Risikobericht
Einführung und Überblick
Die BAWAG P.S.K. identifiziert, misst, überwacht und steuert alle Risiken der BAWAG P.S.K. Gruppe. Auf Grund des Einsatzes von Finanzinstrumenten bestehen die folgenden Risiken, die im Risikomanagement durch unterschiedliche Überwachungs- und Steuerungsprozesse adressiert werden:
- Kreditrisiko
- Marktrisiko
- Liquiditätsrisiko
- Beteiligungsrisiko
- Operationelles Risiko
Der vorliegende Risikobericht informiert über die Positionierung der Gruppe gegenüber jedem Einzelnen der oben angeführten Risiken.
Risikomanagement – Risikoorganisation
Die Risikostrategie wird vom Gesamtvorstand der BAWAG P.S.K. festgelegt. Die Grundsätze des Risikomanagements, die Festlegung von Limiten für alle relevanten Risiken sowie die Verfahren zu deren Überwachung sind in Risikohandbüchern und Arbeitsrichtlinien festgehalten. Der Gesamtvorstand wird monatlich über die Gesamtrisikosituation sowie die Lage in den spezifischen Risikoarten informiert; quartalsweise erfolgen Risikoberichte an den Kontrollausschuss des Aufsichtsrates.
Die risikopolitischen Vorgaben sowie die Risikosysteme werden regelmäßig dahingehend überprüft, ob sie den geänderten Marktbedingungen wie auch den Veränderungen im Angebot von Produkten und Dienstleistungen entsprechen. Die BAWAG P.S.K. arbeitet in einem disziplinierten und konstruktiven Umfeld der Risikoüberwachung, in dem sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrer Funktionen und Pflichten bewusst sind.
Im Lauf des Jahres 2008 wurde das Risikomanagement der Gruppe weiter den Erfordernissen der spezifischen Risikoarten angepasst. Die Risikomanagement-Organisation umfasst die folgenden Bereiche:
- Corporate & Institutional Risk
- Marktrisiko
- Operationelles Risiko
- Retail & SME Risk
- Risiko Reporting
- Risk Sciences
- Sondergestion & Betreibungen
- Spezialprojekte
44 | Kreditrisiko
Als Kreditrisiko wird das Risiko verstanden, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Im Rahmen des Risikomanagements berücksichtigt und konsolidiert die BAWAG P.S.K. alle Kreditrisikokomponenten und -aggregate, wie das Ausfallrisiko einzelner Schuldner, das Länderrisiko und das Branchenrisiko.
Im Retail-Segment wird die Kreditwürdigkeit der Privat- und Small-Business-Kunden über ein automatisiertes Scoringverfahren ermittelt. Dieses besteht aus einem Antrags-Scoring, das auf bewährten und anerkannten mathematisch-statistischen Methoden beruht, sowie einem Verhaltens-Scoring, dem die Kontogestion des Kunden zugrunde liegt, woraus eine monatlich aktualisierte Bonitätseinschätzung unserer Kunden resultiert.
Für die überwiegende Mehrzahl der Kommerzkunden der BAWAG P.S.K. liegt keine Risikoeinschätzung (Rating) von externen Rating-Agenturen vor. Bevor neue Risiken übernommen werden (bzw. die bestehenden Positionen ausgeweitet werden oder die Risikoeinschätzungen zu aktualisieren sind), wird eine Bonitätsanalyse der Kreditnehmer auf Basis eines kundensegmentbezogenen, internen Rating-Verfahrens durchgeführt. Die Rating-Verfahren beruhen grundsätzlich auf einer Reihe quantitativer und qualitativer Faktoren. Die auf diese Weise bestimmten Risikokategorien der einheitlichen BAWAG P.S.K.-Masterskala werden den Kunden zugeordnet und repräsentieren deren individuelle, geschätzte Ausfallswahrscheinlichkeiten.
Alle Risikokomponenten außerhalb des Privatkundensegments werden innerhalb der BAWAG P.S.K. Gruppe mithilfe einer spezifischen IT-Anwendung auf Kunden- und Kundengruppenebene aggregiert. Um Klumpenrisiken auf Kunden- und Kundengruppenebene aufzuzeigen, sind in Abhängigkeit von der Risikoklasse und der Gesamtforderungshöhe bzw. unbesicherten Forderungshöhe Berichtspflichten an Vorstand und Aufsichtsrat definiert.
Portfolioentwicklung 2008
Die in den Vorjahren begonnene Portfolioentwicklung setzte sich 2008 mit Zuwächsen im Retail-Segment bei gleichzeitigem Rückgang im Volumen an Ausleihungen an den öffentlichen Sektor sowie Kreditinstitute fort. Die Ausleihungen im Corporate-Segment konnten um 1.091 Mio EUR ausgeweitet werden, während die Ausleihungen an Privatkunden um 369 Mio EUR anstiegen.
Kreditrisiko je Kundensegment, in Millionen Euro1)
| Segment | Buchwert Kredite2) | Wertpapiere | Außerbilanzielle Geschäfte | Gesamtrisiko | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| |
31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
| Banken | 2.382 | 6.510 | 4.384 | 3.660 | 2.264 | 3.345 | 9.030 | 13.515 |
| Öffentlicher Sektor | 6.542 | 5.331 | 2.717 | 3.288 | 723 | 423 | 9.982 | 8.856 |
| Unternehmen | 10.553 | 9.462 | 2.725 | 3.852 | 1.590 | 2.281 | 14.869 | 15.235 |
| Retail KMU | 1.487 | 1.450 | – | – | 75 | 79 | 1.562 | 1.529 |
| Retail Privatkunden | 5.661 | 5.292 | – | – | 63 | 122 | 5.724 | 5.413 |
| Sonstige | 55 | 55 | 145 | 82 | 661 | 744 | 861 | 827 |
| Summe | 26.680 | 28.099 | 9.972 | 10.882 | 5.377 | 6.993 | 42.028 | 45.375 |
1) Zum Gesamtrisiko zählen Buchwerte und bilanzneutrale Positionen, wie Garantien und nicht in Anspruch genommene Kontolimits. Zu Vergleichszwecken werden die Zahlen des Jahres 2007 ohne Istrobanka und BAWAG Bank CZ ausgewiesen.
2) Inklusive fair-value-bewerteter Aktiva.
Die Übersicht zeigt das Nettoexposure nach Regionen gegliedert in einer Ultimate-Risk-Darstellung. In dieser werden die offenen Volumina ihrem letztendlichen Risikoland zugeordnet, z.B. werden von der Republik Österreich garantierte Exportförderungskredite dem Risikoland Österreich zugeordnet.
Den überwiegenden Schwerpunkt der Außenstände der BAWAG P.S.K. Gruppe bilden weiterhin Finanzierungen österreichischer Kunden und bereits in deutlich geringerem Ausmaß Außenstände an westeuropäische Kunden. Die CEE-Außenstände wurden durch den Verkauf der Istrobanka in der Slowakei sowie der BAWAG Bank CZ in der Tschechischen Republik reduziert. Zu Vergleichszwecken werden die Zahlen des Jahres 2007 ohne Istrobanka und BAWAG Bank CZ ausgewiesen.
