUR (bedingt durch neue Sterbetafeln und die Änderung des Rechenzinssatzes) zurückzuführen.

Die sonstigen Betriebsaufwendungen erhöhten sich geringfügig um 5 Mio EUR oder 1,9 % auf 242 Mio EUR, hauptsächlich bedingt durch höhere Marketingausgaben zur Forcierung unseres inländischen Kundengeschäftes.

Die mit 88 Mio EUR um 19 Mio EUR geringeren Abschreibungen erklären sich durch den Verkauf von Liegenschaften im Vorjahr (Einmaleffekt 2007, geringere Abschreibung 2008) und durch den Wegfall der Aufwendungen der veräußerten Tochterbanken.

Die Aufwendungen für Rückstellungen und Wertberichtigungen betrugen im Jahr 2008 281 Mio EUR. In dieser Zahl sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 82 Mio EUR für jene Teile des strukturierten Kreditportfolios enthalten, die der Kategorie Bis zur Endfälligkeit gehalten gewidmet sind. Ein weiterer Sonderfaktor ist eine Wertberichtigung von 31 Mio EUR für in Schwierigkeiten geratene US-amerikanische und isländische Banken. Diese offenen Forderungen wurden bis auf einen Restbetrag von 6 Mio EUR an erwarteten Tilgungen voll wertberichtigt. Im Jahr 2007 war der Einmaleffekt (-600 Mio EUR) des Wegfalls der Haftung der Republik Österreich von wesentlicher Bedeutung.

Im Ergebnis von At-Equity bewerteten Beteiligungen (-33 Mio EUR) wird vor allem der anteilige Jahresverlust der BAWAG P.S.K. Versicherung, der durch die Bewertung von Veranlagungen bedingt ist, ausgewiesen.

Der Steuerertrag in Höhe von 89 Mio EUR ergibt sich im Wesentlichen durch latente Steuern aus der unterschiedlichen Bewertung nach Steuerrecht und IFRS sowie der möglichen Nutzung des vorhandenen Verlustvortrages aufgrund des Business Case des Vorstandes.

Unter Fremdanteile am Jahresfehlbetrag (+167 Mio EUR) werden jene Teile des Ergebnisses ausgewiesen, die Minderheitsbeteiligungen an Tochterunternehmen zuzurechnen sind.

Per saldo errechnete sich für 2008 ein Konzernjahresfehlbetrag von 548 Mio EUR (2007: 453 Mio EUR).

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Konzerneigenmittel der BAWAG P.S.K. Kreditinstitutsgruppe nach BWG

Konzerneigenmittel der BAWAG P.S.K. Kreditinstitutsgruppe nach BWG
in Millionen Euro 2008 2007
Grundkapital 250 250
Rücklagen (inklusive Fonds für Allgemeine Bankrisiken) 1.007 1.467
Unterschiedsbeträge, Minderheitenanteile und Abzugsposten 232 396
Kernkapital (Tier I) 1.489 2.113
Abzug Beteiligungen -56 -46
Kernkapital (Tier I) nach Abzugsposten 1.433 2.067
Rücklage gem. § 57 BWG, Neubewertungsreserve 13 15
Ergänzungs- und Nachrangkapital 790 898
Ergänzende Elemente (Tier II) 803 913
Abzug Beteiligungen -56 -46
Anrechenbare Eigenmittel 2.180 2.934
Tier III 55 36
Eigenmittel 2.235 2.970

Basis für die Eigenmittelberechnung sind die Ergebnisse der Mitglieder der Kreditinstitutsgruppe nach UGB/BWG. Zum 31. Dezember 2008 hat die BAWAG P.S.K. einen Fonds für Allgemeine Bankrisiken gemäß § 57 Absatz 2 BWG in Höhe von 80 Mio EUR gebildet. Da das Jahresergebnis 2008 vor Rücklagenbewegung in der BAWAG P.S.K. negativ war, wurden Rücklagen in Höhe von 541 Mio EUR aufgelöst. Das Bewertungsergebnis des strukturierten Kreditportfolios bewirkte zudem einen Rückgang der anrechenbaren Minderheitsanteile.

Eigenmittelerfordernis

Eigenmittelerfordernis
in Millionen Euro 2008 2007
Kreditrisiko 1.667 1.992
Marktrisiko 55 36
Operationelles Risiko 131
Erfordernis 1.853 2.028

Damit ergeben sich eine Kernkapitalquote (Tier I) von 6,6 % und eine Eigenmittelquote von 9,8 %. Beide Quoten liegen deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen. Bezogen auf das Kreditrisiko (ohne Berücksichtigung des operationellen Risikos) beträgt die Kernkapitalquote (Tier I) 6,9 %.

