Wesentliche Ereignisse des Geschäftsjahres

Änderungen im Vorstand

David Roberts, der bereits seit Mai 2007 Berater der Bank und seit November 2007 Vorstandsmitglied war, wurde mit 1. Jänner 2008 als Nachfolger von Ewald Nowotny zum Vorstandsvorsitzenden der BAWAG P.S.K. ernannt. Gleichzeitig wurde Dr. Stephan Koren zum stellvertretenden Generaldirektor bestellt.

Am 1. August 2008 wurde Byron Haynes und am 15. September 2008 Regina Prehofer in den Vorstand bestellt, um die Umsetzung der Strategie der BAWAG P.S.K. voranzutreiben: die verstärkte Ausrichtung des Bankgeschäftes auf den Kernmarkt Österreich. Regina Prehofers Verantwortungsbereich umfasst das österreichische Privat- und Firmenkundengeschäft der BAWAG P.S.K. Byron Haynes wurde zum Chief Financial Officer der Bank ernannt. Gleichzeitig übernahm Stephan Koren am 1. September 2008 die Funktion des Chief Risk Officer von Jochen Bottermann, welcher am 31. Dezember 2008 aus Altersgründen aus dem Vorstand der Bank ausgeschieden ist, der Bank jedoch als Senior Advisor weiterhin zur Verfügung steht. Jochen Bottermann war während seiner Zeit im Vorstand unter anderem für den Einstieg der Bank in Osteuropa verantwortlich. Weiters hat er das Geschäft mit Klein- und Mittelunternehmen (KMU) erfolgreich ausgebaut.

Alois Steinbichler verließ die Bank im September 2008, um sich neuen Herausforderungen zu widmen. Er hat erfolgreich mitgeholfen, die Liquiditätsposition der Bank zu stabilisieren und die Bank in Osteuropa zu repositionieren.

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Änderungen im Aufsichtsrat

Nach seinem Ausscheiden als Vorstand wechselte Ewald Nowotny im Jänner 2008 in den Aufsichtsrat der Bank. Im Juli 2008 trat er als Aufsichtsratsmitglied zurück. Als Nachfolger wurde Mike Rossi, ein internationaler Bankenexperte, in den Aufsichtsrat der Bank berufen.

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Zusammenlegung der Zentralen am Standort Georg-Coch-Platz

Nach dem Verkauf mehrerer Immobilien im Jahr 2007, unter anderem auch der Zentrale der BAWAG in der Seitzergasse im 1. Wiener Gemeindebezirk, wurde die Zusammenlegung der zentralen Standorte Seitzergasse und Georg-Coch-Platz in Angriff genommen. Dieses Projekt konnte mit Dezember 2008 erfolgreich abgeschlossen werden. Der neue Firmensitz der BAWAG P.S.K. ist nun das von Otto Wagner entworfene Gebäude der ehemaligen Österreichischen Postsparkasse am Georg-Coch-Platz 2, 1018 Wien.

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Transformationsprogramm

Im Dezember 2008 konnte ein weiteres großes Projekt der Bank, das Transformationsprogramm, abgeschlossen werden. Ziel dieses Programms war es, den Vertrieb zu stärken und von administrativen Tätigkeiten zu entlasten sowie gleichzeitig effiziente, automatisierte und rasche Prozesse im Backoffice zu etablieren. Im Rahmen dieses Projektes stärkte die Bank ihre Risikoorganisation, indem das Know-how in vier regionalen Risikokompetenzzentren gebündelt wurde. Neben der Überarbeitung bestehender kamen 2008 zudem neue Risikoinstrumente zum Einsatz.

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Zahlungsverkehr

Am 28. Jänner 2008 startete in der Europäischen Union die schrittweise Umsetzung des einheitlichen elektronischen Zahlungsverkehrsraums SEPA („Single Euro Payments Area“). Dieser hat die Vereinheitlichung der europäischen Zahlungsverkehrssysteme zum Ziel. Die BAWAG P.S.K. war im Rahmen des Austrian Payment Council (APC) von Anfang an in sämtliche Umsetzungsschritte eingebunden und bereits zum Zeitpunkt der Einführung als erste österreichische Bank SEPA-konform.

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Basel II – Antrag zum Internal Rating Based Approach (IRB)

Die BAWAG P.S.K. hat im Dezember 2009 bei der Österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde den Antrag gestellt, für die Berechnung des Eigenmittelerfordernisses im Kreditrisiko vom bisher verwendeten Basel-II-Standardansatz zum auf internen Ratings basierenden Ansatz (Internal Rating Based, IRB) zu wechseln.