Geografische Verteilung des Kreditportfolios: CEE
| in Millionen Euro | Netto-Exposure | Bank | Nicht-Bank | Staat | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | |
| Slowenien | 834 | 1.078 | 32 | 42 | 802 | 1.036 | – | – |
| Slowakei | 63 | 83 | 7 | – | 56 | 74 | – | 9 |
| Euroraum | 897 | 1.161 | 39 | 42 | 858 | 1.110 | – | 9 |
| Ungarn | 201 | 142 | 88 | 77 | 104 | 50 | 9 | 15 |
| Tschechien | 142 | – | 3 | – | 139 | – | – | – |
| Rumänien | 37 | 38 | 19 | 22 | 18 | 16 | – | – |
| Polen | 21 | 110 | – | – | 11 | 81 | 10 | 29 |
| Lettland | 20 | 33 | 20 | 33 | – | – | – | – |
| Estland | 6 | 9 | – | – | 6 | 9 | – | – |
| Bulgarien | 1 | 1 | – | – | 1 | 1 | – | – |
| Nicht-Euroraum | 428 | 333 | 130 | 132 | 279 | 157 | 19 | 44 |
| Russland | 235 | 134 | 44 | 63 | 191 | 71 | – | – |
| Kroatien | 52 | 96 | 7 | 26 | 19 | 46 | 26 | 24 |
| Türkei | 22 | 32 | 4 | – | 18 | 28 | – | 4 |
| Kasachstan | 9 | 17 | 6 | – | 3 | 17 | – | – |
| Serbien | 7 | 14 | – | – | 7 | 14 | – | – |
| Montenegro | 5 | 6 | – | – | 5 | 6 | – | – |
| Bosnien-Herzegowina | 1 | 2 | – | – | 1 | 2 | – | – |
| Ukraine | 1 | 2 | – | – | 1 | 2 | – | – |
| Nicht-EU | 332 | 303 | 61 | 89 | 245 | 186 | 26 | 28 |
| Summe | 1.657 | 1.797 | 230 | 263 | 1.382 | 1.453 | 45 | 81 |
Der Schwerpunkt des verbleibenden CEE-Volumens in Höhe von 1,66 Mrd EUR (nach Abzug bestehender Sicherheiten) liegt mit 834 Mio EUR in Slowenien, daneben sind Russland mit 235 Mio EUR, Ungarn mit 201 Mio EUR und die Tschechische Republik mit 142 Mio EUR die größten Einzelländer. Das Volumen in Ungarn beinhaltet die Forderungen gegenüber einer Beteiligung, der Beteiligungsansatz selbst ist nicht berücksichtigt.
Gefährdete Kredite
Für Kredite, bei denen anzunehmen ist, dass die bestehenden Ansprüche nicht vollständig rückgeführt werden, werden Vorsorgen für Wertminderungsverluste gebildet. Diese entsprechen der Schätzung der eingetretenen aber noch nicht bekannten Verluste im Kreditportfolio. Die Hauptkomponenten sind
- Wertberichtigungen, die nach eingehender Analyse auf der Basis der Einschätzung des Bereiches Kreditrisiko unter der Verantwortung des Bereiches Sondergestion & Betreibungen manuell gebildet werden,
- Wertberichtigungen, die im Fall von mehr als zwei unbezahlten Raten und fortdauernden Girokonto-Limitüberziehungen sowie bei Klagseröffnungen vollautomatisch durch das Kernbanksystem gebildet werden.
IFRS Portfoliowertberichtigung gemäß IAS 39 AG 89
Für zum Bilanzstichtag bereits eingetretene aber noch nicht wahrgenommene Wertminderungen des Konzernkreditportfolios („incurred but not detected losses“) wird eine Wertberichtigung auf Portfoliobasis gebildet. Dabei wird angenommen, dass von den zum Stichtag nicht als ausgefallen angesehenen Kunden ein bestimmter Prozentsatz bereits “incurred but not detected” ist.
Für die Berechnung dieser Wertberichtigung werden die Forderungen in homogene Portfolios mit vergleichbaren Risikomerkmalen gruppiert. Die Quantifizierung erfolgt auf Basis des erwarteten Verlustes unter Berücksichtigung der Zeitdauer zwischen Eintritt und Erkennen des Ausfalles („Loss Identification Period“). Diese wird für alle Forderungen mit drei Monaten angenommen und laufend überprüft. Zum 31.12.2008 beträgt die IFRS Portfoliowertberichtigung Euro 28,8 Mio EUR gegenüber 21,8 Mio EUR zum 31. Dezember 2007.
Überblick über die Kreditqualität: Aushaftende Kreditbeträge in diversen Kategorien
| in Millionen Euro | Bruttoforderungen (ohne Wertpapiere) | Wertberichtigung | Buchwert | Sicherheit | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| |
31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
| Einzeln wertberichtigte Forderungen | ||||||||
Banken |
37 | 1 | 34 | 1 | 3 | – | – | – |
Öffentlicher Sektor |
– | – | – | – | – | – | – | – |
Unternehmen |
186 | 334 | 126 | 211 | 60 | 123 | 38 | 19 |
Retail KMU |
164 | 165 | 133 | 125 | 31 | 40 | 11 | 12 |
Retail Privatkunden |
123 | 122 | 100 | 89 | 23 | 33 | 8 | 10 |
Summe |
510 | 622 | 393 | 426 | 117 | 196 | 56 | 42 |
| Pauschal wertberichtigte Forderungen | ||||||||
Öffentlicher Sektor |
– | – | – | – | – | – | – | – |
Unternehmen |
1 | 17 | 1 | – | – | 17 | – | 9 |
Retail KMU |
60 | 44 | 25 | 21 | 35 | 23 | 17 | 13 |
Retail Privatkunden |
392 | 333 | 259 | 240 | 133 | 93 | 22 | 11 |
Portfolio-Wertberichtigung |
– | – | 29 | 22 | -29 | -22 | – | – |
Summe |
453 | 394 | 314 | 283 | 139 | 111 | 39 | 32 |
| Überfällige, aber nicht wertberichtigte Forderungen | ||||||||
Überfällig seit |
||||||||
30–60 Tagen |
78 | 111 | – | – | 78 | 111 | 32 | 34 |
60–90 Tagen |
76 | 23 | – | – | 76 | 23 | 38 | 13 |
90–180 Tagen |
49 | 140 | – | – | 49 | 140 | 30 | 88 |
mehr als 180 Tagen |
74 | 1 | – | – | 74 | 1 | 49 | – |
Summe |
277 | 275 | – | – | 277 | 275 | 149 | 135 |
| Normale aushaftende Beträge (nicht überfällig / keine Wertberichtigung) | ||||||||
Ohne Rating |
915 | 1.023 | – | – | 915 | 1.023 | 223 | 255 |
Risikoklasse 1 |
6.937 | 6.964 | – | – | 6.937 | 6.964 | 719 | 970 |
Risikoklasse 2 |
2.204 | 4.877 | – | – | 2.204 | 4.877 | 341 | 1.916 |
Risikoklasse 3 |
5.846 | 5.471 | – | – | 5.846 | 5.471 | 2.320 | 1.649 |
Risikoklasse 4 |
5.790 | 4.879 | – | – | 5.790 | 4.879 | 2.295 | 2.044 |
Risikoklasse 5 |
2.025 | 1.761 | – | – | 2.025 | 1.761 | 930 | 885 |
Risikoklasse 6 |
813 | 734 | – | – | 813 | 734 | 371 | 329 |
Risikoklasse 7 |
1.417 | 1.658 | – | – | 1.417 | 1.658 | 639 | 980 |
Risikoklasse 8 |
202 | 151 | – | – | 202 | 151 | 125 | 66 |
Summe |
26.147 | 27.517 | – | – | 26.147 | 27.517 | 7.962 | 9.093 |
| Summe | 27.387 | 28.808 | 707 | 709 | 26.680 | 28.099 | 8.207 | 9.302 |
Überfällige Kredite ohne Wertberichtigung
Für überfällige Kredite werden keine Wertberichtigungen gebildet, wenn kein Zweifel über die Kreditwürdigkeit des Schuldners besteht, ausreichende Sicherheiten bestehen oder die Betreibung der geschuldeten Beträge bereits soweit fortgeschritten ist, dass der Eingang der geschuldeten Beträge unmittelbar bevorsteht.