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Geschäftsentwicklung – um Sonderfaktoren bereinigt

Beide Berichtsjahre sind durch zahlreiche Sonderfaktoren geprägt, die sowohl durch die wirtschaftliche Entwicklung – insbesondere auf den Finanzmärkten – als auch durch die Umstrukturierung in der BAWAG P.S.K. selbst hervorgerufen wurden und das vorliegende Ergebnis beeinträchtigten. Nachfolgende Darstellung zeigt die um Sonderfaktoren bereinigte Pro-forma-Gewinn- und Verlustrechnung, wie sie bankintern zur besseren Nachvollziehbarkeit des Kerngeschäftes verwendet wird:1)

Pro-forma-Gewinn- und Verlustrechnung

Pro-forma-Gewinn- und Verlustrechnung
in Millionen Euro 2008 2007 Veränderung
Nettozinsertrag 675 597 +78 +13,1%
Provisionsüberschuss 144 146 -2 -1,4%
Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten 46 -46 -100,0%
Sonstige betriebliche Erträge/Aufwände 17 19 -2 -10,5%
Betriebserträge 836 808 +28 +3,5%
Verwaltungsaufwand -559 -562 +3 +0,5%
Planmäßige Abschreibungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen -87 -101 +14 +13,9%
Betriebsaufwendungen -646 -663 +17 +2,6%
Betriebsergebnis 190 145 +45 +31,0%
Rückstellungen und Wertberichtigungen -90 -89 -1 -1,1%
Ergebnis von At-Equity bewerteten Beteiligungen -1 +1 +100,0%
Jahresüberschuss vor Steuern 100 55 +45 +81,8%
Steuern vom Einkommen und Ertrag 18 -18 -100,0%
Jahresüberschuss 100 73 +27 +37,0%
Fremdanteile -20 -14 -6 -42,9%
Konzernjahresüberschuss 80 59 +21 +35,6%

1) Bereinigt um die Auswirkung von Marktwertveränderungen des strukturierten Kreditporfolios und anderer durch die globale Finanzkrise betroffenen Forderungen sowie um Einmalgewinne bzw. Verluste aus dem Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Beteiligungen und einmalige Restrukturierungskosten und Investitionen.

Das Kerngeschäft der BAWAG P.S.K. verzeichnete 2008 ein kräftiges Wachstum, der Jahresüberschuss vor Steuern erhöhte sich um 82 % auf 100 Mio EUR.

Der Nettozinsertrag verbesserte sich um 78 Mio EUR oder 13 % auf 675 Mio EUR. Der Provisionsüberschuss betrug 144 Mio EUR. Insgesamt erhöhten sich die Betriebserträge um 3 % auf 836 Mio EUR.

Die Betriebsaufwendungen sanken 2008 um 17 Mio EUR bzw. 3 %, obwohl beträchtliche personelle Investitionen in Höhe von 16 Mio EUR vorgenommen wurden, um die Ausweitung der Geschäftstätigkeit zu forcieren. Die Sachaufwendungen wurden um 15 % auf 206 Mio EUR reduziert.

Die verstärkte Fokussierung auf unsere Retail- und Kommerzkunden im Kernmarkt Österreich resultierte in einer beträchtlichen Ausweitung der Geschäftstätigkeit. Das heimische Retailgeschäft entwickelte sich sehr gut: Die Erträge stiegen um 8 %, was auf einen erheblichen Anstieg der Spar- und Sichteinlagen von mehr als 1 Mrd EUR (+7 %) sowie höhere Margen zurückzuführen ist. Die Anzahl unserer Privatkunden nahm 2008 um 10 % zu. Aktuelle Umfragen bestätigen ein gestiegenes Kundenvertrauen in die BAWAG P.S.K. und eine höhere Zufriedenheit.

Das Kommerzkundengeschäft verlief vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2008 sehr gut. Eine neue kundenorientierte Organisationsstruktur und die Verstärkung der regionalen und branchenspezifischen Kompetenz bewirkte eine Verbesserung unserer Serviceleistungen und der Kundenzufriedenheit. Die Kommerzkundenkredite (exkl. Öffentlicher Sektor und Finanzinstitute) erhöhten sich um 11 % auf mehr als 10 Mrd EUR. Die Nettoerträge aus dem Provisionsgeschäft entwickelten sich dank der gestiegenen Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen ebenfalls gut.

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