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Rechtliche Aspekte

Ansprüche früherer Vorstandsmitglieder

Am 30. April 2006 wurden die Verträge mit den Vorstandsmitgliedern Christian Büttner, Hubert Kreuch, Peter Nakowitz und Josef Schwarzecker aufgelöst. Johann Zwettler ist mit 31. Dezember 2005 zurückgetreten. Aufgrund der strafrechtlichen Verfahren gegen diese Personen wurde die Zusage diverser vertraglicher Vergütungen zurückgezogen. Auf Basis der vorliegenden Stellungnahmen der Rechtsvertreter der BAWAG P.S.K. ist davon auszugehen, dass wesentliche Teile der laut Dienstvertrag grundsätzlich bestehenden Ansprüche der ehemaligen Vorstandsmitglieder nicht mehr durchsetzbar sind.

Das anhängige Strafverfahren ist in erster Instanz abgeschlossen, alle ehemaligen Vorstandsmitglieder wurden wegen Untreue und Bilanzfälschung sowie (mit Ausnahme von Christian Büttner ) zu Schadenersatzzahlungen an unser Institut in Höhe von zumindest 67,7 Mio EUR verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Refco, SPhinX

Im Frühjahr 2006 war die BAWAG P.S.K. im Zusammenhang mit der Insolvenz des US-amerikanischen Brokerhauses Refco Gegenstand von Untersuchungen des U.S. Department of Justice (DOJ) und darüber hinaus mit Klagsandrohungen des Creditors Committee der unbesicherten Gläubiger aus der Refco-Insolvenz sowie dem Investor T.H. Lee konfrontiert. Am 6. Juni 2006 wurde mit allen Parteien (DOJ, Creditors Committee, T.H. Lee) ein Vergleich geschlossen, welcher die Bank zu einer unbedingten Zahlung von 675 Mio USD verpflichtete. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass im Falle des Verkaufs der Bank zu einem Verkaufspreis über 1.800 Mio EUR weitere 30 % des Verkaufserlöses, maximal jedoch 200 Mio USD, als bedingte Vergleichszahlung zu leisten sind.

Dieser Vergleich wurde am 11. September 2006 gerichtlich bestätigt und die Zahlung des unbedingten Vergleichsbetrags in Höhe von 675 Mio USD wurde zur Gänze (je 50 % an Refco Group Ltd, LLC und das DOJ) von der BAWAG P.S.K. geleistet. Im Mai 2007 erfolgte eine weitere Zahlung von insgesamt 200 Mio USD anlässlich des Closing des Kaufvertrags betreffend die Aktien der BAWAG P.S.K. Auch die restlichen Zahlungen an T.H. Lee, für welche die BAWAG P.S.K. gehaftet hatte, wurden mittlerweile zur Gänze geleistet.

Aufgrund des US-amerikanischen Rechtssystems besteht auf Basis dieses Vergleichs zwar eine Einigung mit den Vertragsparteien, Klagen sonstiger Personen sind jedoch nicht vollständig ausgeschlossen. Anfang März 2008 wurde von SPhinX-Gesellschaften beim Supreme Court of the State of New York eine Klage gegen mehr als fünfzig Beklagte, darunter auch die BAWAG P.S.K., eingebracht. In dieser Klage ist kein konkreter Klagsbetrag genannt. Bisher wurde im Wesentlichen nur die Zuständigkeit geklärt, derzeit stehen Verfahrensfragen im Vordergrund und werden umfangreiche Unterlagen für das weitere Verfahren vorbereitet.

Die BAWAG P.S.K. hat ihre Forderungen aus nicht rückgelösten Investments in SPhinX Funds im Umfang von ca. 29,4 Mio USD bei den Liquidatoren von SPhinX geltend gemacht. Bislang wurden diese Forderungen nicht anerkannt. Im Fall der Aufrechterhaltung der Forderungsbestreitung nach abschließender Prüfung müssten diese Forderungen beim zuständigen Gericht auf den Cayman Islands geltend gemacht werden.

Am 26. Dezember 2006 trat die Restrukturierung der Ansprüche aus dem Refco-Konkurs in Kraft. Insgesamt wurden 331 Mio USD an Forderungen von Parteien angemeldet, die nicht am Vergleich mit der BAWAG P.S.K. teilgenommen haben. Die Bank geht davon aus, dass aus diesen Ansprüchen nur ein geringes Risiko droht.

Eine weitere ursprünglich angedrohte Klage von Global Management Worldwide Limited wurde der Bank zwar zugestellt, war zum Zeitpunkt ihrer Zustellung aber bereits durch eine neue, überarbeitete Klage, in der die Bank nicht mehr als Beklagte erwähnt wurde, überholt. Die Bank hat gegenüber den Anwälten der Gegenpartei auf eventuelle Einwendungen aufgrund von Verjährungsbestimmungen verzichtet.

Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im Oktober 2008 eine Unterlassungsklage gegen die BAWAG P.S.K. eingebracht. Inkriminiert wurde von der Verbraucherschutzorganisation, dass die Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nicht transparent hervorgehoben wurden und daher für die Konsumenten nicht klar genug ersichtlich sei, welche konkreten Änderungen eine Zustimmung erfordern.

Unmittelbar nach Zustellung der Klage und als Folge von Gesprächen mit dem VKI wurde die Art und Weise der Kundeninformation über die Änderung der AGB geändert. Auch die bereits verständigten Kunden wurden in schriftlicher Form nochmals ausführlich informiert. In der Zwischenzeit wurde das Gerichtsverfahren durch einen Vergleich beendet.

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Änderungen im Beteiligungsportefeuille

Im Jänner 2008 erfolgte das Closing des Verkaufs der Beteiligungen an der Klavierfabrik Bösendorfer und am Fernsehsender ATV.

Die im Jahr 2007 initiierten Verkaufsprozesse der Tochterbanken in der Slowakei und Tschechien wurden 2008 erfolgreich abgeschlossen. Die slowakische Istrobanka wurde im Rahmen eines internationalen Bieterprozesses an die belgische KBC verkauft; das Closing fand am 1. Juli 2008 statt. Die tschechische BAWAG Bank CZ wurde mit Wirkung vom 1. September 2008 an die deutsche Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verkauft. Beide Transaktionen warfen für die BAWAG P.S.K. einen Gewinn ab.

Der zu Beginn des Geschäftsjahres 2008 eingeleitete Verkauf eines zweiten großen Immobilienpakets wurde aufgrund der ungünstigen Marktbedingungen nicht finalisiert. Für den Fall, dass sich die Marktbedingungen in den kommenden Monaten ändern, könnten durchaus einzelne Liegenschaften oder kleinere Immobilienpakete zum Verkauf gelangen.

Die BAWAG P.S.K. hat sich entschlossen, den im ersten Halbjahr 2008 eingeleiteten Verkaufsprozess der Stiefelkönig-Gruppe aufgrund veränderter Marktverhältnisse in der Einzelhandelsbranche vorerst zu stoppen. Die Bank arbeitet nun daran, die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmensgruppe nachhaltig zu steigern.

Die „Oesterreichische Clearingbank AG“ wurde im Oktober 2008 im Zuge der internationalen Finanzkrise und auf Basis des Interbankmarktstärkungsgesetzes mit dem Zweck gegründet, den Liquiditätsaustausch zwischen den österreichischen Banken zu verbessern sowie den Liquiditätskreislauf in Gang zu halten. Die BAWAG P.S.K. hat sich mit einem Anteil von 5,17 % an dieser Gesellschaft beteiligt.

Im Oktober 2008 hat ein Bankenkonsortium, bestehend aus UniCredit Bank Austria AG, Erste Group Bank AG, Raiffeisen Zentralbank Aktiengesellschaft, Österreichische Volksbanken-Aktiengesellschaft und der BAWAG P.S.K. unter Mitwirkung der Oesterreichischen Nationalbank und der Republik Österreich vereinbart, der CONSTANTIA PRIVATBANK AKTIENGESELLSCHAFT Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, um die Liquidität und den Bestand der Bank zu sichern und den Finanzmarkt Österreich zu stärken. Zu diesem Zweck wurde die Aviso Gamma GmbH als Holdinggesellschaft gegründet, an der sich die BAWAG P.S.K. mit 10,625 % beteiligt hat. Im Anschluss daran hat die Aviso Gamma GmbH die CONSTANTIA PRIVATBANK AKTIENGESELLSCHAFT erworben.

Das strukturierte Kreditportfolio der BAWAG P.S.K. wurde 2008 an die BV Vermögensverwaltung GmbH veräußert. Das Unternehmen befindet sich im Eigentum der Bank und wurde gegründet, um diese Investitionen zu bündeln. Zudem wurden Unternehmensanleihen der Bank an die BV Holding GmbH verkauft, welche ebenfalls ein neu gegründetes Tochterunternehmen ist, an dem die BAWAG P.S.K. indirekt zu 100 % beteiligt ist.

Die P.S.K. Beteiligungsverwaltung GmbH hat im Dezember 2008 70.472 Stück Aktien (entspricht einem Anteil von 0,5 %) an der ungarischen MKB Bank Zrt an die Saberasu Japan Investments II B.V. verkauft. Letztere wird von der CERBERUS CAPITAL MANAGEMENT, L.P., kontrolliert. Der Verkauf erfolgte zum anteiligen Buchwert der MKB-Aktien nach UGB in der P.S.K. Beteiligungsverwaltung GmbH.

Im Dezember 2008 wurde der 26-%-Anteil an der Allianz Pensionskasse AG zum Buchwert veräußert.

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