Sicherheiten
Im Konzern-Sicherheitenhandbuch sind alle von der BAWAG P.S.K. akzeptierten Sicherheiten aufgelistet. Für jede Sicherheitenart sind vorsichtige Belehnwertfaktoren definiert. Die in der obenstehenden Tabelle angeführten Beträge geben die intern nach Abzug eines Discounts angerechneten Werte (Belehnwerte) bestehender Sicherheiten wieder.
Sondergestion und Betreibungen
Der Bereich Sondergestion und Betreibungen verantwortet die umfassende Gestion und Abwicklung von ausfallgefährdeten Kreditengagements. Vorrangige Ziele sind die Minimierung von Verlusten durch Bereitstellung von Know-how bei der Sanierung sowie im Abwicklungsfall die Realisierung eines Maximums an Betreibungserlösen.
Frühzeitiges Erkennen von möglichen Problemfällen
Kunden, die aus unterschiedlichsten Gründen, wie z.B. Branche, Risikokonzentration, Bonitätsverschlechterung etc., einer besonders sorgfältigen Überwachung bedürfen, werden bis zum Zeitpunkt einer Änderung in eine so genannte “Watch List” aufgenommen, was oftmalige Überprüfungen der jeweiligen Entwicklung zur Folge hat.
Strukturiertes Kreditportfolio
Zum Wertpapierportfolio der BAWAG P.S.K. zählt ein Portfolio von strukturierten Kredittiteln mit einem Nominalwert von 3,08 Mrd EUR und einem aktuellen Buchwert gemäß IFRS von 1,75 Mrd EUR (exklusive Anteile, die von Minderheiten getragen werden). Die resultierende Risikoposition wird in den folgenden Tabellen nach der bestehenden Ratingstruktur, nach Restlaufzeiten und Regionen dargestellt.
Strukturiertes Kreditportfolio nach Risikoklassen zum 31.12.2008 (IFRS Buchwert)
| in Millionen Euro | AAA | AA | A | BBB | BB und schlechter | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CDO-of-ABS | 10 | 36 | – | – | – | 46 |
| CDO-of-ABS w. Subprime | 29 | 23 | 24 | 2 | 30 | 107 |
| CLO | 197 | 224 | 4 | – | – | 425 |
| CLO² | – | – | 4 | – | – | 4 |
| CMBS | 24 | 18 | – | – | 4 | 46 |
| Consumer CDO | – | – | 5 | – | – | 5 |
| Corporate CDO | 71 | 44 | 22 | 11 | 35 | 182 |
| Corporate CDO² | 85 | 273 | 8 | 261 | 41 | 668 |
| Corporate CPDO | – | – | – | – | 41 | 41 |
| Corporate LSS | 119 | – | – | – | 27 | 146 |
| European RMBS | 33 | 16 | 8 | – | – | 58 |
| Non Performing Loans CDO | – | – | 1 | – | – | 2 |
| US RMBS | 15 | – | – | – | 2 | 17 |
| Summe | 583 | 634 | 75 | 274 | 180 | 1.745 |
Strukturiertes Kreditportfolio nach Restlaufzeiten zum 31.12.2008 (IFRS Buchwert)
| in Millionen Euro | Bis 2010 | 2011–2013 | 2014–2016 | Ab 2017 | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| CDO-of-ABS | – | 18 | 3 | 25 | 46 |
| CDO-of-ABS w. Subprime | 10 | 2 | 7 | 89 | 107 |
| CLO | 11 | – | 114 | 300 | 425 |
| CLO² | 2 | – | 2 | – | 4 |
| CMBS | 12 | 28 | – | 5 | 46 |
| Consumer CDO | – | – | – | 5 | 5 |
| Corporate CDO | 63 | 61 | 45 | 14 | 182 |
| Corporate CDO² | 515 | 152 | 1 | – | 668 |
| Corporate CPDO | – | – | 19 | 22 | 41 |
| Corporate LSS | 67 | 79 | – | – | 146 |
| European RMBS | 15 | 27 | 2 | 14 | 58 |
| Non Performing Loans CDO | – | – | 1 | – | 2 |
| US RMBS | – | 11 | – | 4 | 17 |
| Summe | 695 | 378 | 193 | 479 | 1.745 |
Strukturiertes Kreditportfolio nach Regionen zum 31.12.2008 (IFRS Buchwert)
| in Millionen Euro | USA | Kontinentaleuropa | UK | Sonstige | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| CDO-of-ABS | 3 | 36 | 7 | – | 46 |
| CDO-of-ABS w. Subprime | 74 | 9 | 24 | – | 107 |
| CLO | 197 | 186 | 41 | 2 | 425 |
| CLO² | 2 | 2 | – | – | 4 |
| CMBS | 28 | 16 | 2 | – | 46 |
| Consumer CDO | – | 5 | – | – | 5 |
| Corporate CDO | 77 | 86 | 19 | – | 182 |
| Corporate CDO² | 318 | 265 | 84 | – | 668 |
| Corporate CPDO | 19 | 19 | 3 | – | 41 |
| Corporate LSS | 100 | 29 | 16 | – | 146 |
| European RMBS | – | 53 | 5 | – | 58 |
| Non Performing Loans CDO | – | 2 | – | – | 2 |
| US RMBS | 17 | – | – | – | 17 |
| Summe | 835 | 705 | 202 | 2 | 1.745 |
Abkürzungen:
ABS: Asset Backed Security
CDO: Collateralized Debt Obligation
CLO: Collateralized Loan Obligation
CMBS: Commercial Mortgage Backed Security
CPDO: Constant Proportion Debt Obligation
LSS: Leveraged Super Senior
RMBS: Residential Mortgage Backed Security
Die BAWAG P.S.K. hat 2008 aktive Schritte zur Reduktion des Markt- und Kreditrisikos im strukturierten Kreditportfolio unternommen. So wurden im ersten Quartal des Jahres Absicherungspositionen auf die Kreditspread-Indices iTraxx und CDX eingegangen, um das Mark-to-market-Risiko von synthetischen CDO-Positionen zu reduzieren. Gehebeltes Exposure auf den US-CMBS-Markt wurde Anfang Februar verkauft. Mehrere Corporate-CDO- und CDO²-Transaktionen wurden mit großen Banken als Handelspartner über Mikrohedges abgesichert, wobei das resultierende Kontrahentenausfallsrisiko durch CSAs begrenzt wird, unter denen Barsicherheiten in Höhe des jeweiligen aktuellen Marktwertes des Sicherungsgeschäftes als Sicherstellung geleistet werden muss.
Die BAWAG P.S.K. verwendet eigene Bewertungsmodelle, um den beizulegenden Zeitwert von Transaktionen zu bestimmen, für die kein aktiver Markt besteht. Solche Modelle werden für CDO-of-ABS mit Subprime, Corporate CDOs und CDO², Corporate CPDOs, Corporate LSS, CLOs sowie entsprechende Mikrohedges verwendet. Alle Modelle der BAWAG P.S.K. sind auf aktiv gehandelte Instrumente, wie ABX, tranchierter iTraxx und CDX, tranchierter LCDX, kalibriert und verwenden alle verfügbaren Marktdaten (wie z.B. Zinskurven, CDS-Spreads, Preise von gehebelten Finanzierungen etc.).
Aufgrund der Situation an den Kreditmärkten ergaben sich 2008 Marktwertverluste von 799,3 Mio EUR (davon werden 717,2 Mio EUR unter „Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden“ und 82,1 Mio EUR unter „Wertberichtigungen von finanziellen Vermögensgegenständen“ ausgewiesen) sowie realisierte Verluste von 28,4 Mio EUR. Weiters wurden 22,0 Mio EUR an Restrukturierungskosten aufwandswirksam erfasst.
Sensitivitätsanalyse des strukturierten Kreditportfolios
Für alle durch Modelle abgedeckte Transaktionen (CDO-of-ABS w. Subprime, CLO, Corporate CDO, Corporate CDO², Corporate CPDO, Corporate LSS) wurden zwei Szenarios analysiert, um die Sensitivität der Portfoliobewertung hinsichtlich Änderungen der primären Bewertungsparameter darzustellen. Die beiden Szenarios berücksichtigen einerseits Änderungen der Kreditqualität der einzelnen Unternehmen bzw. Kreditpools, andererseits Änderungen der systemischen Risiken (Korrelationsstruktur).
Konkret wurde für Corporate CDO, Corporate CDO², Corporate CPDO und Corporate LSS im ersten Szenario eine Steigerung der Credit-Spreads der im iTraxx und CDX enthaltenen Unternehmen um 50 Basispunkte bzw. für nicht enthaltene Unternehmen eine entsprechende relative Steigerung unterstellt. Für CLOs wurde ein Preisverfall am Sekundärmarkt für besicherte Kredite (Leveraged Loans) von 10 Prozentpunkten (von durchschnittlich 65 % auf 55 %) angenommen. Für CDO-of-ABS w. Subprime wurde die Prepayment-Annahme um 25 % reduziert, erwartete Ausfalls- und Verlustraten um 25 % bzw. 5 % erhöht. Im zweiten Szenario wurden Änderungen der Ausfallskorrelation untersucht. Für Corporate CDO, Corporate CDO², Corporate CPDO und Corporate LSS wurde die Korrelation um 10 Prozentpunkte reduziert, für CLOs um 10 Prozentpunkte erhöht.
Die Tabelle zeigt die Auswirkungen der Simulationen auf das IFRS-Ergebnis der BAWAG P.S.K.
| Assetklasse in Millionen Euro | Szenario 1 (Spreads) | Szenario 2 (Korrelationen) |
|---|---|---|
| CDO-of-ABS | – | – |
| CDO-of-ABS w. Subprime | -16 | – |
| CLO | -24 | -1 |
| CLO² | – | – |
| CMBS | – | – |
| Consumer CDO | – | – |
| Corporate CDO | -2 | -4 |
| Corporate CDO² | -24 | -19 |
| Corporate CPDO | -2 | – |
| Corporate LSS | -17 | 14 |
| European RMBS | – | – |
| Non Performing Loans CDO | – | – |
| US RMBS | – | – |
| Summe | -85 | -9 |
Für synthetische Corporate CDOs existiert ein Makrohedge, welcher aus Short-Positionen auf den iTraxx und CDX besteht und einen großen Teil der oben gezeigten Marktwertänderung aufheben würde.
45 | Marktrisiko
Das Marktrisiko ist das Risiko eines Verlusts infolge offener Risikopositionen im Markt und einer ungünstigen Entwicklung der Marktrisikofaktoren (Zinssätze, Wechselkurse, Aktienkurse, Volatilitäten). Ein Marktrisiko kann im Zusammenhang mit Trading- und Nicht-Trading-Aktivitäten auftreten.
In der BAWAG P.S.K. wird besonderer Wert auf die Identifikation, Bewertung, Analyse und das Management des Marktrisikos gelegt, das für alle Marktrisiken auf Gruppenebene dem Bereich Market Risk obliegt.
Das Marktrisiko wird durch die vom Vorstand der BAWAG P.S.K. genehmigten Marktrisikolimits, bestehend aus VaR-, Sensitivitäts-, Volumens- und Worst-Case-Limits, begrenzt.
Im Rahmen des Risikomanagements wird der Vorstand von der Marktrisikoposition, der Limit-Ausnützung und der Gewinn- und Verlustsituation verständigt. In Bezug auf die BAWAG P.S.K. erfolgt diese Information großteils täglich, in Bezug auf die Gruppe monatlich.
Alle Strategien, Organisationsverfahren, Grundsätze des Risikomanagements und Risiko-Monitoring sowie die vom Vorstand genehmigten Marktrisikolimits werden in einem gruppeninternen Marktrisikohandbuch und einem speziellen “BAWAG P.S.K. Treasury Handbuch” ausgewiesen.
Das Marktrisiko im Handelsbuch
Die BAWAG P.S.K. nutzt seit 1998 den Value at Risk (VaR) eines Internen Modells, das von der Oesterreichischen Nationalbank geprüft und vom Bundesministerium für Finanzen genehmigt worden ist, zur Steuerung und Begrenzung der handelsbezogenen Marktrisiken. Es umfasst die Risikokategorien Zins-, Aktien- und FX-Risiko (im Jahr 2008 bestand kein aktiver Aktiendesk im Handelsbuch) bzw. nach Risikoarten betrachtet das lineare und das nichtlineare Gamma- und Vegarisiko.
Die Value-at-Risk-Ergebnisse fließen aufgrund der einheitlichen Darstellung des Marktrisikos sowohl in die interne Risikosteuerung als auch in das aufsichtsrechtliche Meldewesen ein. Der regulatorische Kapitalbedarf des Handelsbuches für das spezifische Risiko wird nach dem gesetzlichen Standardverfahren berechnet.
Das Modell beruht auf einem Varianz/Kovarianz-Ansatz, indem der Value at Risk für alle Handelspositionen mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 % unter Berücksichtigung der Korrelationen mit dem IT-System PMS für eine Haltedauer von 1 Tag bzw. 10 Tage berechnet wird. Um die Vorhersagekraft des Modells zu prüfen, wird das Handelsbuch zusätzlich einer Monte-Carlo-Simulation unterzogen und die Ergebnisse werden gegenübergestellt.
Die VaR-Limite werden des Weiteren durch Sensitivitätslimite und Worst-Case-Limite ergänzt.
Am 31. Dezember 2008 betrug der VaR (inklusive Gamma- und Vegarisiko) auf Basis eines Konfidenzintervalls von 99 % und einer Haltefrist von 1 Tag 1,48 Mio EUR (Stand 28.12.2007: 1,06 Mio EUR).
Das Ergebnis des aggregierten VaR, das den Diversifizierungseffekt berücksichtigt, weicht von der Summe der einzelnen VaR-Ergebnisse der Risikokategorien wie folgt ab:
Value-at-Risk im Handelsbuch (99 %, 1 Tag Haltedauer), Geschäftsjahr 2008, in Millionen Euro
| Risikokategorie | Minimum | Maximum | Durchschnitt | 31.12.2008 |
|---|---|---|---|---|
| FX-Risiko | 0,36 | 1,20 | 0,69 | 0,64 |
| Zins-Risiko | 0,42 | 1,68 | 0,82 | 1,13 |
| Gesamt (ohne Korrelationen) | 0,96 | 2,27 | 1,50 | 1,77 |
| Gesamt (mit Korrelationen) | 0,71 | 2,11 | 1,27 | 1,48 |
| Diversifikation | k.A. | k.A. | -0,24 | -0,28 |
Da die minimale und maximale Risikokennzahl in den spezifischen Risikokategorien an unterschiedlichen Handelstagen auftreten können, ist eine Aggregation der Werte nicht zulässig.
Die Aussagekraft und Zuverlässigkeit des Modells wird durch tägliches Backtesting (Rückvergleiche) überprüft, indem die hypothetisch erzielten Gewinne und Verluste von zwei aufeinander folgenden Handelstagen dem Value at Risk des ersten Tages gegenübergestellt werden. Sollte ein negatives Rückvergleichsergebnis niedriger sein als der VaR, so wird dies als „Ausnahme“ bezeichnet.
In der BAWAG P.S.K. ergab sich im Laufe der Berichtsperiode eine Ausnahme, womit die Güte des Modells bestätigt wird und der vom BMF bestimmte, bestmögliche Multiplikator von 3 für die Eigenmittelberechnung, der seit der Anwendung des Modells im Jahre 1998 stets gleich geblieben ist, beibehalten werden kann.
Nachfolgend werden die täglichen VaR-Werte (99 %, 1 Tag Haltedauer) den täglichen Backtesting-Ergebnissen (Delta) in der Berichtsperiode grafisch gegenübergestellt.
Als Risikomaß quantifiziert der Value at Risk den potenziellen Verlust unter normalen Marktbedingungen. Die VaR-Methode basiert auf der Annahme, dass die Preisdaten aus der jüngeren Vergangenheit zur Prognose künftiger Marktereignisse herangezogen werden können. Weichen die Marktbedingungen erheblich von früheren Marktentwicklungen ab, kann das mittels VaR prognostizierte Risiko entweder unter- oder überschätzt werden. Es ist nicht beabsichtigt, Verluste im Zusammenhang mit unerwarteten Marktentwicklungen zu bewerten. Diese Bewertung ist Aufgabe zusätzlich durchgeführter Stresstests.
Im Zuge derartiger Stresstests wird das Handelsbuch einer Belastung durch Szenarien ausgesetzt, die extreme Marktbedingungen simulieren, welche durch das Konfidenzintervall nicht abgedeckt werden. Die Ergebnisse dieser Tests werden den Worst Case Limiten im FX- und Zins-Bereich gegenübergestellt.
Grundsätzlich wird zwischen zeitbasierten und ereignisbasierten Stresstests unterschieden, wobei statistische Methoden (unterschiedliche Korrelationen, höheres Konfidenzniveau etc.) und extreme Marktbewegungen von Risikofaktoren angenommen und zur Bewertung herangezogen werden. Die Ergebnisse werden der Geschäftsführung, dem Asset Liability Committee (ALCO), der Handelsleitung sowie den verantwortlichen Gruppenleitern zur Kenntnis gebracht.
Marktrisiko im Bankbuch
Das Zinsrisiko im Bankbuch ist der potenzielle Verlust, der sich aus Nettoveränderungen der Vermögenswerte und der künftigen Entwicklung des Nettozinsertrags infolge von ungünstigen Zinsentwicklungen ergibt.
Das Asset Liability Committee (ALCO) der Bank hat dem Bereich Treasury Zinsrisiko-Limite zugeteilt, um das Zinsänderungsrisiko zu managen und zu limitieren. Der Bereich Market Risk berichtet zumindest monatlich an das ALCO über die Limitausnützung und die Verteilung der Risiken auf Konzernebene.
Das Asset Liability Committee setzt sich aus dem für das Treasury verantwortlichen Vorstand und Vertretern des Treasury, Chief Financial Officer, Chief Risk Officer und dem für das Österreichische Retail- und Kommerzgeschäft zuständigen Vorstandsmitglied zusammen. Anhand der Risikoberichte werden das Marktrisiko und Auswirkungen auch unter Verwendung von Stresstests analysiert und in der Folge Steuerungsmaßnahmen hinsichtlich Risk Mitigation und Ertragsoptimierung auf Gesamtbankebene beschlossen. Die Protokolle der ALCO-Sitzungen werden in den Vorstandssitzungen besprochen. Weiters werden die Risiken als Teil eines Gesamtrisikoberichtes innerhalb des Enterprise Risk Meeting auf Gesamtvorstandsebene präsentiert.
Barwertperspektive
Für die Zinsrisikoanalyse werden alle verzinslichen Finanzinstrumente auf Basis ihrer vertraglichen Zinsbindungsperioden (im Fall fix und variabel verzinslicher Finanzinstrumente) oder diesbezüglicher Annahmen (im Fall von Bodensatzbeständen bzw. nicht vertraglich fixierter Zins- und Kapitalbindung) den entsprechenden Laufzeitbändern zugeordnet.
Das Zinsrisiko wird anhand des PVBP-Konzepts gemessen. Der PVBP ist ein absoluter Wert, der aus der Duration zinsbringender Finanzinstrumente abgeleitet ist. Er gibt die Veränderung des Nettobarwertes infolge einer Verschiebung der Marktrenditekurven um einen Basispunkt (0,01 Prozent) in Geldeinheiten an.
Die folgende Tabelle stellt das Zinsrisiko der Gruppe zum 31.12.2008 anhand des PVBP-Konzepts dar. Die Veränderungen des Nettobarwerts aller Finanzpositionen im Bankbuch der Gruppe infolge einer Verschiebung der Renditekurve um 1 Basispunkt werden den entsprechenden Laufzeitbändern wie folgt zugeordnet:
PVBP
| in Tausend Euro | < 1J | 1J – 3J | 3J – 5J | 5J – 7J | 7J – 10J | > 10J | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR | 81 | 191 | -125 | 67 | 41 | 27 | 281 |
| USD | 8 | -2 | 6 | -9 | -25 | -37 | -58 |
| CHF | -7 | 1 | 2 | -5 | -24 | -65 | -98 |
| JPY | 2 | – | -1 | -1 | -1 | 11 | 11 |
| Sonstige Währungen | – | 3 | 10 | 4 | 8 | 1 | 26 |
| Summe 31.12.2008 | 84 | 193 | -109 | 57 | – | -64 | 162 |
| |
|||||||
| Summe 31.12.2007 | 101 | -146 | 47 | -109 | -6 | -163 | -276 |
Der PVBP aller Positionen, deren Veränderungen des Fair Value Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung haben, wird getrennt berechnet, limitiert und beobachtet. Die PVBP-Werte auf Gruppenebene und in Zeitbändern sind im Folgenden dargestellt.
GuV-relevanter Fair Value PVBP
| in Tausend Euro | < 1J | 1J – 3J | 3J – 5J | 5J – 7J | 7J – 10J | > 10J | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2008 | -4 | -62 | 104 | 43 | -70 | 1 | 12 |
| |
|||||||
| 31.12.2007 | 12 | -91 | 202 | 337 | 13 | -210 | 264 |
Zusätzlich zu den traditionellen Ansätzen der Bewertung des Zinsrisikos wird im Rahmen des Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP) monatlich eine VaR-Berechnung auf Konzernebene durchgeführt.
Der VaR misst für ein bestimmtes Portfolio den höchsten zu erwartenden künftigen Verlust (gemessen am Marktwert) über einen bestimmten Zeithorizont mit einem bestimmten Konfidenzniveau. Die Berechnung des VaR basiert auf dem Varianz-Kovarianz-Ansatz und bedient sich eines Konfidenzniveaus von 99 % und eines Zeithorizonts von 10 Tagen. Zum 31.12.2008 betrug der VaR für das Zinsrisiko im Bankbuch der Gruppe 9,6 Mio EUR (31.12.2007: 8,4 Mio EUR).
Zu den wesentlichen Qualitätsverbesserungen auf dem Gebiet Zinsrisiko im Bankbuch, die im Laufe des Jahres 2008 erreicht wurden, gehören die Implementierung der Global Analysis Database, einer Datenbank, die sämtliche Risikokennzahlen für die Bankengruppe auf Einzelgeschäftsebene historisiert, die Erweiterung der monatlichen Stresstests sowie die Verfeinerung der Replikationsannahmen für Positionen mit unbestimmter Zinsbindung.
Nettozinsertragssimulation
Der Zinsüberschuss bildet die zentrale Erfolgsgröße in der periodischen Zinsertragssteuerung. Zur ex ante-Ermittlung des Zinsüberschusses einer bestimmten Betrachtungsperiode werden jeweils das Durchschnittsvolumen sowie die Durchschnittsverzinsung aller zinstragenden Aktiva und Passiva gegenüber gestellt.
Mittels softwareunterstütztem Modell zur dynamischen Zinssimulation wird der Zinsertrag/-aufwand auf Basis der Einzelkontraktebene und der Zinscharakteristika ermittelt, wobei die Markt-Zinskurve zu Beginn der Simulation während des gesamten Simulationszeitraums konstant bleibt. Diese Basis-Prognose ist das “stable rates scenario”. Einige zusätzlich benötigte Inputs des Modells sind erwartete zukünftige Produktmargen, Abschätzungen bezüglich der Verlängerung von Kontrakten, die üblicherweise verlängert werden (wie z.B. Kapitalsparbücher), und Annahmen hinsichtlich des Zinsverhaltens von Produkten, wenn dieses nicht vertraglich vereinbart ist.
Ausgehend von dieser grundlegenden Prognose wurden standardisierte Verschiebungen der Zinskurve (so genannte „Alternative rate scenarios“) in 2008 weiterentwickelt, um durch Veränderungen der Marktzinssätze verursachte Änderungen des Zinsergebnisses über den Simulationszeitraum abzuschätzen. Derzeit werden Zinsergebnisse unter Annahme verschiedener paralleler und nicht-paralleler auf- und abwärts gerichteter Verschiebungen berechnet und die Ergebnisse monatlich im Asset Liability Committee und im Rahmen des Gesamtrisikoberichtes im Enterprise Risk Meeting auf Vorstandsebene präsentiert.
Somit werden Änderungen des Zinsergebnisses aufgrund der Marktzinsänderungen und Bestandsentwicklungen auf Positionsebene prognostiziert.
Derivative Finanztransaktionen zum 31.12.2008
| Nominalbeträge/Restlaufzeit | Marktwerte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Millionen Euro | Bis 1 Jahr | 1–5 Jahre | Über 5 Jahre | Gesamt | Positiv | Negativ |
| Zinsderivate | 12.198 | 21.816 | 15.672 | 49.686 | 1.268 | -897 |
Zinsswaps Bankbuch |
4.577 | 6.114 | 5.435 | 16.126 | 704 | -360 |
Zinssatzoptionen Bankbuch |
16 | 137 | 12 | 165 | 2 | - |
Zinstermingeschäft Bankbuch |
532 | - |
- |
532 | - |
- |
Zinsswaps Handelsbuch |
3.975 | 10.363 | 6.361 | 20.699 | 432 | -404 |
Zinssatzoptionen Handelsbuch |
2.128 | 5.202 | 3.864 | 11.194 | 130 | -133 |
Zinstermingeschäft Handelsbuch |
970 | - |
- |
970 | - |
- |
| Wechselkursverträge | 8.991 | 1.971 | 3.419 | 14.381 | 430 | -466 |
Währungsswaps Bankbuch |
9 | 133 | 205 | 347 | 20 | -16 |
Devisentermine und Optionen Bankbuch |
3.050 | - |
248 | 3.298 | 143 | -133 |
Währungsswaps Handelsbuch |
- |
69 | 2.066 | 2.135 | 5 | -53 |
Devisentermine und Optionen Handelsbuch |
5.932 | 1.769 | 900 | 8.601 | 262 | -264 |
| Wertpapierbezogene Geschäfte und sonstige Derivate | 60 | 4.247 | 1.614 | 5.921 | 514 | -515 |
wertpapierbezogene und sonstige Derivate Bankbuch |
50 | 3.498 | 1.349 | 4.897 | 473 | -466 |
wertpapierbezogene und sonstige Derivate Handelsbuch |
10 | 749 | 265 | 1.024 | 41 | -49 |
| Gesamtsumme | 21.249 | 28.034 | 20.705 | 69.988 | 2.212 | -1.878 |
Bankbuchgeschäfte |
8.234 | 9.882 | 7.249 | 25.365 | 1.342 | -975 |
Handelsbuchgeschäfte |
13.015 | 18.152 | 13.456 | 44.623 | 870 | -903 |
Derivative Finanztransaktionen zum 31.12.2007
| |
Nominalbeträge/Restlaufzeit |
Marktwerte
|
||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Millionen Euro | Bis 1 Jahr | 1–5 Jahre | Über 5 Jahre | Gesamt | Positiv | Negativ |
| Zinsderivate | 15.553 | 21.604 | 15.030 | 52.187 | 770 | -617 |
Zinsswaps Bankbuch |
6.706 | 4.773 | 5.324 | 16.803 | 453 | -286 |
Zinssatzoptionen Bankbuch |
52 | 178 | 18 | 248 | 1 | -1 |
Zinstermingeschäft Bankbuch |
439 | – | – | 439 | – | – |
Zinsswaps Handelsbuch |
5.521 | 10.941 | 5.741 | 22.203 | 250 | -252 |
Zinssatzoptionen Handelsbuch |
2.244 | 5.702 | 3.947 | 11.893 | 66 | -78 |
Zinstermingeschäft Handelsbuch |
591 | 10 | – | 601 | – | – |
| Wechselkursverträge | 19.464 | 3.084 | 1.725 | 24.273 | 277 | -251 |
Währungsswaps Bankbuch |
15 | 55 | 305 | 375 | 26 | -19 |
Devisentermine und Optionen Bankbuch |
3.024 | 142 | 184 | 3.350 | 30 | -48 |
Währungsswaps Handelsbuch |
48 | 953 | – | 1.001 | 54 | -6 |
Devisentermine und Optionen Handelsbuch |
16.377 | 1.934 | 1.236 | 19.547 | 167 | -178 |
| Wertpapierbezogene Geschäfte und sonstige Derivate | 150 | 1.875 | 1.875 | 3.900 | 56 | -66 |
wertpapierbezogene und sonstige Derivate Bankbuch |
80 | 1.245 | 1.410 | 2.735 | 52 | -60 |
wertpapierbezogene und sonstige Derivate Handelsbuch |
70 | 630 | 465 | 1.165 | 4 | -6 |
| Gesamtsumme | 35.167 | 26.563 | 18.630 | 80.360 | 1.103 | -934 |
Bankbuchgeschäfte |
10.316 | 6.393 | 7.241 | 23.950 | 562 | -414 |
Handelsbuchgeschäfte |
24.851 | 20.170 | 11.389 | 56.410 | 541 | -520 |
Alternative Investments
Das Jahr 2008 war von extremen Volatilitäten in fast allen Märkten geprägt, welche auch Auswirkungen auf das Alternative Investments Portfolio hatten.
Zwar wurden noch positive Ergebnisbeiträge speziell aus Trendfolge-Programmen, aus Fixed Income- und Globale Macro-Strategien erzielt; allerdings lieferten Multi-Strategie-Fonds sowie reine Kredit- und Aktien-Strategien substanzielle Verluste und hatten signifikante Auswirkungen auf die Wertentwicklung des Gesamtportfolios.
Entsprechend unseren Einschätzungen wurden Umschichtungen in Strategien während des gesamten Jahres vorgenommen. Diese umfassten unter anderem die Reduktion von long-based Aktien-Strategien zu Gunsten einer Erhöhung des Fixed-Income-Anteils.
Zudem wurden Maßnahmen zur Risikoreduktion bzw. einer deutlichen Erhöhung von Barvermögen des Portfolios bereits Ende 2007 eingeleitet und während des gesamten Jahres konsequent fortgeführt. Trotz schwieriger Bedingungen hinsichtlich des Ausstiegs aus diversen Investments konnte das Portfolio im Jahresvergleich um über 20 % proaktiv reduziert werden, sodass das Gesamtvolumen der Investitionen zum Jahresende auf rund 168 Mio EUR abgeschmolzen werden konnte. Weitere Rückzahlungen - vor allem aus der Rückgabe von Multi-Strategie-Fonds - sind bereits avisiert und werden im ersten Halbjahr 2009 erwartet.
Ungeachtet der Outperformance aller relevanter Hedgefund-Indices entsprach das erreichte Jahresergebnis von -17 % nicht den Zielvorgaben von 4 % über der Refinanzierungsrate und somit nicht den an das Portfolio gestellten Erwartungen.
Fremdwährungsrisiko im Bankbuch
Die Höhe der offenen Fremdwährungspositionen im Bankbuch der BAWAG P.S.K. Gruppe wird durch geringe genehmigte Limite beschränkt, wodurch ein vernachlässigbar geringes Fremdwährungsrisiko im Bankbuch sichergestellt wird.
Die Einhaltung der Limite wird täglich überwacht. Eine weitere Abstimmungsroutine gleicht die offenen Fremdwährungspositionen in den Treasury-Applikationen mit dem Rechnungswesen ab und leitet im Falle von Abweichungen Analysen bzw. die Schließung der Positionen ein.
46 | Liquiditätsrisiko
Neben dem Risiko, den Zahlungsverpflichtungen zum Zeitpunkt ihrer Fälligkeit nicht nachkommen zu können (Liquiditätsrisiko im engeren Sinn), umfasst diese Risikoart die Gefahr, im Bedarfsfall nicht ausreichend Liquidität zu erwarteten Konditionen beschaffen zu können (Refinanzierungsrisiko). Ebenfalls unter Liquiditätsrisiko fällt die Gefahr, infolge unzureichender Markttiefe oder infolge von Marktstörungen Geschäfte nicht oder nur unter Verlusten auflösen bzw. glattstellen zu können (Marktliquiditätsrisiko).
Durch die Restrukturierung der Beteiligungen und damit speziell durch den Verkauf der Osttöchter konnte die Liquiditätsausstattung nochmals wesentlich verbessert werden. Dadurch wurde die bestehende Unabhängigkeit vom Interbanken- und Kapitalmarkt noch weiter ausgebaut. Vor dem Hintergrund der Turbulenzen des Geldmarktes im zweiten Halbjahr 2008 konnte die Liquiditätsstärke der BAWAG P.S.K. wesentlich zur Stabilisierung des nationalen Interbankenmarket beitragen.
Auch unter der Annahme einer Erhöhung des Investitionsvolumens um 10 % und einer weiterhin angespannten Lage am Interbanken- und Kapitalmarkt besteht zumindest für das laufende Geschäftsjahr kein Erfordernis, sich am Interbankenmarkt zu refinanzieren bzw. die Instrumente der Refinanzierungspolitik in wesentlichem Ausmaß zu beanspruchen.
Der Umgang mit Liquiditätsrisiken wird im „Risikohandbuch Liquiditätsrisiken“ bis zum Liquiditätsnotfallsplan ausführlich dargestellt. Das tägliche Liquiditätsmanagement erfolgt im Bereich Asset Liability Management. Die Liquiditätsplanung und die Erstellung von Stresstests und Backtests erfolgt im Bereich Treasury Controlling. Die Szenarios bauen auf historischen Ereignissen, Fallstudien und hypothetischen Modellen auf. Die Informationen werden laufend durch aktuelle Daten aus den Marktbereichen ergänzt. Die Ergebnisse von Stresstests und Szenarien werden monatlich berichtet und quartalsweise im Rahmen des Asset Liability Committee diskutiert. Hinsichtlich struktureller Liquidität wird eine Kapitalbindungsbilanz vom Bereich Market Risk monatlich erstellt und im ALCO bzw. dem Enterprise Risk Meeting auf Gesamtvorstandsebene präsentiert.
Die folgende Tabelle zeigt die konsolidierten nominellen (nicht-diskontierten) Cashflows inklusive Zinszahlungen auf Finanzverbindlichkeiten im Bankbuch auf Basis ihrer frühesten vertraglichen Fälligkeiten, mit Ausnahme variabler Spareinlagen mit einem Volumen von 7,1 Mrd EUR, für welche die vertraglich fixierten Zinsbindungsperioden herangezogen wurden, obwohl diese Einlagen erfahrungsgemäß gehalten bzw. ausgebaut werden, sowie Kapitalsparbücher in Höhe von 7,8 Mrd EUR. Die in der BAWAG P.S.K. Gruppe erwarteten Cashflow-Termine weichen auch in anderen Fällen von den Terminen in dieser Analyse gravierend ab. So wird unter der Position „Kundeneinlagen“ ein Volumen von 5,3 Mrd EUR im Zeitband „unter 1 Monat“ ausgewiesen, obwohl die erwartete Veranlagungsdauer aufgrund langjähriger historischer Erfahrung wesentlich darüber hinausgeht (Bodensatztheorie).
Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten zum 31.12.2008
| in Millionen Euro | Nominal-Bruttozugang/–abgang | Weniger als 1 Monat | 1 bis 3 Monate | 3 Monate bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | Mehr als 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nicht-derivative Verbindlichkeiten | ||||||
Einlagen von Banken |
-5.001 | -2.583 | -747 | -534 | -530 | -608 |
Einlagen von Kunden |
-23.948 | -12.917 | -2.031 | -5.771 | -3.005 | -224 |
Ausgegebene Schuldverschreibungen |
-12.164 | -82 | -186 | -1.167 | -5.170 | -5.559 |
| Zwischensumme | -41.113 | -15.582 | -2.964 | -7.471 | -8.705 | -6.391 |
| Derivative Verbindlichkeiten | ||||||
Nettozugang/-abgang |
327 | -48 | 60 | 72 | 110 | 133 |
| Summe | -40.786 | -15.629 | -2.904 | -7.400 | -8.595 | -6.258 |
Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten zum 31.12.2007
| in Millionen Euro | Nominal-Bruttozugang/–abgang | Weniger als 1 Monat | 1 bis 3 Monate | 3 Monate bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | Mehr als 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nicht-derivative Verbindlichkeiten | | | | | | |
Einlagen von Banken |
-9.789 | -3.123 | -641 | -832 | -1.658 | -3.535 |
Einlagen von Kunden |
-27.759 | -12.252 | -2.001 | -8.354 | -3.733 | -1.420 |
Ausgegebene Schuldverschreibungen |
-10.929 | -198 | -192 | -926 | -4.701 | -4.913 |
| Zwischensumme | -48.477 | -15.572 | -2.833 | -10.112 | -10.092 | -9.868 |
| Derivative Verbindlichkeiten | ||||||
Nettozugang/-abgang |
394 | -12 | 28 | 51 | 73 | 255 |
| Summe | -48.083 | -15.585 | -2.805 | -10.062 | -10.019 | -9.613 |
2007: Über die zukünftigen Perioden addiert, nicht konsolidiert.
47 | Beteiligungsrisiko
Das Beteiligungsrisiko umfasst mögliche Marktwertveränderungen von nicht konsolidierten Beteiligungsgesellschaften, mögliche Abschreibungserfordernisse des Beteiligungsansatzes sowie eine geringe Profitabilität der nicht konsolidierten Beteiligungsunternehmen. Nicht unter das Beteiligungsrisiko fallen operative Konzerntöchter, da deren Risiken differenziert nach den spezifischen Risikoarten ermittelt werden und daher bereits unter diesen berücksichtigt sind.
Nicht konsolidierte Beteiligungen
| in Millionen Euro | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
|---|---|---|
| Unternehmensanteile in der Kategorie „Available for sale“ | 284 | 267 |
Anteile an Kreditinstituten |
169 | 169 |
Verbundene Unternehmen |
– | – |
Assoziierte Unternehmen |
36 | 36 |
Sonstige Unternehmensanteile |
133 | 133 |
Anteile an sonstigen Unternehmen |
115 | 98 |
Verbundene Unternehmen |
61 | 41 |
Assoziierte Unternehmen |
43 | 47 |
Sonstige Unternehmensanteile |
11 | 10 |
| At-equity bewertete Unternehmensanteile | 24 | 42 |
Assoziierte Unternehmen |
24 | 42 |
| Summe der nicht vollkonsolidierten Unternehmensanteile | 308 | 309 |
48 | Operationelles Risiko
Operationelle Risiken werden in der BAWAG P.S.K. als „die Gefahr von Verlusten als Folge unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse, Menschen und Systeme oder von externen Ereignissen” definiert.
Die strategischen Vorgaben zum Management operationeller Risiken haben das Ziel, durch geeignete Maßnahmen operationelle Risiken auf ein Minimum zu beschränken.
Der Vorstand der BAWAG P.S.K. legt im Rahmen des „Enterprise Risk Meeting“ konzernweit übergreifende Grundsätze für das Management operationeller Risiken fest. Zur Sicherstellung eines konzernweit einheitlichen Vorgehens werden die Aktivitäten durch die zentrale Einheit „Operationelles Risiko“ koordiniert.
Das Detailmanagement operationeller Risiken in den einzelnen Geschäftsfeldern erfolgt dezentral in den jeweiligen Einheiten des Konzerns durch die Bereichsleiter und deren OpRisk-Agents.
Zur Gewinnung von Datengrundlagen des internen Managements des operationellen Risikos werden im Rahmen eines institutionalisierten Schadensmeldewesens kontinuierlich die aus operationellen Risiken resultierenden Verluste der Geschäftsfelder/-bereiche gesammelt (zentrale Verlustdatenbank). Die nachfolgende zentrale Analyse ermöglicht die rechtzeitige Feststellung von Schadenshäufungen, um weitere Verluste vermeiden zu können.
Zusätzliche Informationen werden im Rahmen von Risk Control Self Assessments (RCSA) erhoben. Innerhalb eines einheitlichen Rahmens identifizieren und bewerten alle Bereiche und Tochterunternehmen jährlich ihre wesentlichen operationellen Risiken und die Wirksamkeit der Kontrollen. Dies beinhaltet die Bewertung individueller Kontrollen, die Schätzung von Wahrscheinlichkeiten und das Ausmaß von Verlusten aus den einzelnen Risiken.
Mit einer gegliederten Organisationsstruktur, klaren Kompetenzregelungen und Arbeitsanweisungen hat die BAWAG P.S.K. die Grundlage zur Begrenzung von operationellen Risiken geschaffen. Zudem tragen konsistente Richtlinien über die Pouvoirs und ein risikoadäquates internes Kontrollsystem einschließlich computergestützter Plausibilitätsprüfungen zum Ziel einer kontrollierten Risikosituation bei.
Risikoausblick 2009
Die Finanzkrise hat aufgrund hoher Wertberichtigungserfordernisse, rückläufiger Kreditnachfrage und stark gestiegener Refinanzierungskosten im Zusammenhang mit der Liquiditätsverknappung zum Zusammenbruch mehrerer Finanzinstitute geführt. Neben der Insolvenz einer großen US-amerikanischen Investmentbank mussten viele zum Teil renommierte Institute weltweit gestützt bzw. verstaatlicht werden.
Ausgehend von der Finanzwirtschaft hat die Krise auch die Realwirtschaft erfasst. Der Konjunktureinbruch hat einen Anstieg der Insolvenzen zur Folge. Für die kommenden Monate ist mit einer Zunahme von Privatkonkursen und Unternehmensinsolvenzen zu rechnen.
Die BAWAG P.S.K. hat mit ihrem Rückzug aus der Slowakei und der Tschechischen Republik ihr Engagement in Mittel- und Osteuropa reduziert.
Keine Bank bleibt von den aktuellen weltweiten Turbulenzen auf den Finanzmärkten sowie von der fortgesetzten weltweiten Kredit- und Liquiditätskrise unberührt. Die BAWAG P.S.K. verfolgt die Veränderungen der Marktbewertung von Investments überall dort, wo ein solcher Markt existiert, und vergleicht diese mit unabhängig davon durchgeführten Analysen der Fundamentalwerte, basierend auf prognostizierten Cashflows und der zugrunde liegenden Kreditwürdigkeit. Belastungen aus der Änderung von Marktwerten können auch für 2009 nicht ausgeschlossen werden. Dank der Finanzkraft des Konzerns, der Entwicklung des Kernbankgeschäftes und der starken Liquiditätsposition ist die BAWAG P.S.K. auf das sich verschlechternde Marktumfeld vorbereitet. Der Großteil des Kreditportefeuilles des Konzerns umfasst nunmehr inländische Kunden, dessen zukünftige Performance ist damit wesentlich von der Entwicklung der österreichischen Wirtschaft abhängig.


